Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen und Kinderwunsch

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Frage: Stillen und Kinderwunsch

LaraMo

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Liebe Biggi, Nun liegt mir eine Sache so sehr am Herzen bzw. belastet mich, dass ich nun auch mal dieses Forum nutze und dir eine Frage stelle. Ich habe meine 10 Monate alte Tochter von Beginn an gestillt und es hat weitgehend wirklich prima geklappt. Nun ist es aber so, dass wir uns ein zweites Kind wünschen und aus mehreren Gründen dabei leider etwas Zeitdruck haben - wir sind also dementsprechend wieder am probieren. Zunächst hat es erstmal nicht geklappt mit schwanger werden, da ich auch stille Mitleserin bei Dr. Karle bin, habe ich gesehen, dass er bei Kinderwunsch zum abstillen rät. Das hat mich nun im laufe des letzten Monats dazu verleitet, meine Tochter nur noch abends im Bett zum einschlafen zu stillen. Tagsüber isst sie gut Brei und wenn sie sich während der Nacht gemeldet hat, habe ich ihr dann Tee gegeben und sie gekuschelt. Das hat sie gut akzeptiert und zunächst habe ich mich darüber gefreut. Nun habe ich aber doch das Gefühl dass es zu schnell ging. Habe dann gegoogelt und nächtliches Abstillen nach Gordon ab 1 Jahr gefunden. Ich mache mir jetzt furchtbare Vorwürfe und habe ein total schlechtes Gewissen. Eine andere Quelle beschrieb, ein Alter 10 Monate sei perfekt dafür, denn ältere Kinder würden es schwieriger tolerieren. Ich fühle mich sehr unwohl mit der Situation, denn letztendlich wollte ich auf keinen Fall, dass unser erneuter KiWu auf Kosten unserer Tochter geht. Sie war die letzten Monate extrem auf mich fokussiert, niemand anders durfte sie auf den Arm nehmen, häufig nicht mal der Papa. Das hat sich die letzten 2-3 Wochen sichtlich entspannt. Eigentlich ja positiv, aber ich habe jetzt das Gefühl, dass sie enttäuscht von mir ist und ich für sie jetzt „austauschbar“ geworden bin, zumindest wenn sie nicht gerade müde ist. Irgendwie zerreißt mich die Situation und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Was genau ist denn die Problematik mit dem schwanger werden und dem Stillen? Zyklus habe ich seit einigen Monaten wieder, schwankt zwar immer um ein paar Tage, aber das war noch nie anders. Ich weiß dass Prolaktin die Fruchtbarkeit einschränkt, aber gilt das auch noch, wenn man wieder einen Zyklus hat? Und wäre das Fehlgeburtrisiko tatsächlich erhöht, wenn ich schwanger werden würde und wieder mehr also nur 1 mal am Abend stillen würde? Ich würde so gerne wieder nachts stillen… tagsüber kommen wir inzwischen ohne aus und das ist auch ok, aber wäre es schlimm bzw. riskant, wenn ich meine Tochter nachts wieder stillen würde statt ihr eine Flasche mit Tee zu geben? Oder würde ich sie damit nun sogar verwirren, da sie ja vor ca 3 Wochen die Umstellung auf die Flasche erstmal problemlos weggesteckt hat? Ich habe furchtbare Angst, dass ich ihr durch mein vorschnelles Handeln (seelischen) Schaden zugefügt haben könnte oder sie sich dadurch weniger geliebt fühlen könnte - oder ich dadurch die einzigartige und überaus enge Beziehung zu ihr aufs Spiel gesetzt habe. Gibt es einen Weg zurück, und was bedeutet das für unseren KiWu? Ist es tatsächlich eine entweder-oder-Entscheidung? Sorry für den langen Text und schon mal 1000 Dank für deinen Ratschlag… ich weiß gerade einfach nicht weiter, könnte deshalb dauernd heulen und fühle mich wie eine furchtbare Mutter.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe LaraMo, lass dich erst einmal virtuell fest in den Arm nehmen. Du bist eine wundervolle Mutter und du musst dir absolut keine Vorwürfe machen! Du bist nicht nur eine gute Mutter, wenn du stillst und dein Kind spürt deine Liebe auch ohne Brust und hat die Umstellung ja gut verkraftet. Und es ist dein gutes Recht an das nächste Baby zu denken! Wenn es für dich allerdings zu schnell gegangen ist, kannst du sicherlich noch weiterhin stillen. Hier meine Infos: Niemand kann vorhersagen, wie schnell du nun ob mit oder ohne Abstillen wieder schwanger werden kannst. Sogar ohne Periodenblutung kann es zu einem Eisprung kommen und es gibt viele Frauen, die in der Stillzeit gleich beim ersten Eisprung, dem keine Blutung vorangegangen war, wieder schwanger geworden sind. Stillen hat eine empfängnisverhütende Wirkung und tatsächlich kann auch bei einem älteren Stillkind die Empfängnis erschwert und die Einnistung der Eizelle behindert sein. Aber eben „kann" und nicht „muss". Es gibt da übrigens eine interessante Theorie auch über die Reife des Kindes in Bezug auf Geschwister: so lange ein Kind noch so häufig an der Brust der Mutter trinkt, dass dadurch die Fruchtbarkeit der Mutter eingeschränkt wird, so lange ist es auch noch nicht reif genug, die Mutter mit einem weiteren Geschwisterkind zu teilen. Manche Menschen halten dies vielleicht weit hergeholt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass da viel Wahres dran ist. Die Entscheidung, ob Du zugunsten einer erneuten Schwangerschaft bzw. um die Wahrscheinlichkeit einer neuen Schwangerschaft eventuell zu erhöhen, abstillen oder einfach der Natur ihren Lauf lassen und abwarten willst, kannst nur du alleine treffen. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute! Lieben Gruß Biggi


LaraMo

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Liebe Biggi, Vielen Dank für deine aufmunternde und zügige Antwort. Ich habe mich nun für das nächtliche Stillen entschieden, auch weil ich die Zeit zwischen Abendbrei und Frühstück sehr lange finde (da sie lang schläft sind das bei uns grad immerhin 14 Stunden, wenn man das Einschlafstillen, das ich ja nie aufgehört habe, mal außer Acht lässt). Nun ja, die vergangene Nacht hat mich irgendwie irritiert. Meine Kleine hat sich zwar über die Brust gefreut, aber wirklich getrunken hat sie nicht. Sie hat sich zwar mit ihren Händchen richtig festgekrallt und die Brust in den Mund genommen, aber eben ohne zu trinken. Es war mehr so eine Art „Premium-Schnuller“ für sie. Es war sogar schwieriger für die dann wieder einzuschlafen, weil ich ihr die Brust dann nach einer Weile eben wieder weggenommen habe, da sie nicht getrunken hat. Wir haben es dann mit kuscheln gelöst, so konnte sie dann wieder schlafen. Mein Mann kann leider nicht wirklich verstehen, warum ich wieder mehr stillen möchte, obwohl sie es gut akzeptiert hat und wir entspannte Nächte damit haben und ich nun sogar eine eventuell grad stattfindende Einnistung gefährde. Ist mein Stillwunsch tatsächlich so kurios? Kann es sein dass meine Tochter sich das nächtliche Stillen schon abgewöhnt hat, bzw. es doch auch wieder anfängt? Ich dachte echt, das muss doch toll sein für sie, aber eigentlich wollte sie gar nicht. Ich hab auch Angst dass sie nun zu wenig Nährstoffe zu sich nimmt, es ist wirklich eine lange Essenspause. Würde sie trinken, wenn ihr etwas fehlen würde? Aktuell wiegt sie 9,6 kg bei 75 cm


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe LaraMo, es kommt tatsächlich vor, dass Kinder das richtige Saugen an der Brust sehr schnell verlernen und sich abstillen. Du kannst die Situation jetzt entweder akzeptieren oder abwarten, ob dein Kind wieder lernt, richtig an der Brust zu trinken. Manchmal klappt es recht schnell wieder. Wenn dein Kind gut schläft, kann es die lange Essenspause gut vertragen. Ich wünsche dir, dass du den richtigen Weg für euch findest! Herzlichen Gruß Biggi


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