mb18
Hallo Frau Welter und Frau Wrede, meine Tochter ist jetzt 13 Monate alt. Seit dem 7 Monat haben wir versucht, Brei einzuführen. Leider hat es nicht so geklappt wie es im Lehrbuch steht. Wir haben ewig versucht, die Breimenge zu steigern. Das Maximum, das sie je gegessen hat, waren 120 g. Zuletzt hat sie so gut wie gar keinen Brei gegessen. Daher habe ich sehr lange so gut wie voll gestillt. Seit geraumer Zeit geben wir ihr Fingerfood. Banane, Birne, Karotten etc. lässt sie sich nun schmecken. Allerdings ist ihr Speiseplan noch stark vom Stillen geprägt: erste Mahlzeit Stillen. Als gemeinsames Frühstück bekommt sie Banane und ggf. Brot mit Frischkäse oder Reiswaffel. Seit über einem Monat sind wir nun bei der Eingewöhnung in der Kita. Bevor wir um 9 Uhr losgehen stille ich sie noch kurz. Um 11 Uhr bekommt sie in der Kita Mittagessen. Dort mussten die Erzieherinnen feststellen, dass sie in den Löffel greift. Ich bat darum, ihr auch Fingerfood anzubieten. Dies ist je nach den Gerichten jedoch nicht immer möglich, freitags gibt es z. B. häufig Suppe. Im Hinblick darauf, dass sie ja wegen des angestrebten Mittagsschlafs satt werden soll, bat man mich, täglich eine Flasche vorzubereiten. Bis kurz vor dem Kita Start hat sie diese meistens verweigert. Aktuell trinkt sie 120 der angebotenen 200 ml Premilch. Zusätzlich isst sie ein paar Löffel Brei oder Fingerfood. Nachmittags stille ich nochmal, ggf. gibt es Reiswaffel. Abends bekommt sie Brot mit Frischkäse, Putenbrust, Gouda, Gurke, Birne und Wasser aus einem Strohhalmbecher. Zum Einschlafen stille ich und nachts auch. Da ich ab Januar wieder arbeiten muss, kann das jedoch nicht mehr lange so weitergehen. Wir sind jedoch froh, dass sie überhaupt etwas isst. Vom Stillen kommen wir jedoch nicht so recht los, da sie im Schnitt einmal im Monat krank ist und dann ja auch immer viel trinken muss und die Nähe braucht. Zum Einen ist das Einschlafen (in der Kita) ein Problem. Sie braucht entweder meine Brust oder meine Haare. In der Kita ist beides nicht vorhanden. Abgesehen davon würde ich mich freuen, wenn auch mein Mann unsere Tochter mal ins Bett bringen könnte. Zum anderen zehrt das Stillen an meiner Substanz. Ich liege vom Gewicht unter Vorschwangerschaftsgewicht und hatte/habe immer wieder Probleme mit Beckenboden, Füße, Rücken, weil das Stillen ja alles weich macht/hält. Eigentlich hätte ich schon seit Anfang November wieder arbeiten müssen, habe meine Elternzeit aber verlängert, weil es mit dem Essen nicht so geklappt hat (und ich mich nicht von ihr trennen konnte). Im Januar muss ich nun aber wieder arbeiten. Daher mache ich mir Sorgen, wie das alles klappen soll. Ich habe meine Arbeitszeit zwar auf 30 Stunden reduziert, aber es wird trotzdem eine Herausforderung. Ich muss nicht unbedingt komplett abgestillt haben bis dahin, aber ich würde mich freuen, wenn meine Tochter mehr essen würde. Aktuell ist sie gerade wieder krank, isst schlechter und trinkt wieder mehr. Dies will ich ihr ja auch nicht verwehren, weil sich Schnupfnase, Husten und Fieber schließlich verflüchtigen sollen. Haben Sie einen Rat für mich? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. Viele Grüße Miriam
Liebe Miriam, was Dich schon einmal beruhigen wird - Dein Kind wird nicht besser essen und erstrecht nicht besser schlafen, wenn Du jetzt abstillst. Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, könntest Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Dein Kind wird lernen, dass es in der Krippe andere Regeln gibt und es wird auch lernen, dort einzuschlafen! Auch Dir wird es nicht besser gehen, wenn Du dein Kind jetzt abstillst, denn es wird trotzdem aufwachen und Du musst aufstehen und es beruhigen oder eine Flasche zubereiten. Auch kommen die Schmerzen nicht vom Stillen, denn nach so langer Stillzeit ist der Hormonstatus ich mehr groß verändert. Ich würde einfach abwarten, dein Kind SPÜRT, wenn es nicht anders geht und wird die Flasche oder den Becher akzeptieren, wenn Du arbeiten musst! Vertrau deinem Baby, es wird jeden Tag reifer! Dein Kind weiß ganz genau, dass es nur bei DIR stillen kann und es wird die neue Situation akzeptieren. Gerade jetzt ist es wichtig, dass zu Hause nicht auch noch Veränderungen kommen, dein Kind braucht Sicherheit! Es ist immer gut, sich auch seine eigenen Gedanken zu machen und aufs Mutterherz zu hören... tatsächlich macht es keinen Sinn, dein Baby abzustillen, denn es tut ihm wirklich gut, in der Zeit, die ihr zusammen seid, "Normalität" tanken zu können. Leider lässt uns unser Alltag wirklich wenig Alternativen, und für viele kleine Kinder ist die intensive Fremdbetreuung und das Leben in der Gruppe einfach eine riesige Herausforderung. Wie soll dein Kind es verstehen, wenn es nicht nur von den Betreuerinnen, sondern auch noch von dir abgelehnt wird? Es ist ja nicht so, dass dein Kind auf einmal keine Nähe mehr braucht, wenn es abgestillt ist, im Gegenteil, es wird das Kuscheln noch viel mehr einfordern. Dein Kind muss sich jetzt daran gewöhnen, dass es nur bei dir an die Brust darf und das WIRD es auch lernen, wenn die Betreuerinnen liebevoll und konsequent sind, aber das erreichen sie nicht damit, dass Du abstillst. Wichtig ist, dass Du klar bist und auch den Erzieherinnen zuhörst, dass ihr gemeinsam einen Weg findet, der für alle passt! Ich wünsche dir von Herzen, dass es ein gutes Gespräch wird und würde mich wirklich sehr über eine Rückmeldung von dir freuen. Ganz liebe Grüße Biggi
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