Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ungewolltes Abstillen?

Frage: Ungewolltes Abstillen?

devil-dinchen

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Hallo Frau Welter. Mein Sohn ist bereits 17 Monate und ich stille noch...und eigentlich habe ich das auch noch  eine ganze Zeit lang vor. Nun hat sich aufgrund schlechtem Bindegewebes eine Thrombose entwickelt (nicht die erste). Ich soll aber jetzt laut Arzt Blutverdünner in Tablettenform nehmen, welche sich wohl nicht mit dem Stillen vereinbaren lassen. Aussage des Arztes..."ihr Kind ist alt genug und es besteht kein medizinischer Grund weiter zu stillen" Thrombosespritzen in form von heparinen (habe ich nach meiner ersten entbindung aufgrund thromboseentwicklung spritzen müssen...und die zwei weiteren Schwangerschaften zur Vorsorge) kämen nicht infrage da die dauer zu lang sei (ich soll 3 monate die tabletten nehmen...habe aber ja bspw. nach der ersten entbindung auch 3 monate gespritzt) Der gefäßchirurg hat mich gehen lassen ohne auch nur den Ansatz nach einer anderen möglichkeit zu suchen... Da muss es doch was geben oder nicht? Mir ist klar dass mein kind mit fast eineinhalb jahren nicht mehr auf das stillen angewiesen ist im sinne um überleben zu können aber sollte es nicht meinem kind und meine entscheidung bleiben wann wir aufhören zu stillen? Ist es nicht dem arzt seine aufgabe dann eine andere lösung zu finden? Andere Tabletten die sich mit dem stillen vereinbaren lassen? Beste Grüße Carina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Carina, leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Nicht jedem Arzt ist bewusst, dass im Beipackzettel oder in der "Roten Liste" in der Regel steht, dass ein Medikament in der Stillzeit nicht gegeben werden darf, obwohl es doch möglich ist. Darum kann und sollte sich dein behandelnder Arzt bei der Embryotox in Berlin gezielt beraten lassen!! Es ist dein gutes Recht, das auch von ihm abzufordern! Das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") berät Ärzte und andere Fachleute bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft). Es ist unter der Telefonnr. 030 450-525700 erreichbar, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Vielleicht kann Dir auch Dr. Paulus aus dem Nebenforum schnell helfen oder auch Dr. Karle. Alles Gute und einen lieben Gruß Biggi


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