Dr. med. Ludger Nohr

Ist mein Sohn verhaltensauffällig?

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Ist mein Sohn verhaltensauffällig?

Täglich werde ich von der Erzieherin meines Sohnes (4,5Jahre) angesprochen, wie anstrengend der Tag mit ihm wieder war.
Mein Sohn ist sehr willensstark und interessiert sich fast ausschließlich für Feuerwehr und technische Geräte.
Im Kiga lehnt er alle Angebote ab. Morgenkreis, Basteln und Malen findet er langweilig. Man sieht es ihm dabei auch an. Er stört dann die anderen Kindern und muss dann zur Strafe am Tisch sitzen.
Zu Hause und unterwegs muss ich ihn immer im Auge behalten . Er macht sonst Blödsinn, wie Tuben ausdrücken, Zimmer unter Wasser setzen (löschen), Toilette verstopfen... Alles womit ich meine anderen Kinder beschäftigt habe macht ihm keinen Spaß.
Unterwegs verschwindet er immer. Ständig bin ich ihn am Suchen. An der Hand halten akzeptiert er nicht. Er findet auch immer den richtigen unbeobachteten Moment. So auch im Kiga. Wenn er gerufen wird versteckt er sich. Wenn er etwas interessantes gesehen hat ist er nicht aufzuhalten.
Nach drei introvertierten Kindern bin ich eigentlich glücklich, daß er so extrovertiert, neugierig und selbstbewusst ist. Er weiß genau, was er will.
Wenn er Mal ins Spiel gefunden hat (Feuerwehrauto) dann kann er ausdauernd spielen.
Die Erzieherin hat mir jetzt gesagt, daß sie am Ende ihrer Kräfte ist.
Was kann ich tun? Wie kann ich ihn unterstützen, damit er besser kooperieren kann? Ist es wirklich schon auffällig?
Vielen Dank

von Mamuna am 23.05.2019, 20:12 Uhr

 

Antwort:

Ist mein Sohn verhaltensauffällig?

Hallo,
was schon auffällt bei der Beschreibung Ihres lebhaften Kindes ist, dass er scheinbar Regeln und Begrenzungen nicht ernst nimmt. Zumindest scheint es schwer zu unterscheiden, wann eine Vorgabe/Regel/ Anordnung ernst gemeint ist und wann man sie ruhig übergehen kann.
Wie Sie beschreiben, waren Sie nach drei eher introvertierten Kindern ganz froh über einen, der sich durchsetzt, willensstark ist, sich nicht viel sagen lässt. Das kann bedeuten, dass Sie wenig begrenzt haben, "klammheimlich" über seine Grenzüberschreitungen erfreut waren. Er ist jetzt in einem Alter, in dem er schon Zusammenhänge verstehen lernt, Kausalitäten sehen kann. Das bedeutet bei diesen lebhaften Kindern noch lange nicht, dass sie das akzeptieren, aber man muß sie heranführen an diese Zusammenhänge (wenn .... dann). Sonst wird es in sozialen Kontakten nicht leicht für ihn, integriert und verbunden zu sein, besonders in Gruppensituationen. Das heißt, dieses lernen mag für ihn manchmal ärgerlich oder lästig sein, längerfristig hilft es ihm zu größerer sozialer Kompetenz und Kontaktfähigkeit. Das muß jetzt nicht schnell aufgeholt werden, aber es ist die richtige Zeit, damit anzufangen.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 23.05.2019

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