Märzmutter
Liebe Stillberaterinnen, ich habe folgendes Problem und hoffe, Sie haben hilfreiche Tipps für mich: Meine Tochter (10 Monate) wird abends zum einschlafen gestillt. Bisher ging das super, sie hat getrunken und ich konnte sie dann in ihr Bett legen. In der Nacht wollte sie dann meistens 4x stillen. Nun trinkt sie die ersten Minuten und nuckelt dann nur noch, das Ganze dauert bis zu 1,5 Stunden. Teilweise weckt sie auch sofort wieder auf und meckert, wenn ich die Brust von ihr weg ziehe. Mir ist es aber irgendwann sehr unangenehm mit dem Genuckel und ich werde auch irgendwann ungeduldig, weil ich alleinerziehend bin und die Abende die einzige Zeit sind, wo ich etwas im Haushalt machen kann, duschen usw. Nachts will sie momentan zwischen 8 und 12x stillen... Ich möchte sie noch nicht abstillen, da ich merke, dass sie die Milch und Nähe so noch braucht aber so ist das trotzdem kein Zustand, weil ich von Abend zu Abend müder und genervter werde. Gibt es irgendwelche Tipps wie ich das nächtliche stillen reduzieren und das Einschlafstillen aufs eigentliche trinken verkürzen kann? Ich weiß, das ihr Verhalten in dem Alter nicht ungewöhnlich ist, trotzdem brauche ich Hilfe, damit ich wieder etwas mehr Zeit habe. Vielen Dank!
Kristina Wrede
Liebe Märzmutter, es ist dein gutes Recht, Grenzen zu setzen. Gleichzeitig ist es fast normal, wie sich deine Maus verhält - viele Babys in dem Alter schlafen unruhiger oder schwerer ein und brauchen wieder mehr Aufmerksamkeit und Nähe, um zur Ruhe zu finden. Das hat vor allem mit ihrer Entwicklung zu tun... Aber das weißt du ja. Wenn du es willst, kannst du stillfreie Zeiten einführen. Das geht jedoch leider nicht ohne Tränen, denn das Bedürfnis deiner Tochter bleibt ja doch da und sucht Befriedigung. (Wie das geht findest du wenn du den genauen Suchbegriff "stillfreie Zeit" in der Suchfunktion eingibst.) Wenn du nicht diesen eher harten Weg gehen möchtest, sind kreative Lösungen in vielen Fällen hilfreich. Ein Teenager/eine Oma, Schwester oder Freundin, der/die am Abend (mit dem Tragetuch) mit deinem Baby eine Stunde spazieren geht, so dass du in Ruhe duschen kannst? Eine Freundin, mit der du dich zusammen tust, so dass ihr abwechelnd gemeinsam tagsüber die Haushalte erledigt, während die Babys beieinander liegen/spielen dürfen? Vielleicht wäre es auch eine Alternative, dass du euren Abendablauf komplett umkrempelst? Wer sagt denn, dass ein Baby dann und dann zu Bett gebracht werden muss? Was spräche dagegen, dein Kind dabei zu haben, wenn du die Küche aufräumst oder in die Dusche hüpfst? Vielleicht könntet ihr sogar zusammen in die Badewanne gehen? Wenn es gerade sehr anstrengend ist, überlege doch mal, ob du dich nicht krankschreiben lässt (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Sofern du nicht privat versichert bist kann dein Hausarzt dir eine Haushaltshilfe verschreiben (dazu musst du erklären, dass dein Mann nicht zuhause bleiben kann und auch sonst niemand in der Familie da ist, der sich um die Versorgung deines Kindes [das ist der erforderliche Wortlaut!] kümmern kann. Wenn du erst einmal Entlastung im Alltag hast, hast du etwas mehr Luft, um durchzuschnaufen. Und um dich jedes Mal, wenn auch dein Kind ruht, selbst (mit) ins Bett zu legen! Das lässt die anstrengenden Nächte erträglicher werden. Ehrlich gesagt ist DIESER Schritt meist auch recht schnell in Angriff genommen, ein Termin beim Hausarzt reicht, dann ein Anruf bei der Nachbarschaftshilfe, Sozialstation oder Kinderbüro (je nachdem, wer sich bei euch um das Thema "Haushaltshilfe im Krankheitsfall" kümmert). Das "Problem Kind" braucht meist mehr Zeit... Horch doch mal in dich hinein, ob hier vielleicht mögliche Ansätze zur Entlastung zu finden sind. Melde dich gern wieder, wenn nicht!! Lieben Gruß, Kristina
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