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Geschrieben von basis am 28.01.2020, 21:29 Uhr

Alternative Schulformen

Hallo!

Wir haben für unser Kann-Kind den Meldezettel für die Schulanmeldung bekommen. Nach reiflicher Überlegung aber entschieden, nicht vorzeitig einzuschulen. Jetzt kam auf unsere Verweigerung von der KiTa, dass wir doch bitte noch mal drüber nachdenken sollten und auch "alternative Schulformen" in Betracht ziehen sollen.

Jetzt habe ich zwar nicht vor, ihn deshalb trotzdem einzuschulen, aber mich würde mal interessieren, was denn bitte alles "alternative Schulformen" (in Bayern, falls das relevant ist) sind.

Waldorf kommt überhaupt nicht in Frage. Das Konzept ist mir vollkommen zuwider.
Über Montessori weiß ich nur bedingt etwas, aber mein Mann lehnt es ebenfalls komplett ab.
Privatschule gibt es im Nachbardorf, die ist zwar toll, aber auch extrem teuer und deshalb finanziell nicht für beide Kinder drinnen. Und nur eins schicke ich nicht privat gesondert irgendwohin.

Gibt's denn noch was anderes? Eigentlich kam für mich immer nur die Regelgrundschule in Frage. Mein Sohn ist eh schon sauer und enttäuscht, weil er nicht mit seinen älteren Freunden dieses Jahr in die Schule kommt. Wenn er dann auch noch auf einer ganz anderen Schule landet, wo niemand sonst aus dem Dorf ist, wird er doch total zum Außenseiter. Oder sehe ich das falsch?

 
8 Antworten:

Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von 3wildehühner am 29.01.2020, 1:03 Uhr

Du siehst das ganz richtig und ich finde es toll, dass ihr als Eltern die Bedürfnisse eures Kindes über die des Kindergartens stellt!
Es hört sich so an, als hätte der Kindergarten chronisch zu wenig Plätze und möchte deshalb euer Kind loswerden!
Alternative Schulformen benötigt euer Kind nicht, sondern einfach noch das eine Jahr länger im Kindergarten.

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von niccolleen am 29.01.2020, 8:31 Uhr

"Wenn er dann auch noch auf einer ganz anderen Schule landet, wo niemand sonst aus dem Dorf ist, wird er doch total zum Außenseiter. Oder sehe ich das falsch?"

Das siehst du falsch in meinen Augen.
In der Schule sind die Karten wieder ganz neu gemischt und ganz neue Freundschaften entwickeln sich.

Trotzdem wuerde ich aufgrund deiner Beschreibung eher deinem ersten Gefuehl vertrauen, dass er noch ein Jahr im Kindergarten geniessen soll. In Deutschland, und speziell in Bayern, was ich so im Forum lese, ist der Leistungsdruck bereits in der Grundschule enorm. Das bringt einen lernenden Menschen aber nicht weiter als das ganze ein Jahr spaeter mit weniger Druck und effizienter zu lernen.

lg
niki

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von Lillimax am 29.01.2020, 9:11 Uhr

Erzieherinnen dürfen zwar ihre subjektive Meinung sagen. Sie sind aber nicht dafür ausgebildet, Prognosen zur schulischen Entwicklung eines Kindes abzugeben. Es ist deshalb richtig, dass Du auf Deinen Bauch und auch auf Deine Erfahrung als Mutter hörst, denn Du kennst Dein Kind am besten.

Dein Sohn wird - das sagt die Statistik - weniger Probleme und bessere Noten während seiner ganzen Schullaufbahn haben, wenn er NICHT zu früh eingeschult wird. Kann-Kinder haben dagegen ein deutlich höheres Risiko, nie ganz auf der Höhe der Klasse zu sein - notenmäßig, aber auch von der Reife her.

Mein Sohn ist ein Kann-Kind gewesen. Er ist inzwischen 14. Zwar hatte er immer gute Noten. Es war und ist aber auch immer eine gewisse Herausforderung, in einer Klasse mit Kindern, die z. T. fast ein Jahr älter sind als er, seinen Platz zu finden. Im Moment ist das besonders schwierig. Seine Freunde haben alle schon den Stimmbruch hinter sich und sind anderthalb Köpfe größer als er. Kinder, die jetzt neu in die Klasse kommen, weil sie einmal sitzengeblieben sind, sind sie sogar schon zwei Jahre älter als er. Das ist alles nicht leicht für ihn.

Nicht umsonst haben Kann-Kinder auch häufiger somatoforme Störungen wie Kopf- oder Bauchweh vor der Schule. Auch das hatte mein Sohn phasenweise ziemlich heftig. Wenn ich das alles vorher geahnt hätte, hätten wir auf jeden Fall auch noch ein Jahr gewartet, das hätte ihm vieles einfacher gemacht.

LG

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von Häsle am 29.01.2020, 9:16 Uhr

Wir wohnen auch in Bayern. Außer Waldorf, Montessori und Privatschulen mit verschiedenen Ansätzen wüsste ich hier auch nichts "Alternatives".
Ich weiß nicht, wie das jetzt mit der neuen Korridor-Regelung ist. Evtl. können jetzt auch jüngere Kann-Kinder schon in eine "Schulvorbereitende Einrichtung"? Wann ist dein Sohn denn geboren?

Der Kumpel meines Sohnes war dort. Er hat Ende September Geburtstag, war vor zwei Jahren also faktisch noch ein Kann-Kind. Der Kindergarten hat, genau wie die Eltern, erkannt, dass er zwar noch nicht schulreif war aber eben auch schon aus dem Kindergarten entwachsen. Er hatte allerdings auch vom Verhalten her "Defizite". Er war noch sehr wild und unvorsichtig, hat gerne die anderen Kinder rumgebosst, war frech, wurde auch zu fast niemandem eingeladen deswegen usw. Ich kenne seinen Vater und weiß, dass die halt einfach so sind...
Das Jahr in der SVE im Nachbarort hat ihm aber wirklich viel gebracht. Man hat am Verhalten gearbeitet, und die Kinder hatten zu Schulbeginn einen kleinen Vorsprung vor den meisten Kindergartenkindern. Damit hatten sie es leichter, sich einzuleben und konnten sich mehr auf ihre Defizite konzentrieren.

Kinder ohne "Defizite" (in Verhalten oder Sprache) werden hier idR aber nicht zur SVE geschickt. Auch die offiziell zurückgestellten nicht.
Ich würde ein "normales" Kann-Kind, das sich im Kindergarten noch wohl fühlt, dort auch nicht hinschicken.

Meine Kinder waren und sind Muss-Kinder. Meine Tochter (8. Klasse) ist Februarkind und sollte laut Erzieherinnen und der Lehrerin, die ab und zu im Vorschulunterricht dabei war, vorzeitig eingeschult werden. Ihre Freunde waren alle älter und kognitiv war sie damals sehr weit. Ich fand sie aber einfach noch zu schüchtern und zurückhaltend und entschied mich dagegen. Das letzte Kindergartenjahr lief dann sogar sehr gut, und vom Sozialen her gab es bisher in der Schule nicht mal den Ansatz eines Problems.
Sie hat in der Grundschule sehr schnell neue Freunde aus unserem Viertel gefunden, die heute noch ihre besten Freunde sind. (Sie war in einem Kindergarten im Nachbarort).

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von basis am 29.01.2020, 10:23 Uhr

Dank erst mal für eure Beiträge. Ich fühle mich da in unserer Entscheidung bestärkt und wir werden uns da auch gegen die KiTa durchsetzen.

Mein Sohn ist Ende Oktober geboren und damit ein "echtes" kann-Kind. Bis Ende September sind es ja theoretisch Muss-Kinder, aber Juli-September sind die neuen Korridorkinder.

Unsere KiTa hat prinzipiell eigentlich ausreichend Plätze (außer Krippe). Unsere Vermutung ist, dass er halt "anstrengend" ist, im Sinne von, er braucht ständig Input. Wir versuchen das Zuhause so gut wie möglich abzudecken, aber ich kann ja schlecht die Zeit, die er in der KiTa ist bestimmen, dafür ist in meinen Augen die KiTa zuständig.

ich weiß, dass die Rückstell-Kinder (also vor Juli geboren) seit letztem Sommer zumindest teilweise in eine "Vorschulklasse" geschickt werden. Das sind aber, wenn ich mir speziell die Jungs ansehe, die ich persönlich kenne, Kinder, die aufgrund gewisser Defizite zurückgestellt werden. Defizite in der Hinsicht hat meiner jetzt nicht. Ich würde auch ehrlich gesagt darauf bestehen, dass er in der KiTa bleibt und nicht auch noch seine dort verbleibenden, wenigen Freunde verliert. Die Vorschulklasse ist auch noch in der 30km entfernten Kreisstadt. :-/

Aber ich sehe, dass es auch nicht wirkliche Alternativen zu geben scheint. Habe gestern mal recherchiert und es gibt wohl noch andere Schulformen, aber dann auch nichts, was hier in der Nähe irgendwo wäre.

Ich danke euch und bin jetzt wieder etwas sicherer, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Vor allem auch - wie jemand schrieb - der Gedanke, dass er einfach so deutlich jünger ist als seine Mitschüler gefällt mir nicht. Da ich einige der Rückstellerkinder kenne, weiß ich, dass er bei einer Einschulung dieses Jahr jetzt bereits dann etwa 1,5 Jahre jünger wäre als das älteste Rückstellerkind hier aus dem Dorf, das im September in die Schule kommt.

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von Angelis am 29.01.2020, 14:59 Uhr

Hallo,

Mir würde eventuell dazu die flexible/ offene Eingangsklasse/ Stufe einfallen.

Aber ich würde dem Kind lieber noch ein Jahr den bekannten Kindergarten lassen und ihn normal einschulen.


Gruß

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von Johanna3 am 29.01.2020, 16:54 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass die Erzieherinnen dazu angehalten werden, möglichst viele Plätze zu "räumen", um wieder neue Plätze zu schaffen.

Ich würde mich davon nicht beeindrucken lassen, sondern es wie geplant durchziehen.

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Re: "Alternative Schulformen"

Antwort von Himbeere90 am 01.02.2020, 14:13 Uhr

Mich würde interessieren, warum er Montessori ablehnt.

Ich halte auch nicht viel von Waldorf, aber das ist ja nicht das Gleiche wie Montessori.

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