Frage: Fremdbetreuung

sehr geehrter Hr. Dr. Posth, leider muß ich mich nochmal (zuletzt am 17.04)an sie wenden, da ich sehr verzweifelt und verunsichert bin. Mein Sohn weint nun manchmal nicht beim abgeben an die Tagesmutter, manchmal klammert er sich aber weinend an mich. Er beruhigt sich dann in 20- 30 sek. bei der Tamu.Dennoch habe ich große Änste, daß mein Sohn Schaden nehmen könnte und weiß nicht was ich nun machen sollte um dies zu verhindern. Ist dies nun als Zeichen für eine doch nicht gelungene sanfte Ablösung zu deuten (5 Wochen mit mir , keine Trennung unter Tränen, danach 5 Wochen ohne mich auch ohne Tränen bereits bei der Tagesmutter). Er weint im Moment auch,wenn der Papa oder ich das Haus verlassen ganz kurz und er jeweils beim anderen bleiben soll. Er hatte von Anfang an eine gute Beziehung zu uns beiden und war bis auf die neue Situation mit der Tagesmutter überwiegend von mir betreut, blieb aber auch problemlos für mehrere Stunden beim Papa alleine. Vielen Dank nochmal Jucky

Mitglied inaktiv - 23.04.2007, 10:43



Antwort auf: Fremdbetreuung

Hallo, es gibt doch noch eine ganz natürliche Erklärung für das Phänomen, das Sie von Ihrem Sohn beschreiben. Mit etwa 1 1/2 Jahren, ich hatte bei der letzten Antwort nicht so genau auf das Alter geachtet, durchlaufen die Kinder noch einmal ein kurze Phase verstärkter Anhänglichkeit. Der Grund ist das bei ihnen jetzt endgültig aufkommende Bewußtsein für das selbständig werdende Selbst. Die berühmte Kinderpsychologin Margaret Mahler hat diese Phase schon vor 30 Jahren als Wiederannäherungskrise beschrieben. Leider sind diese wichtigen Erkenntnisse bis heute z.T. wieder in Vergessenheit geraten. In meinem Buch nehme ich aber Bezug darauf. Es erscheint in Kürze. Wenn Sie es also ganz richtig machen wollen, dann müßten Sie jetzt noch einmal vorübergehend die Methode der sanften Ablösung durchziehen, um dann die Trennung wieder wie zuvor ablaufen zu lassen. Viele Grüße

von Dr. med. Rüdiger Posth am 25.04.2007



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