Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Essensplan/ideen 1jähriger

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Frau Neumann,
mein Sohn wird nächsten Monat ein Jahr und was das Essen angeht, bin ich ein wenig ratlos.
Zum Frühstück isst er manchmal ein paar Löffel Obst-Getreide-Brei, manchmal möchte er gar nichts.
Zum Mittagessen isst er entweder Kartoffeln oder Knäckebrot mit Frischkäse und das gleiche zum Abendessen.
Manchmal isst er zwischendurch etwas Apfel oder Birne.
Insgesamt isst er recht wenig und kein/kaum Gemüse, egal wie ich es anreiche. Manchmal wenn ich Glück habe, isst er 2-3 Löffel Gemüsebrei neben Kartoffeln oder Brot zum Mittag- oder Abendessen. Fast immer muss ich meinen selbstgekochten Brei aber komplett wegschmeißen. Gemüse in Stücken, auch mit Frischkäse, spuckt er wieder aus.
Seine Hauptnahrungsquelle ist nach wie vor Muttermilch. Ich stille ihn noch ca. 4-5 Mal tagsüber und abends/nachts. Essen anzubieten versuche ich immer zuerst, aber er möchte meist nichts oder nur ganz wenig.
Ich frage mich, wie ich es schaffen kann, dass er sich von normaler Kost gesund ernährt. Ich möchte nicht abstillen, aber ich denke, er sollte mehr essen als Milch trinken wegen der Nährstoffe.
Er ist recht groß, 76cm und wiegt 12kg.
Haben Sie einen Tipp?

von melonenkunst am 17.04.2021, 07:58 Uhr

 

Antwort auf:

Essensplan/ideen 1jähriger

Hallo melonenkunst
du bist irritiert, weil dein fast 1 Jahre altes Kind noch viel gestillt werden möchte und
die Beikost und Familienkost nicht in der Menge und Art annimmt, wie es allgemein geraten und empfohlen wird. Dein Kind wächst und gedeiht trotzdem prächtig. Stimmt das so weit?
Dein gesundes Kind wächst und gedeiht und entwickelt sich soweit gut, wie du schreibst. Euer Kinderarzt sieht das bestimmt genauso, oder? Wenn ja, wenn demnach kein Anlaß zu Sorge besteht, dann kannst du so weiter machen wie bisher. Stille dein Kind nach Bedarf und zelebriert eure Familienkost.
Für die aktuelle Übergangsphase von Milch über Brei/breifreie Babykost über Familienkost zu Alltagskost ist es jetzt einfach nur wichtig, dass du deinem Kind die regelmäßige Möglichkeit gibst, um zwangfrei und mit viel Spaß und Begeisterung, mit Freuden neue Speisenangebote selbständig zu entdecken und kennenzulernen.
Aktuell mag dein Kind noch am liebsten gestillt werden anstatt Familienkost oder gar Brei zu essen. Er sättigt sich fast ausschließlich mit Muttermilch. Diese gibt ihm Kraft und Energie und Nährstoffe, was du an seinem Wachstum und Entwicklung erkennst.
Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo, das darfst und solltest du respektieren.
Manche Babys brauchen etwas länger (individuelle Entwicklung und Reife) bis sie die Beikost/Famliienkost so gut akzeptieren, dass sie davon richtig satt werden und sich die Milchzufuhr dadurch reduziert.
Damit dein Kind auch andere Speisen außer Muttermilch mitessen kann, damit er diese ausgiebig kennenlernen und mögenlernen kann, bräuchte er jetzt viele Gelegenheiten um einfach zu essen.
Beobachte dein Baby und reagiere angemessen auf seine Bedürfnisse.
Zeigt er Interesse an Familienkost? Schaut dein Kind euch Eltern interessiert beim Essen zu und möchte mitessen?
Damit dein Kind mitessen kann, damit er probieren kann, muss er zunächst überhaupt hungrig sein.
Habt ihr denn feste Rhythmen, wann es gemeinsame Mahlzeiten gibt?
Dein Kind bräuchte auch einen festen und sicheren Platz am Tisch, von dem aus er euch Eltern gut beobachten kann, um euch zu imitieren.
Er sollte sicher sitzen, denn nur mit einem sicheren Sitz kann er seine Hände und Arme frei bewegen, was ihm das Zugreifen und Essen erst gut ermöglicht, ohne dass er dabei vorschnell ermüdet.
Lass ihn geeignete Speisen selbständig erkunden.

Was frühstückst du bspw morgens? Müsli oder Brot? Was kannst du tun, dass dein Kind hier einfach mit essen könnte? Und wie ist es bei den übrigen Mahlzeiten?
Selbst gekochten Brei kannst du selbst aufessen, brauchst ihn nicht zu entsorgen. Du kannst dir daraus bspw eine leckere Gemüsecremesuppe kochen und diese gemeinsam mit deinem Kind essen. Denn deinem Kind schmeckt alles umso besser, je mehr er sieht was und wie ihr Eltern esst.
In diesem Alter bräuchtest du keinen Brei mehr zu geben, stattdessen is es viel sinnvoller jetzt leckere, geeignete Familienkost anzubieten
Schau einmal, wo du vielleicht etwas verändern oder verbessern könntest.

Stillen bietet mehr als nur Energiezufuhr. Stillen spendet Momente der Ruhe, gibt Geborgenheit, Sicherheit, u.v.m.
Am besten wendest du dich noch an Biggi Welter und lässt dich von ihr noch einmal für eure konkrete Situation beraten, wenn du magst.
Normalerweise gilt:
Sofern du deinem Sohn Erfahrungen mit Beikost und/oder Famlienkost nicht absichtlich und willentlich vorenthältst um deinen Sohn stattdessen absichtlich und willentlich zum Sttillen zu zwingen, steht dem vielen Stillen nach Bedarf bei deinem gesunden und normal entwickelten Baby an sich nichts im Wege.
Das bedeutet:
Vermehrtes Stillen sollte die normale Entwicklung eben nicht beeinträchtigen - wohl aber ergänzen.
Hilft dir das ein bisschen weiter?
Schau auch einmal hier:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Beikost_48392.htm
Hier findest du noch eine Menge Rezepte und Inspirationen, welche ihr gemeinsam entdecken könnt.
Grüße
Birgit Neumann


P.S.
Vermehrtes Gestilltwerden wollen in Verbindung mit Verweigerung von Beikost oder einem starken Desinteresse an Beikost im Zusammenhang mit Entwicklungsdefiziten, häufigem Unwohlsein, Müdigkeit, Lustlosigkeit, allgemeiner Appetitlosigkeit und andere Auffälligkeiten im motorischen Bereich, Größe/Gewicht etc, das könnte allerdings Hinweise geben, dass die Entwicklung evtl nicht ganz optimal verläuft.
Wenn dein (durchaus kleine Mengen essendes) Baby ansonsten aber gut entwickelt ist und an sich kein Anlass zu Besorgnis besteht, dann ist alles im Lot.

von Birgit Neumann am 19.04.2021

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