Sarah3012
Hallo liebe Stillbeater/innen, (Vorab: Entschuldigung fürs weite ausholen!) meine kleine Maus ist heute genau 4 Wochen alt. Sie kam per Sectio zur Welt. Die ersten Tage im Krankenhaus musste ich zufüttern, da die kleine unterzuckert war. Zuhause, habe ich die Flasche dann wieder weg gelassen und angefangen nach Bedarf zu stillen (im Krankenhaus erhielt ich quasi einen Zeitplan). Das hat super funktioniert, die kleine wurde super entspannt und ich auch und auch die Schmerzen ließen nach 2 Wochen schon nach. Kurz darauf fing es an, dass die kleine alle 30 Minuten gekommen ist wirklich den ganzen Tag über und dann auch 30-40 Minuten pro Brust getrunken hat und meine Brustwarzen bereits blutig waren. Meine Hebamme hat sich das ganze angeguckt und gesagt sie trinkt nach 15 Minuten nicht mehr sondern nuckelt nur und empfahl mir mit einem Schnuller zu überbrücken und sagte, die kleine braucht einfach nur Nähe und will saugen. Das tat ich mit einem stillfreundlichen Nucki und das funktionierte auch super. So und jetzt zu meiner aktuellen Lage: Zoe ist tagsüber super entspannt, kommt alle 2 Stunden und trinkt sich vernünftig satt und ist danach auch super zufrieden. Abends (19-20 Uhr) geht es dann los, sie trinkt ca. 30 Minuten jede Brust „leer“, ist dann aber nicht satt. Ich lege sie dann hin und her, von Brust zu brust, aber sie ist damit nicht zu Frieden (es scheint ja auch nicht mehr viel zu kommen die Brüste sind dann auch schlaff). Einmal habe ich ihr danach die Flasche gegeben, die hat sie komplett leer gezogen. Das mache ich aktuell nicht mehr, ich will ja schließlich voll stillen.. Bis 0/1 Uhr geht es dann so, dass sie beim trinken weint und schreit, dann laufe ich mit ihr zum beruhigen, nach ein paar Minuten sucht sie dann und weint, ich lege sie an, sie trinkt 2 Minuten und schreit wieder - und alles beginnt wieder von vorne. Ich dachte an clusterfeeding - aber wieso dann das ganze weinen und schreien? Dann dachte ich an Saugverwirrung durch den Schnuller - aber nur abends? Woran kann es liegen und was kann ich tun? Vielen Dank im Voraus!
Liebe Sarah3012, Babys in diesem Alter haben oft eine geradezu „klassische“ Unruhephase am Abend. Nicht immer ist Stillen dann die Lösung. Diese unruhige Zeit ist so verbreitet, dass es im englischen Sprachraum sogar einen Ausdruck dafür gibt: Omastunde , d.h. dass jetzt eine liebevolle Großmutter gebraucht wird, die nichts Dringenderes vorhat, als das Baby zu wiegen und im Arm zu halten, bis seine Unruhe vorbei ist. Leider ist so eine Großmutter nicht immer verfügbar und der Vater des Babys ist auch nicht unbedingt zu diesen Zeiten zuhause. Doch es kann für Sie und das Baby eine große Erleichterung bedeuten, wenn jemand anderes dann einspringt. Der Wechsel in andere liebevolle Arme und eine andere liebevolle Stimme bewirken oft, dass sich ein aufgebrachtes Baby beruhigt. Vielleicht können Sie dann in Ruhe unter die Dusche gehen, einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen oder sonst etwas für sich tun. Bei den meisten Babys legt sich dieses Verhalten Gott sei Dank, wenn sie etwa drei Monate alt sind. So schwer es auch fällt, es ist wichtig, in dieser Situation nicht in Hektik und Aufregung zu verfallen. Je mehr Sie versuchen um das Kind zu beruhigen und je hektischer Sie werden, um so aufgedrehter kann auch das Baby werden und dann ist man schnell in einem Kreislauf, der nur mehr schwer zu durchbrechen ist. Weniger ist hier oft mehr. Der Punkt ist, dass der Fokus vom Kind genommen wird, dass sich nicht mehr alle Anspannung auf das Kind konzentriert und es so die Gelegenheit bekommt, sich wieder zu entspannen und zu beruhigen. Der Teufelskreis der Anspannung, die sich auch bei den Eltern aufbaut und so das Kind immer unruhiger werden lässt, muss durchbrochen werden. Das kann manchmal auch dadurch erfolgen, dass das Baby auf eine Decke gelegt wird und die Mutter oder der Vater es durch unaufgeregtes, leises Sprechen und sanftes Streicheln beruhigt. Manche Eltern setzen sich in dieser Situation sogar mit ihrem Kind ins Auto und fahren ein paar Kilometer :-). Wenn sich die Situation nicht bessert, sollten Sie erst einmal auf den Schnuller verzichten, denn jeder Schnuller kann eine Saugverwirrung auslösen und oft zeigt sich diese gerade dann, wenn das Baby sehr müde ist. Ich glaube auch nicht, dass die Milch am Abend nicht reicht, eine weiche Brust bedeutet nicht, dass zu wenig Milch vorhanden ist. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Sollten Sie Zeit zum Lesen haben, so möchte ich Ihnen das Buch „Das 24-Stunden-Baby“ von Dr. William Sears empfehlen. Dr. Sears gibt viele Anregungen wie Eltern mit ihrem besonders anstrengenden Baby (er nennt sie Babys mit erhöhten Bedürfnissen ) umgehen können. Herzliche Grüße Biggi
LilleBln
Hi Sarah, Wie ist denn das Ganze bei euch weiter gegangen? Ich bin nämlich gerade in einer ähnlichen Situation. Liebe Grüße, Linda
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