Bub02
Hallo, mein Sohn, drei Monate alt musste leider zugefüttert werden da er an meine Brust nicht richtig satt wurde und nicht ordentlich zunahm. Wir hatten Avent Flaschen und auch daraus trank er nur mit Mühe und meist die halbe Portion von 130 ml, Sauger wechseln brachte leider keinen Erfolg. Wir wechselten also zu mam und es wurde ein wenig besser. Wie änderten die Saugergr und nun trinkt er gut aus den mam Flaschen und schafft endlich seine 130 ml Plus minus 10-20. Er wurde immer erst gestillt und dann kam die Flasche. Leider musste Ich dann aufgrund einer Erkrankung bestimmte Antibiotika nehmen und durfte somit nicht stillen. Jetzt nachdem ich wieder stillen darf, will er partout die Brust nicht mehr. Er schreit die Brust an und dreht sich weg. Mit Brusthütchen saugt er mit Glück paar Minuten, aber lässt dann frustriert los. Ich weiß nicht, warum das so ist? Wenn ich abpumpe habe ich tatsächlich zu wenig Milch. Mit Glück komme ich auf 40 ml aus beiden Brüsten. Wenn ich die Brust ausdrücke kommt aber immer was raus. Was ist nur los? Meine Milchmenge hat aber nichts damit zu tun, dass er nicht mehr will, er probiert es ja nichtmal mehr aus… Ich bin total frustriert und traurig. Das stillen war so was wunderschönes und ich hatte tatsächlich Hoffnung irgendwann voll stillen zu können :-( Ich leide an Endometriose und Adenomyosis uteri. Kann die Milchproduktion damit zusammenhängen? Bringt es überhaupt noch was es zu versuchen oder sollte ich es komplett sein lassen? Der Gedanke nicht mehr stillen zu können, fühlt sich an wie eine Trennung :-( Im Halbschlaf stillen bringt auch nichts. Er wird wach und schreit wieder… Danke im Voraus und bitte teilen Sie mir noch mit wie man richtig abpumpt, um den Milchfluss wieder in Gang zu bringen ?
Liebe Bub02, das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Im Moment würde ich keinen Schnuller geben und mit einer alternativen Fütterungsmethode zufüttern. Du kannst mit einem Becher zufüttern oder einer Tasse, einem Löffel. Schau mal bei YouTube nach Becherfütterung, da kannst du sehen, wie einfach das geht. Auch das Brusternährungsset könnte die Lösung sein. Das Brusternährungsset regt zu gutem Saugen an der Brust an, stimuliert die Milchproduktion und vermeidet den Einsatz von Flaschen. Das Brusternährungsset besteht aus einem Behälter für die zugefütterte Flüssigkeit (einem Plastikbeutel oder einer Flasche), der an einer Kordel um den Hals der Mutter hängt und zwischen ihren Brüsten ruht. Eine dünne Schlauchverbindung geht von dem Behälter zur Brust der Mutter, wo der Schlauch so befestigt wird, dass sein Ende etwa sechs Millimeter über die Brustwarze hinausragt. Bei einigen Modellen besteht die Möglichkeit, den Schlauch im Deckel abzuklemmen, um zu verhindern, dass die Milch bereits fließt, bevor das Baby saugt. Es gibt über verschieden dicke Schläuche je dicker der Schlauch, umso schneller fließt die Milch. Welcher Schlauch zum Einsatz kommt, hängt davon ab, wie wirkungsvoll das Baby saugt und welche Zufütterung es benötigt. Ein Brusternährungsset kann in der Apotheke bestellt werden oder über eine Stillberaterin oder die La Leche Liga bezogen werden. In Deutschland wird nur das Brusternährungsset der Firma Medela vertrieben. Wichtig ist, dass du dir schnell kompetente Hilfe suchst, damit dein Baby lernt, wie es richtig an der Brust trinkt. Falls du also noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin hast, solltest du dich an eine Stillberaterin in deiner Nähe wenden, die dich beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob dein Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Auch wenn du weiter fahren musst, lohnt sich ein Termin bestimmt! Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß Biggi
Bub02
Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort. Dann werde Ich mich um eine Stillberatung kümmern. Ich habe auch schon das Ernährungsset bestellt. Können Sie mir bitte noch für die Zeit bis es hoffentlich wieder klappt mitteilen Wie man richtig abpumpt ? Ich habe eine Medela Milchpumpe aus der Apotheke.
Liebe Bub02, der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist das Auslösen des Milchspendereflexes. Um den Milchspendereflex anzuregen hilft es, wenn frau sich in eine angenehme Umgebung zurückziehen kann, in der sie so wenig wie möglich gestört wird und sich entspannen kann. Das Einhalten eines Rituals beim Abpumpen und Konzentration auf das Baby (vor einem Foto des Babys oder neben dem Kind abpumpen) tragen dazu bei, den Milchspendereflex auszulösen. Wärmeanwendungen und Massage der Brust stimulieren den Milchspendereflex ebenfalls. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen unterbrechen zum Massieren der Brust 5 Minuten pumpen massieren der Brust 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. Probiere es mal aus! Lieben Gruß Biggi
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