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Hallo Frau Welter, mein Marc ist jetzt 7 Monate alt und hat die letzte Zeit gut durchgeschlafen, letzte Mahlzeit war der Milchbrei und zum Schlafen noch etwas Brust. Dann schlief er problemlos durch. Seit ca 1 Woche kommt er jede Nacht zwischen 24.00 uhr und 1.oo Uhr. Ich habe versucht mit Schnulli, zureden, oder auch ungesüssten Tee ( den er mir zwar etwas abgenommen hat, der aber wohl nicht reichte ) denn er meckerte solange bis er die _Brust bekam, dann trinkt er und schläft seelenruhig wieder ein. Braucht er denn jetzt nachts wieder eine Stillmahlzeit wirklich. Er ist auch am Zahnen, allerdings hat er schon 2 Zähne und kam bei diesen Zähnchen nicht nachts. Eigentlich dachte ich solangsam ans abstillen. Er bekommt morgens 1 Stillmahlzeit vormittags 1 Stillmahlzeit(wann ersetzt man diese )Mittags 1 Gemüse-Fleischbrei nachmittags seit kurzem den Obst Getreide Brei , abends Milchbrei. Zum schlafen verlangt er nochmal die Brust, kann ich ihm die trotz Milchbrei noch geben??? Also braucht er die Stillmahlzeit in der Nacht erneut? Wiviele Milchmahlzeiten sollten für ein 7 Monate altes Baby sein? Vielen Dank im voraus für die Beantwortung der doch etwas vielen Fragen
? Liebe Marc’s’mam, wie so viele Menschen, sind auch Sie der Vorstellung aufgesessen, dass ein Kind am Abend nur genug Nahrung braucht und dann schläft es durch. Doch das stimmt schlicht nicht. Es ist vollkommen normal, dass ein Kind ab etwa vier bis sechs Monaten nachts wieder vermehrt aufwacht und daran lässt sich weder mit einem Schnuller, noch mit Tee oder mit einer besonders reichhaltigen Abendmahlzeit etwas verändern, da es sich hier um etwas Entwicklungsbedingtes handelt. Prinzipiell braucht ein sieben Monate altes Kind für seine körperliche Entwicklung noch mindestens drei Milchmahlzeiten. Es geht aber nicht alleine darum den körperlichen Hunger zu stillen, sondern eben auch, um sein Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit an Mamas Brust zu stillen. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Selbst wenn Sie jetzt abstillen, wird das nichts an den Bedürfnissen Ihres Kindes ändern. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für KindernächteA von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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