Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Warum verhält sich unser Baby plötzlich so anders

Hallo,

bisher waren wir immer sehr verwöhnt vom Verhalten unsrer Tochter. (grade 7 Monate alt geworden)

So anstrengend der Alltag mit Baby auch ist, sie hat uns seit ihrem 3. Lebensmonat immer nachts genug Zeit zum Schlafen gegeben.

Auch seit Einführung der Beikost läuft alles super und wir haben eine verlässliche Routine entwickelt.

- gg halb 8 Flasche mit Premilch (210 ml)
- gg halb 12 Mittagsbrei (ca. 200 ml)
- gg 15:30 Wieder eine Flasche
- gg 19 oder 19:30 Abrndbrei (210 ml)

So gg 20 oder 20:30 bringe ich sie immer ins Bett und dann schläft sie bis 7 oder halb 8 am Morgen. Das ist seit ihrer 12. Woche so.

Klar gab es auch Ausnahmen, aber in 90% der Tage ist es so. Es gibt auch Tage, wo sie sie erst nach 2 Stunden in den Schlaf findet oder nach einer Impfung Fieber hat und dann bei uns im Bett schläft, aber das war ja nie die Norm.

In den letzten 4 oder 5 Tagen ist es aber so, dass sie immer früher müde wird. Klar, verschieben wir denn alles etwas nach vorne so dass sie um halb 8 oder so ins Bettchen kommt. Sie schläft auch meist sehr schnell ein.

Allerdings ist es jetzt so, dass sie immer nach einer halben Stunde oder einer Stunde wach wird und nicht mehr von alleine in den Schlaf findet. Ich trage sie dann ein paar Minuten herum (sonst schläft sie im Liegen mit Händchen halte ein) und ich lege sie dann wieder ab, wenn sie eingeschlafen ist. Sie wird dann wieder und wieder wach. Wir legen sie jetzt jede Nacht zu uns ins Bett und dort kommt sie einigermaßen zur Ruhe. Allerdings wird sie jetzt gegen Mitternacht wach und weint. Wir haben ihr jetzt 2 Mal nachts noch eine Flasche gegeben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie wirklich Hunger hat. Sie bekommt ja nachts eigentlich nie etwas zu essen und das alles ist ein richtiger Rückschritt.

Trotz der Zusatzflasche, schläft sie nicht mal mehr bis halb 8 sondern zum Beispiel heute mir bis halb 7. Was ist nur mit ihr?

Tagsüber ist sie oft müde von den komischen Nächten. Sie ist das Durchschlafen ja auch gewöhnt. Tagsüber braucht sie viel mehr Zuwendung als sonst. Außerdem ist nun unsere Routine durcheinander, was sie auch verwirrt. Wenn sie um halb 7 aufwacht, kann ich ihr ja nach 4 Stunden noch keinen Mittagsbrei geben, oder.

Ich weiss nicht, was ich nun machen soll, damit wieder alles "normal bei uns ist.

Die Kinderärztin meinte heute, dass sie bloß nicht zu uns ins Bett soll, wenn sie das sonst in der Regel auch nicht macht. Ich soll sie auch bloß nicht zum Einschlafen auf den Arm nehmen, wenn sie das sonst auch nicht braucht. Und zu essen soll ich bloß auch nix geben. Das alles macht es nur attraktiv für die Kleine um nachts wach zu werden. Aber das macht sie doch nicht plötzlich aus Jux und Dollerei, oder?

Was sollen wir am besten machen?

von Iris_ am 10.01.2019, 14:44 Uhr

 

Antwort:

Warum verhält sich unser Baby plötzlich so anders

Liebe Iris,

fiel vielleicht das Wort verwöhnen?

Wenn Ihnen ab heute abend irgendetwas im Kopf rumgeht (der letzte Horrorfilm, der bevorstehende Umzug oder die Frage nach den nächsten Impfungen) und Sie sich an Ihren Mann kuscheln wollen und der sagt: hey, aber nur kurz, nicht dass du dich daran gewöhnst!
Ihr Gesicht möchte ich sehen!
Sie suchen Trost und der wird Ihnen verwehrt!

Schlafen ist abhängig von der Gehirnreife. Allerdings müssen dafür viele Rädchen ineinandergreifen, bis das funktioniert. Fachmännisch ausgedrückt: Der Tag-Nachtrhythmus oder der circadiane Rhythmus wird im Gehirn festgelegt und zwar nach der individuellen Uhr im Nucleus suprachiasmaticus. Der bedient die Zirbeldrüse und löst dort die Ausschüttung von Melatonin aus. Und dann kann man schlafen. Dieses Schlafverhalten ändert sich häufig!

In diesem Alter muss ein Kind noch nicht durchschlafen.

Kinder werden nachts wach - manchmal bis weit ins zweite Lebensjahr hinein! Ob Sie es jetzt Hunger (nach Nahrung oder Körperkontakt oder eben der Abendbrei zur falschen Zeit) oder Nähebedürfnis (Überprüfen, ob kind sich in Sicherheit wiegen kann) nennen, ist dabei belanglos. Wichtig ist, dass Mama – oder Papa (mit Nahrung, Geruch, Stimme) da ist und Sicherheit vermittelt.

Es gibt KEINEN festen Zeitpunkt ab dem ein Baby durchschläft - auch wenn es schon so war und andere Mütter oder Bücher es immer verkaufen wollen!

"Studien und die Erfahrung von unzähligen Eltern haben eindeutig gezeigt, dass das nächtliche Aufwachen, das ab etwa vier bis sechs Monaten nachts wieder vermehrt auftritt, entwicklungsbedingt ist.

Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben. Sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen (!), dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht.

Bleiben Sie gelassen, sorgen Sie für Nahrung und Nähe- umso schneller schlafen alle wieder.

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 12.01.2019

Antwort:

Warum verhält sich unser Baby plötzlich so anders

Dein Baby wird voll im Schub sein. Es muss soviel nachts verarbeiten was es tagsüber erlebt. Aber nicht dein Baby hat damit ein Problem weil du schreibst " es ist dadurch verwirrt" . Es kennt keine Uhr. Und ob es mal um 11 oder um 14 Uhr Brei bekommt ist deinem Baby völlig Wurscht. Da musst du etwas lockerer werden. Auch wenn es " schon um 7 wach wird". Da muss ich etwas schmunzeln, meine Kinder waren immer um 5 wach. Ich glaube ihr wart echt sehr verwöhnt bis jetzt.
Lass es in eurem Bett schlafen mit körperkontakt. Das brauchen sie im Schub. Das ist bald alles wieder vorbei. Hast du nachts mal probiert nur Wasser zu geben?

von Nadinchen81 am 10.01.2019

Antwort:

Warum verhält sich unser Baby plötzlich so anders

Lieben Dank für deine Antwort.

Wenn es wirklich ein Schub ist, dann ist es natürlich so. Ich möchte nur ausschließen, dass es etwas anderes ist, weil sie sich von heute auf morgen so geändert hat.

Ich habe gestern noch ein wenig recherchiert und dabei gelesen, dass es wohl viele Babies gibt, die den Abendbrei nicht gut vertragen. Vll wg der Kuhmilch. Vllt weil die Verdauung noch nicht so weit ist. Ich habe vor ca einer Woche angefangen direkt eine ganze Portion Abendbrei zu geben. Sie mag ihn zwar gerne, aber vllt ist das der Übeltäter. Ich möchte nur ausschließen, dass ich Schuld bin, wenn die Kleine sich unwohl fühlt.

Zum einen kann der Brei sehr schwer im Magen liegen, des Weiteren ist Kuhmilch für manche Babies schwer verdaulich und der Hunger in der Nacht kann dadurch kommen, dass der Brei teilweise unverwertet im Magen liegt.

Bei manchen ist es zufällig herausgekommen, als abends keine Zeit für den Brei war. Dann gab es die Flasche und die Nacht war angenehm für das Kind.

Es ist nur eine Theorie, aber es lässt sich ja leicht ausprobieren, ob es ohne Brei erst mal wieder besser läuft.

Meine Kleine hat auch einen recht festen und dicken Bauch uns verhält sich etwas träge. Dreht auch nicht so gerne auf den Bauch zum Beispiel.

Ich werde es probieren und sehe, ob es besser wird oder nicht.

Hoffe nur, dass sie Kleine sich nicht allzu sehr an das Herumtragen und quer in unserem Bett schlafen gewöhnt hat. :-)

von Iris_ am 11.01.2019

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