Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Umgewöhnung vom Stillen ans Fläschchen

Biggi Welter

 Biggi Welter
Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Umgewöhnung vom Stillen ans Fläschchen

Nutzerin-2022

Guten Tag Frau Welter! Da meine gestrige Frage untergegangen zu sein scheint, stelle ich sie hier erneut:  Mein Sohn ist etwas über 6 Monate alt, was bedeutet, dass er heute zum achten Mal mittags Beikost (Gemüsebrei) und zum ersten Mal Abendbrei (Haferflockenbrei) bekommt. Die Breifütterung funktioniert soweit gut. Nun zu unserem Problem: Ich habe ihn davor die 6 Monate voll und ausschließlich gestillt, wobei von vornherein in ärztlicher Absprache klar war, dass ich nach den 6 Monaten so schnell wie möglich abstillen werde. Darum versuche ich seit Einführung der Beikost parallel dazu, ihn an das Fläschchen mit Milchpulvernahrung zu gewöhnen. Ich habe dies während der letzten Woche tagsüber bei fast jeder Stillmahlzeit versucht, aber kein einziges Mal Erfolg gehabt. In den 6 Monaten zuvor war ich etwa dreimal ein paar Stunden weg, während er fremdbetreut wurde. Dabei sollte er mit abgepumpter Milch aus Lansinoh-Flaschen gefüttert werden, hat diese bis auf ein paar Schlucke aber verweigert. Nur einmal hat er die Flasche mit der abgepumpten Milch angenommen und ausgetrunken als ich zurück war und sie ihm selbst reichte, wogegen er sie bei allen anderen Personen abgelehnt hat. Für den Fall, dass es an der Flasche liegt, habe ich es nun auch mit MAM-Fläschchen versucht. Im besten Fall kaut er auf dem Sauger herum, meist windet er sich jedoch, verschränkt die Arme vor seinem Gesicht, drückt die Flasche weg oder fängt an zu weinen. Ebenso bei den Lansinoh-Flaschen, auch darauf kaut er derzeit im besten Fall herum und lässt die Flüssigkeit aus seinem Mund herauslaufen. Interessanterweise ist er gegenüber der MAM-Trinklernflasche, die den Sauger in der gleichen Form wie die Flasche hat, aufgeschlossener, vlt. weil er sie selbst halten und an den Mund führen kann (mit meiner Hilfe). Zuletzt hatte ich darin Wasser vermischt mit ein paar Löffel Karottenbrei eingefüllt, da hat er auf dem Sauger herumgekauft und ihn immer wieder in den Mund gesteckt, aber ebenfalls fast die gesamt Flüssigkeit aus seinem Mund herauslaufen lassen, ohne zu schlucken, sodass sein Oberteil klatschnass war. Richtig gesaugt hat er daran nicht. Auch mit dem NUK Mini Magic Cup habe ich es (mit Kamillentee) versucht, dessen Funktionsweise scheint er aber noch nicht zu verstehen. Für den Fall, dass ihm die Pulvermilch nicht schmeckt (weil er bei den ersten beiden extrem sein Gesicht verzogen hat), habe ich schon vier verschiedene Sorten ausprobiert und sechs weitere bestellt. Bei den beiden letzten verzieht er das Gesicht nur leicht und wenn ich ihm die Milch mit dem Löffel anbiete, nimmt und schluckt er sie ohne großen Protest. (EDIT: das fünfte Produkt scheint ihm nun zu schmecken, er lässt sich damit mit dem Löffel füttern) Auch andere Personen (Papa, Oma, Opa, Befreundete) haben schon versucht, ihm das Fläschchen zu geben, aber waren ebenso erfolglos, er hat stets zu weinen begonnen und ich habe ihn letztlich immer wieder gestillt. Die Kinderärztin wusste leider auch keinen Rat außer andere Personen füttern zu lassen und verschieden Milchpulver auszuprobieren. Ich bin aktuell ratlos, was nun noch zum Erfolg führen könnte. (Stillhütchen habe ich bestellt, um ihn an das Material zu gewöhnen, aber noch nicht verwendet, wer weiß, ob er die überhaupt akzeptiert...) Ich muss dringend abstillen und er lehnt das Fläschchen komplett ab. Vom nächtlichen Stillen noch gar nicht angefangen, dessen Umgewöhnung stelle ich mir noch schwieriger vor, weil er jede Nacht vier- bis siebenmal trinken möchte und auch zum Einschlafen die Brust braucht. (Haben Sie speziell zur nächtlichen Umgewöhnung vlt. auch einen Tipp?) Haben Sie Rat? Und was wäre die Variante, wenn wir es nicht schaffen, ihn sanft vom Stillen ans Fläschchen zu gewöhnen? Ihm komplett das Stillen zu verweigern, auch wenn er weint? Würde er dann überhaupt irgendwann das Fläschchen nehmen oder eher längerfristig hungern? Falls es irgendwie relevant sein sollte: Schnuller kennt er nicht und seinen Beißring liebt er, er hat schon drei Zähne. Ich habe in anderem Zusammenhang auch schon gelesen, dass es Nahrungsmittel gibt, die den Geschmack der Muttermilch verändern (und die man aus diesem Grund in der Stillzeit eher meiden sollte). Könnte ich davon ein bestimmtes gezielt einsetzen, damit ihm meine Milch nicht mehr schmeckt?  Danke Ihnen im Voraus!


Biggi Welter

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Liebe Nutzerin-2022, ich glaube, dass es für dein Baby einfach gerade zu viel ist, erst die erste Beikost und nun noch die Flasche mit zig verschiedenen Geschmacksveränderungen. Hab Geduld und lass deinem Baby Zeit für die Umstellung, es kann eine Weile dauern! Hier einige Tipps, wie dein Baby die Flasche evtl. doch besser annimmt: - versuche die Flasche anzubieten, wenn das Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird es keine Experimente mitmachen wollen) ist; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, die Unterlippe damit kitzeln, damit das Kind selbst ihn nimmt; - dein Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach dir riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmem Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - probiere verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - probiere verschiedene Trinkpositionen aus; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probiere, die Flasche zu geben, wenn dein Baby schläft; - gib nicht sofort auf, wenn es nicht klappt, probiert es weiter - aber bedenke auch, dein Baby kann auch (tagsüber) aus einer Tasse, vom Löffel, mit der (Kunststoff-) Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden Liebe Grüße, ich hoffe, die Tipps helfen dir weiter! Biggi      


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