Stilltipps für Frühchen-Mütter

Baby trinkt an der linken Brust

© fotolia, Dron

Der schnelle Start ins Leben ist für Frühchen und Eltern eine Herausforderung. Besonders wenn es um das Stillen geht, haben es Mütter von Frühchen schwerer.

Mamas können das Stillen positiv beeinflussen und ihrem Baby ein Trinken an der Brust erleichtern, wenn sie ein paar Dinge beachten.

Stilltipps bei Frühchen

In den letzten Schwangerschaftswochen wachsen und reifen die Organe des Kindes im Mutterleib. Das Baby legt an Größe und Gewicht zu und speichert wichtige Nährstoffe. Frühchen fehlen diese Wochen. Sie haben kaum Reserven, wenn sie zur Welt kommen, weshalb sie nach der Geburt einen wesentlich höheren Bedarf an Energie, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen haben, als reif geborene Kinder.

Um diesen hohen Bedarf bestmöglich zu stillen, ohne das unreife Verdauungssystem zu belasten, ist Muttermilch das Beste. Sie enthält auch wichtige Abwehrstoffe, die das Immunsystem des Babys aufbauen und unterstützen. Doch bedingt durch die frühe Trennung zwischen Mutter und Kind und der Tatsache, dass manche Frühchen zum Trinken an der Brust noch nicht fähig sind, ergeben sich beim Stillen von Frühchen einige besondere Probleme.

  • Ein normales Anlegen ist besonders bei sehr kleinen Frühchen meistens nicht möglich. Streichen Sie deshalb die wertvolle Milch der ersten Tage - das Kolostrum - am besten mit der Hand aus. Sie enthält besonders viele Antikörper und stärkt das Immunsystem des Kindes. Sie können diese Erstmilch in einer sterilen Spritze auffangen, damit die Milch Ihrem Baby gefüttert werden kann.
  • Um den Milchfluss anzuregen, sollten Sie möglichst schnell anfangen abzupumpen - am besten innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt. Je häufiger Sie abpumpen, desto schneller steigt die Milchmenge.
    Mit einer elektrischen Kolbenpumpe mit Doppelpumpset können Sie an beiden Seiten gleichzeitig abpumpen. Fragen Sie danach in der Apotheke.
  • Versuchen Sie die Milchmenge innerhalb der ersten Tage durch häufiges Stillen oder Abpumpen soweit wie möglich zu steigern. Direkt nach der Geburt geht das leichter als nach ein paar Wochen. Die überschüssige Milch können Sie für später einfrieren.
  • Anfangs sollten Sie mindestens 8-mal täglich abpumpen, darunter auch mindestens 1-mal nachts. Später reicht es 6-mal abzupumpen.
  • Öfter kurz abpumpen regt die Milchbildung stärker an, als seltener und lang.
  • Das Abpumpen geht sehr viel leichter, wenn Sie dabei Ihr Baby sehen können. Aber auch ein Foto von Ihrem Baby kann helfen, den Milchfluss in Gang zu setzen.
    Auch "Känguruhen" und Kuscheln hilft, die Milchmenge zu steigern.
  • Hygiene beim Stillen ist sehr wichtig. Waschen Sie sich vor dem Stillen oder Abpumpen gründlich die Hände. Waschen Sie die Brust mit klarem Wasser und desinfizieren Sie Pumpe und Flaschen gründlich.
  • Nach dem Abpumpen muss das Gefäß sofort verschlossen, beschriftet (Name, Datum, Uhrzeit) und gekühlt werden.
  • Babys, die jünger als 32 Wochen sind, werden meistens mit einer Magensonde mit der abgepumpten Muttermilch versorgt, weil sie noch zu schwach zum anhaltenden Saugen an der Brust sind.
  • Frühestens ab der 32. Woche sind Frühchen kräftig genug, um selbst an der Brust zu trinken. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn das Stillen nicht sofort funktioniert. Helfen Sie Ihrem Baby, indem Sie vorher den Milchfluss anregen, dann muss es sich nicht so sehr anstrengen. Pumpen Sie nach dem Stillen zusätzlich ab, um die Milchmenge weiter zu steigern.

Haltbarkeit von Muttermilch

Die abgepumpte Muttermilch ist nur kurze Zeit haltbar und muss sofort gekühlt werden. Muttermilch, die nicht sofort gefüttert wird, sollte möglichst schnell eingefroren werden. Bei Raumtemperatur ist Muttermilch vier Stunden haltbar. Im hinteren, kühleren Teil des Kühlschranks sogar 72 Stunden. In der Kühlschranktür sollte man Muttermilch nicht lagern, da die Temperaturen nicht ausreichend tief sind. Damit die Milch auf dem Weg in die Klinik kalt bleibt, sollte sie in einer Kühltasche mit Kühlakku transportiert werden.

Auch wenn das Abpumpen der Muttermilch mühsam und aufwendig ist - es gibt keine bessere Nahrung für Ihr Baby. Diese Mühe auf sich zu nehmen ist ein sehr wichtiger Beitrag, den Sie zum optimalen Gedeihen Ihres Babys leisten. Deshalb lohnt es sich durchzuhalten. Im Interesse Ihres Babys und auch in Ihrem eigenen. Denn oft entsteht nach den ersten holprigen Anfängen eine glückliche und erfüllte Stillbeziehung.

Viele wichtige Infos zum Stillstart und allgemein zum Thema Stillen finden Sie in unserem ausführlichen Stillbereich.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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