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Geschrieben von Iny am 01.12.2019, 7:53 Uhr

Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Ich hab ein Problem mit der Kita meines Kindes.
Dort ist mir vier Gruppen ein offenes Konzept. Es gibt Themenzimmer. Ein Bastelzimmer, ein Puppeneckenzimmer, ein Baumzimmer und ein Forscherzimmer. Dazu Garten und Turnraum. In jedem Raum, Garten etc ist eine Erzieherin.

Mein Problem ist dass die Kinder dort tun und lassen können was die wollen. Sie können alle fünf Minuten den Raum wechseln, frühstücken wann sie wollen, tun was sie wollen. Und das immer und ausschließlich. Nur das Mittagessen ist eine feste Einheit die Struktur gibt.

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht dass mein Kind immer fremdbestimmt wird, es darf durchaus großzügige Freiheiten genießen. Aber immer? Einmal am Tag gibt es einen Morgenkreis, aber wer nicht mitmachen will lässt es bleiben. Andere Angebote gibt es nicht. Ich sehe zwar hin und wieder (etwa zwei drei Mal im Jahr) einen Aushang über ein Projekt das gemacht wurde, aber auch da sind nur die Kinder dabei die wollen.

Wenn ich das Kind frage was es gemacht hat heißt es nur "Nichts". Gut. Aber wenn ich die Erzieherinnen frage was es so macht sagen auch die "es war nur kurz in meinem Zimmer. Es ist halt sehr sprunghaft" immer. Ganz selten bekomme ich zu hören dass er zB etwas gemalt hat (aber auch hier sind nur ein paar Striche auf dem Papier obwohl er zu Hause schon erkennbare Dinge malen kann) oder ein Spiel mitgespielt.
Nie wissen die Erzieherinnen wo das Kind beim abholen ist "hier ist er nicht...". Ich gehe von Raum zu Raum bis ich es gefunden habe.

Mein Kind ist tatsächlich sprunghaft und impulsiv, will ständig etwas Neues, kann sich nur schwer auf eine Sache einlassen. Ich versuche zu Hause das Kind (wird jetzt fünf) dazu zu bringen sich mal eine gewisse Zeit mit einer Sache zu beschäftigen. Aber in der Kita, in der es jeden Tag acht Stunden geht, passiert das nicht. Er rennt quasi den ganzen Tag von einem Zimmer zum nächsten.

Auch beim Essen wird er nicht dazu angehalten etwas zu probieren (nicht zwingen!). Er isst dort nur Butterbrezeln, nackte Nudeln und nackte Kartoffeln. Bei uns gibt es alles auf den Teller, und er darf davon essen was er möchte. Meist isst er erst die Nudeln oder Kartoffeln und dann auch Gemüse, Soße oder Fleisch. Auch wenn er beim auftun schreit "kein Gemüse!" Er isst es dann eben doch ganz ohne Zwang oder Druck wenn es auf dem Teller ist. In der Kita schöpfen sich die Kinder selber und werden nicht dazu angehalten zu probieren.

Ich glaube nicht dass die Erzieherinnen faul sind oder es sie nicht interessiert. Sie glauben einfach dass jedes Kind irgendwann all das kann und macht was es können oder tun soll. Von sich aus. Von alleine. Ich kenne aber mein Kind, das tut eben nur das was es will wenn man es lässt. Freiwillig wird es nie am Morgenkreis mitmachen oder sich längere Zeit auf einen Spielbereich einlassen. Es ist immer getrieben vom Gedanken es könnte was verpassen wenn es nicht überall gleichzeitig ist. Und verpasst so eben tatsächlich alles.

All das ärgert mich. Ein Kind kann doch nicht den ganzen Tag (!) tun und lassen was es will. In der Schule geht das doch auch nicht. Und ein Kind kann doch nicht alles selbst bestimmen, es muss doch lernen dass es Dinge gibt die Erwachsener einfach entscheidet (zB eine Mütze anzuziehen wenn es null Grad hat).

Meinem Kind gefällt das strukturlose gut, es sieht natürlich nicht dass es in der Schule später ganz anders laufen wird.

Wir überlegen nun die Kita zu wechseln, da es nur noch anderthalb Jahre bis zur Schule sind und ich ihn in der Kita absolut nicht darauf vorbereitet oder gefördert sehe. Gespräche mit der Kita bringen nichts, da heißt es immer "das ist unser Konzept, die Kinder haben ein Recht zu entscheiden". Wie gesagt, es muss nicht jeden Tag Pflichtprogramme für das Kind geben und es zu etwas zwingen muss auch nicht sein. Aber ein bisschen mehr Struktur und motivieren Dinge zu tun die er vielleicht erst mal nicht möchte muss doch in einer Kita drin sein.

Was würdet ihr tun? Was meint ihr?

Iny

 
21 Antworten:

Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von maskottchen79 am 01.12.2019, 8:14 Uhr

Wielange geht er denn dort schon zur Kita? Wenn er erst dies Jahr angefangen hat würde ich spontan sagen, das es halt einfach noch alles zu neu und aufregend ist und daher alles immer wieder erforscht werden muss.
Mein Sohn ist zwar in einen Kindergarten mit festen Gruppen aber hat auch da monatelang gebraucht bis er irgendwas neues mal auf längere Zeit mitgemacht hat

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von bellis123 am 01.12.2019, 8:54 Uhr

Ui, eine Kita mit so einem Konzept hatten wir uns auch angeschaut, aber zum Glück die Finger davon gelassen. Kinder brauchen Struktur. Struktur hat nichts mit Zwang zu tun. Machen nicht mal die Vorschulkinder ein spezielles Programm in eurer Kita? Wenn nicht würde ich wechseln, da sind doch die Probleme in der Schule vorprogrammiert.

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Iny am 01.12.2019, 9:17 Uhr

Nein ein vorschulprogramm gibt es nicht. Am Elternabend wurde gesagt dass die vorschüler an diversen Ausflügen zu Museen etc teilnehmen können, aber auch hier freiwillig.

Mein Kind kam mit 2,9 in diese Kita nachdem es in der Krippe wegen seiner Impulsivität Probleme gab. Ich hab beim anschauen der Kita der Leitung gesagt dass das Kind keine große Ausdauer hat und oft impulsiv ist. Sie meinte da wäre ihre Kita ideal, da dass Kind hier von sich aus lerne sich länger mit Dingen zu beschäftigen und die Erzieherinnen es dabei unterstützen. Aber beides trifft nicht zu. Die Erzieherinnen finden es völlig normal dass das Kind nach über zwei Jahren immer noch nur rumstreunert.

Es hat in den zwei Jahren nicht ein Lied gelernt, kein Buch angeschaut, kein Bild gemalt wie ich es von zu Hause kenne, Nichts.

Iny

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von bellis123 am 01.12.2019, 9:58 Uhr

Ausdauer sollte bei ihm ja eigentlich gefördert werden, aber genau das Gegenteil ist der Fall.

In der Schule kann man sich auch nicht aussuchen ob man die Aufgaben macht oder nicht.

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Itzy am 01.12.2019, 11:05 Uhr

Wenn reden nichts bringt, und du die Chance auf einen Wechsel hast, ja dann würde ich wechseln. Ich bin auch Fan von Freispiel. Aber genau wie du finde ich das gewisse Sachen, Abläufe und Strukturen unabdingbar sind. In der Schule wird er es sehr schwer haben und wenn er jetzt die Chance hat in der verbliebenen Zeit sanft darauf vorbereitet zu werden, dann würde ich ihn daraus nehmen. Das Konzept finde ich sehr speziell.....

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Plädoyer dafür!

Antwort von Bonnie am 01.12.2019, 11:08 Uhr

Für mich wäre zum einen immer das Wichtigste, dass das Kind sich wohlfühlt. Aber auch das Konzept ist nicht so ungünstig, wie Du vielleicht befürchtest.

Meine Kinder waren auch beide in einem Kiga, bei dem Selbstbestimmung absolut groß geschrieben wurde. Die Kinder hatten viele Projekt-Werkstätten, Themen-Ecken (Werkbank, Kräutergarten, Bäckerei, Turnhalle mit Roll-Fahrzeugen zur freien Verfügung, Computerecke etc.), aber alles war freiwillig. Es wurde gebastelt, aber nicht mit Anleitung, so dass sehr unperfekte „Kunst“ entstand - damit konnten Erwachsene nichts, Kinder aber viel anfangen. Es gab sogar kleine Ausstellungen und Vitrinen.

Die Kinder durften auch die Gestaltung der Räume selbst bestimmen, die Bestimmung der Räume wechseln (aus Turnecke wurde Prinzessinnenraum, aus Bauklotz-Ecke ein Verkleidungszimmer etc.). Morgens gab es eine von Kindern geleitete Kinderkonferenz, wo bestimmt wurde, wer heute bei welchem Projekt mitmachen wollte usw.

Ja, das war alles gewöhnungsbedürftig, aber als ich mal im Nachbarkindergarten zu Besuch war, wo alles „geregelt“ zuging, merkte ich, wie langweilig und wenig kreativ das war. Alles war vorgegeben, die Erzieherinnen bastelten mehr als die Kinder selbst, alles sah perfekt aus - obwohl fast alles von Erwachsenen war, und kaum etwas von den Kindern. Die ganze Atmosphäre war viel steifer und biederer, ich mochte das auf einmal nicht mehr.

Deine Sorge um die spätere Schule ist ganz unbegründet. Kinder, die sog. Selbstwirksamkeit erleben (also viel selbst entscheiden dürfen), sind auch in der Schule kompetente Kinder. Meine Kinder sind heute Teens/junge Erwachsene. Sie hatten schon in der Grundschule gute Noten (Tochter gemeinsam mit anderem Mädchen Klassenbeste), gingen/gehen aufs Gymnasium, meine Tochter hat ein „Eins-Komma-Abi“ und studiert inzwischen. Ich erzähle das nur, um die Angst vor dem „zu freien“ Kiga zu nehmen.

Wenn Dein Sohn zu Hause Struktur hat, reicht das völlig aus. Der Kiga ist dann eben der Bereich, wo er experimentieren darf - eine gute Ergänzung, denn das zu Hause ist trotz allem wichtiger. Jetzt aber schon im gesamten Tagesablauf nur an Leistung und Kontrolle zu denken, ist zu früh. Und es ist eher ein Ausdruck Deiner eigenen Angst, als einer echten Notwendigkeit. Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung machen starke Persönlichkeiten - und DIE sind es, die später gut zurechtkommen und erfolgreich sind, nicht unbedingt die Angepassten, die früh kleingehalten und diszipliniert wurden.

Versteh‘ mich nicht falsch: Ich rede vom Kiga-Alter, nicht von einer strukturlosen Schule oder so. Aber in diesem jungen Alter ist es unnötig, schon an Disziplin und Leistung zu denken, das lernen die Kinder alle erst in den ersten zwei Schuljahren - und zwar egal, auf welchen Kiga sie vorher gegangen sind!

Ein Wechsel wäre belastend, und es ist nicht gesagt, dass Dein Sohn im neuen Kiga glücklich wäre. Ich würde etwas, das gut funktioniert, nicht aus Angst zerstören. Versuche, die Vorteile der Freiheit zu erkennen, und akzeptiere, dass Dir diese ungewohnte Freiheit ein bisschen Angst macht, eh?

LG

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Mijou am 01.12.2019, 11:41 Uhr

Schließe mich an: Gönne Deinem Sohn doch die unbeschwerte Zeit. Un-beschwert heißt wörtlich: Nicht jetzt schon alles schwer machen und schwer nehmen und das ganze Gewicht des Lebens an ihn hängen. Er ist fröhlich, nichts daran kann und wird ihm schaden! Er wird sich gut entwickeln. Und wenn er noch etwas „undiszipliniert“ und sprunghaft wirkt, dann ist das, weil er klein und eben noch KEIN Schulkind ist.

LG

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von SummerSunshine am 01.12.2019, 13:04 Uhr

Hallo Iny,
ich bin überhaupt kein Fan vom offenen Konzept. Oft (nicht immer) wird dadurch einfach nur Personal eingespart (1 in jedem Raum statt 2 pro Gruppe), keiner weiß, wo "seine Kinder" sind, was sie erlebt/gemacht haben, ob/was sie gegessen haben....für mich ist das nur Aufbewahrung. Mit einer Tüte Chips und Paw Patrol würde sich mein Kind auch eine gewisse Weile sehr wohl fühlen, aber das ist nicht das, was ich will und für das ich zahle. Ein Kindergarten ist für mich aber viel mehr. Anregung, Forderung, Förderung, Anleitung, Interaktion auch zwischen Erzieherin und Kind...... in unserem Kindergarten gibt es einen Begrüßungs- und Abschlusskreis, gemeinsame Mahlzeiten mit Tischspruch, gemeinsame Aktivitäten (alle basteln jetzt mal xy), es wird auch mal nach Alter getrennt und etwas getrennt bearbeitet. Dazu natürlich viiiiel Freispiel. Am Mittag wissen beide Erzieherinnen genau, wie der Vormittag mit "Paul" und "Miriam" war....
Wäre ich du, würde ich mich nach einer anderen Einrichtung umgucken, mir wäre das alles so gar nicht recht.
Alles Gute :-)

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von IngeA am 01.12.2019, 13:11 Uhr

Entscheidend wäre für mich: spielt das Kind dort auch ausdauernd mit anderen Kindern oder stromert er wirklich den ganzen Tag rum?

Wenn er auch mit anderen Kindern ausdauernd spielt, wäre für mich alles i. O. Die Aufgabe des Kinga ist für mich in erster Linie Sozialverhalten zu lernen.

Wenn er wirklich nichts ausdauernd macht: nach Möglichkeit wechseln oder vorher noch ein Gespräch mit der Leitung führen, dass sie ihn wirklich etwas mehr Richtung "Ausdauer" bringen, egal ob das jetzt ausdauernd spielen, ausdauernd basteln, ausdauernd, malen oder ausdauernd Musik hören ist.

LG Inge

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von pauline-maus am 01.12.2019, 14:00 Uhr

dem füge ich nichts weiter hinzu....meine gedanken

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Jessi757 am 01.12.2019, 14:05 Uhr

Ich würde wechseln.
So ganz ohne festen Rahmen ist das ja eher so reine Aufbewahrung...
Meine Kinder waren zwischendurch auch in einer Kita mit offenem Konzept. Es gab allerdings einen Morgenkreis, gemeinsames Frühstück und Mittagessen.

Meinen Sohn hat es nicht gestört, er hatte nur noch ein Jahr und es gab zumindest ein verbindliches Vorschulprogramm, zu dem auch viele Ausflüge gehörten.

Meine Tochter war erst drei als sie dort in die Kita kam, kannte vorher eine feste Gruppe mit festen Abläufen und hat sich oft gelangweilt. Das Vorschuljahr ging dann aber auch bei ihr.

Mein mittlerer Sohn konnte damit sehr gut, er hat gern frei und für sich gespielt.

Bei meinem jüngsten Sohn wurden dann irgendwann im letzten Jahr feste Gruppen eingeführt, in denen sich die Kinder zumindest zeitweise aufhalten mussten.
Für ihn war das nicht ganz so schön, weil sein bester bester Freund in eine andere Gruppe kam. Die Kinder sind zu den Erzieherinnen eingeteilt worden, bei denen sie Eingewöhnung hatten.

LG

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Tini_79 am 01.12.2019, 15:23 Uhr

Schwierig. Ich denke, es gibt schon einen Unterschied zwischen einem "offenen Konzept" und gar keinem Konzept.

Was genau machen die Erzieher denn dann den ganzen Tag, nur Zusehen? Wer kann dein Kind überhaupt in seiner Emtwicklung beurteilen? Müssen Kinder dann nie etwas Zeichnen oder etwas gemeinsam einstudieren? Wie werden da Defizite erkannt?

Für meine Kinder wäre es vermutlich ok gewesen, sie lassen sich nicht sehr leicht ablenken und vor allem machen wir in der Freitzeit vieles, was manche Kinder eventuell nur aus dem Kiga kennen würden (täglich Lesen, Malen, Basteln, Musikunterricht, mal ein Gedicht lernen, naja, Sport könnte sicher mehr sein - da ist es gut, dass es das in unserem Kiga gibt!)

Wenn ein Kind zu Hause keine Malsachen hat und mit 4 noch keinen Stift halten kann, wenn jemand mit 5 keine Vorwärtsrolle kann oder z.B. Sprachprobleme hat - wie merken das die Erzieher? In Verbindung mit Eltern, die das nicht sehen können oder wollen, kann das ganz schön schief gehen.

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Itzy am 01.12.2019, 16:15 Uhr

Ich frage mich, wie kann das Team Entwicklungsbögen ausfüllen und beurteilen wenn nichts gemacht wird wo man Kompetenzen klar ablesen kann. Gibt es so etwas bei euch nicht? Wie können sie dein Kind beurteilen wenn sie nicht wissen was es macht? Entwicklungsgespräche? Das wäre für mich als Mutter schon wichtig zu sehen. Da wird jaje nach Alter auch eine Aufgabe vorgegeben z. B. beim Malen und dann mit den Eltern besprochen wie das einzuschätzen ist.
wie gesagt, Freispiel ist super, auch ob Peter heute lieber werken möchte und Ida lieber malen. Aber gemeinsam Starten, Enden, Vorschulprogramm (nicht "sie müssen schon schreiben können"), gemeinsam ein Buch lesen und besprechen, ein Projekt entwickeln und durchführen, so was halt-das finde ich schon wichtig. Was ist mit Festen, wird das auch nicht gemeinsam vorbereitet, durchgeführt, besprochen? Was ist an Geburtstagen, gibt es da auch nur "wer Lust hat, feiert mit Elfriede?".

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Philo am 01.12.2019, 19:41 Uhr

das Problem ist, dass solche Konzepte von Trägern gefördert und gefordert werden, da sie mit wenig Personal auskommen.
Es reicht, dass eine Erzieherin einen Raum beaufsichtigt. Sie muss sich nicht vor- und nachbereiten - was sie tun müsste, wenn sie Angebote und Projekte anbieten würde. Auch bei Personalmangel ist das super - da wird dann einfach ein Raum nicht geöffnet.
Wenn es feste Gruppen sind, sieht das anders aus: Da muss die Erzieherin präsent sein, den Morgenkreis, Projekte etc. vorbereiten. All das ist beim derzeitigen Erziehermangel nicht gewünscht und in vielen Einrichtungen auch nicht leistbar.
Ich sehe das auch als sehr kritisch an! Ich kenne Einrichtungen, in denen Kinder in 3 Jahren im Kindergarten weder einen Stift noch eine Schere in der Hand hatten oder Kinder, die nie beim Turnen waren...
Ich selbst bin der Meinung, dass ein - nein DAS - Wesensmerkmal der Kindheit ist, dass man auch tun und lassen darf, was man möchte und nicht mit der Stechuhr im Rücken seinen Tag verplant hat - ABER Kinder sollen auch an für sie noch nicht Bekanntes herangeführt werden und ein gewisses Aufgabenbewusstsein und eine Ausdauer entwickeln.
Eine fachliche Empfehlung kann ich schwer abgeben. Als Mama würde ich wechseln - aber nur, wenn es im neuen Kindergarten strukturierter abläuft. Denn das Kind wird sich (vermutlich ab September) erst mal ein bis zwei Monate in den neuen Kindergarten eingewöhnen müssen und ab Ostern "drehen die Vorschulkinder durch", sie nehmen Abschied vom Kindergarten, finden alles blöd - um den Entwicklungsschritt des bewussten Übergangs in die Grundschule bewältigen zu können.
LG, Philo

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von 2o11 am 02.12.2019, 5:03 Uhr

Wir haben uns bewusst für einen kiga mit offenem Konzept entschieden. Reggio Pädagogik.

Ich möchte nicht das sich mein Kind nur in einem Raum aufhalten muss auch wenn es sich dort nicht sonderlich wohlfühlt.
Ich zwinge ihn weder zuhause noch anders wo zum essen. Er isst sehr gut und gern.

Frühstück, Mittag und Vesper gibt's in jeweils 2 Runden, das klappt hier sehr gut.
Morgenkreis gibt's hier auch für die Kinder die wollen. Find ich auch vollkommen ok. Dann macht es nämlich den anderen Kindern auch Spaß die wirklich Interesse daran haben.

Im Kindergarten vom großen damals mussten die Kinder zu jedem Fest irgendwas basteln, viel malen und andere Sachen tun die sie im Prinzip nicht wollten.

Auf die Schule vorbereiten sehe ich mittlerweile auch mit 2 Ansichten.
Im kiga von meinem großen wurden nur die Buchstaben und Zahlen geübt, keine Aussprache oder ähnliches.
Ich find es viel schöner wenn das direkt erst in der Schule geübt wird.
Im jetzigen kiga gibt's auch Übungen für die vorschulkinder, sogar ein schwimmkurs kann belegt werden.

Mir haben letztes Jahr so viele Menschen abgeraten diesen Kindergarten zu nehmen, genau aus den Gründen die du aufführst. "die können immer machen was sie wollen"

Wir stehen voll hinter dem Konzept und Nachteile konnte ich bisher für uns nicht entdecken. Schön ist auch das der krippenbereich zwar abgetrennt ist aber dennoch die kleinen auch vor zu den großen können. Das nutzt mein kleiner ganz viel um beim Bruder zu sein.

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Luna Sophie am 02.12.2019, 9:49 Uhr

Ein offenes Konzept muss nicht schlecht sein.
Nur setzt es voraus, dass die Erzieher wirklich jedes Kind kennen, gut beobachten können und sich untereinander sehr gut austauschen.

Gerade Kinder, die nur die Räume wechseln und nirgends länger als 5 Minuten bleiben, brauchen auch Ansprache. Brauchen Ermunterung und Anregung, damit ist nicht gemeint, sie sollen zu etwas gezwungen werden.
Kinder kann man zum Spiel (oder basteln, singen, …) einladen.

Es sollte nicht so sein, dass ein Kind so gut wie nie etwas macht.

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist dein Kind knapp 5J., geht seit über 2 Jahren in diese Kita, verbringt dort täglich 8 Stunden.
Und die Erzieherinnen können dir so gut wie nie sagen wo dein Kind ist und was es den Tag über gemacht hat.

Gab es Entwicklungsgespräche?
Konnte dir gesagt werden, was dein Kind für Stärken hat?
Wo es Unterstützung braucht?

Wäre es mein Kind, würde ich ein Gespräch wünschen, in diesem mir gesagt wird, was mein Kind in der Kita macht. Welche Stärken, welche Schwächen es hat.
Mich würde interessieren, wie die Entwicklung des Kindes in den letzten Monaten war.
Ob es Freunde in der Einrichtung hat, ob es regelmäßig mit denselben Kindern spielt oder immer mit anderen (ohne das ich Namen wissen möchte). Ob es viel allein spielt oder ob es überwiegend rumsteht, zuschaut und die Räume wechselt.

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Briefkopf am 02.12.2019, 11:48 Uhr

Kindergarten ist nicht zu Hause!

Es ist doch toll, wenn ein Kind selbst entscheiden kann, was er wie lange, mit wem und mit wem er dies spielen kann. Er ist keiner da, der ihm Vorgaben macht. Das freie Spiel ohne Vorgaben ist doch ideal für die Entwicklung des Kindes. Klar sollte man im letzten Kindergartenjahr darauf achten, dass er mal zum Stift greift oder im Turni unterwegs ist.
Wenn ihr merkt, er hat in bestimmten Bereichen Defizite, könnt ihr dies zu Hause "nacharbeiten".

Und ganz wichtig: er ist im Kindergarten und nicht in der Schule! Er soll diese Zeit nutzen (um Kind zu sein) und sich nicht schon so verhalten, als wäre er in der Schule. Der Streß und Leistungsdruck fängt früh genug an.

Frage doch mal im Kindergarten, was sie alles gemeinsam (als Gruppe) machen. Singen usw?

EDIT: das Entscheidende ist doch, dass dein Kind glücklich ist.

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von LilliB am 02.12.2019, 13:05 Uhr

Hallo Iny

Wir haben uns ganz bewusst gegen einen KiGa mit offenem Konzept entschieden, weil wir befürchtet haben, dass genau das passiert was du beschreibst.

Ich will dir aber von meinem 3,5-jährigen berichten, der auch immer sagt, er hätte heute nichts gemacht. Trotz fester Gruppen, festem Tagesrhytmus, festen Essenszeiten usw. Bei uns müssen die Kinder auch mal was ausprobieren, worauf sie keine Lust haben... Nur ganz selten erzählt er von sich aus was...

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Jomol am 04.12.2019, 12:12 Uhr

Wir haben uns bewußt für einen Kindergarten mit geschlossenem Konzept entschieden. Leider haben die dann irgendwann auf offenes Konzept umgestellt. Gegen Widerstand eines Teils der Erzieher und der Elternschaft. Jetzt schleppen wir täglich 10 Bilder heim, etwas anderes als malen macht sie, glaube ich, nicht. Ich rede hier nicht davon, daß man die Kinder zu irgendwas zwingen sollte, aber zwischen zwingen und anbieten/ heranführen ist schon ein Unterschied.
Was sagen die denn in den Entwicklungsgesprächen? Hat er Freunde? Wenn er nach 2 Jahren immer noch überall und nirgends ist und das keinen interessiert, würde ich die Notbremse ziehen und wechseln.
Grüße,
Jomol

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Alexandra12 am 06.12.2019, 6:42 Uhr

Was ich am offenen Konzept bedenklich finde, ist auch die soziale Entwicklung. Bei uns gibt es auch einen Kiga mit offenem Konzept, bei dem die Selbstbestimmtheit jedes Einzelnen wichtiger als Rücksichtnahne auf die anderen bewertet wird. Das geht zum Beispiel so weit, dass Geburtstagskinder selbst aussucht, welche Kinder in einem extra Geburtstagskreis mitfeiern wollen. Die eingeladenen Kinder wiederum entscheiden, ob sie für dieses Kind singen wollen. Daüs führt dazu, dass stillere oder schüchterner Kinder kaum mitfeiern dürfen und an ihren eigenen Geburtstagen Stress haben, Kinder zu finden, die mitfeiern wollen. Tut mir leid, aber das finde ich asozial. Man kann Kindern schon zumuten, zusammen im Kindergarten einen besonderen Tag zu feiern und gegenseitigen Respekt zu zeigen, auch wenn man nicht der beste Freund ist. Das war nur ein Beispiel. Zumindest bei diesem Kiga zweifele ich nicht daran, dass die Kinder später in der Schule erfolgreich sein können, aber das doziale Miteinander wird nicht gefördert. Survival of the fittest, ist mir nicht so sympathisch. In unserem Liga sind die Kinder oft stolz auf die Lieder und Spiele, die sie im (verpfichtenden) Morgenkreis Lernen, auf ihre Gruppenzugehörigkeit, auch, wenn sie sich jederzeit besuchen dürfen und auf die Dinge und Projekte, die sie als kleine, mittlere und große Kinder jeweils zusammen veranstalten. Es wird auch viel frei gespielt und die Kinder entscheiden selbst, wann sie frühstücken wollen, aber es gibt eben auch feste Strukturen, die meiner Ansicht nach Sicherheit geben und gleichzeitig gut auf die Schule vorbereiten, ohne die Freiheit stark einzuschränken. Und im Entwicklungsgespräch weiß die Bezugsbetreuerin genau, mit was oder mit wem sich das Kind intensiv beschäftigt, was es schon besonders gut kann - auch soziale Kompetenzen wie ob das Kind hilfsbereit ist, einen starken Gerehrigkeitssinn hat, gut oder schlecht ertragen kann, wenn es nicht als erstes dran kommt usw. Finde ich neben der kreativen Entfaltung auch wichtig. Sind es gibt eben Dinge, die kleine Kinder noch nicht wirklich selbständig entscheiden können, zum Beispiel, ob Kleinkinder eine neue Windel brauchen, ob sie eine Jacke draußen brauchen etc. Für mich wäre ein derartiges Konzept nichts und ich habe auch schon mal gehört, dass für Kinder von diesem Kiga die Umstellung auf die Schule schwieriger ist...

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Re: Unzufrieden mit Kita, Kind aber glücklich

Antwort von Grauzone am 06.12.2019, 21:26 Uhr

Geburtstag im Kindergarten: dies ist doch gerade das Tolle daran. Das Geburtstagskind kann mit seinen Freunden feiern und seinen speziellen Tag im Besein seiner Freunde genießen. Er muss nicht mit xy feiern, mit denen er ohnehin nie spielt und zu denen er auch keinen Bezug hat. In der Schule ist man auch nicht mit jedem befreundet, sondern sucht sich auch seine Freunde, mit denen man dann feiert.

Auch schüchterne Kinder haben Freunde.

Entwicklungsgespräch: die Bezugserzieherin sollte immer einen umfassenden Überblick über das Kind haben. Dafür gibt es die Teambesprechungen, wo jede Erzieherin etwas über das Kind sagen kann und dies damit an die Bezugserzieherin weitergibt.

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