User-1770582706
Ich hätte nicht gedacht, dass ich dies tatsächlich einmal fragen müsste, da wir (meine 1 Jahr und 10 Monate alte Tochter und ich) eine schöne Stillbeziehung haben, aber ich fürchte, ich muss abstillen. Vorweg: ich hatte so gut wie keine Stillprobleme, meine Tochter isst prima am Tisch mit, will aber noch unheimlich gerne und teilweise auch oft gestillt werden. Und auch mich stört das gar nicht, im Gegenteil, ich genieße die Stillzeit. Jetzt steht mir aber eine OP bevor (ich leide an einer chronischen Kieferhöhlenentzündung), dies bedeutet Vollnarkose und 3 Tage stationären Aufenthalt. Ich mache mir Sorgen, wegen der Narkose, dass es mir hinterher nicht gut gehen könnte, dass ich nicht in der Lage sein könnte zu stillen, und anders als durch mein trinkendes Kind, kommt die Milch nicht mehr raus (während eines Milchstaus vor einem Monat, habe ich erneut das Abpumpen versucht, es kam kein Tropfen. Und das Ausstreichen hat leider noch nie geklappt). Zudem habe ich seit Anfang des Jahres mit immer wiederkehrenden Knötchen/Milchstau zu kämpfen, die immer zu einer beginnenden Mastitis werden. (Immer abgeklärt durch den Facharzt, aber ich kam um ein Antibiotikum nicht drum herum. Ich probierte Lecithin, es half zunächst auch gut, jetzt kommt die Problematik aber wieder). Ich hatte immer gehofft,meiner Tochter zu ermöglichen, selbst zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist, aber ich fürchte die Umstände (anstehende OP, wiederkehrender Milchstau) zwingen mich zum Abstillen. Ich würde es mir anders wünschen, da ich das Stillen auch immer noch schön finde und meine Tochter noch so gerne gestillt wird. Ich weiß gerade keinen Rat, was soll ich tun?
Liebe Bernina30, bleib ganz ruhig, selbst nach einer Vollnarkose kannst Du stillen! Uns liegen folgende Informationen vor: Eine Vollnarkose erfordert nur für die Zeit eine Stillpause, in der die Frau in der Narkose liegt und noch nicht wieder wach ist zuzüglich der Zeit, die die Frau braucht, bis sie das Kind wieder selbst halten kann. Es kommt ganz sicher darauf an, welches Medikament für die Narkose verwendet wird. Eines der üblichen ist Propofol, und die Embryotox schreibt dazu: "Pharmakokinetik: HWZ: 34-64 min; Proteinbindung: 99%; molare Masse: 178; relative Dosis: 1%; M/P-Quotient: 1. Klinik: Bisher wurden keine Symptome bei gestillten Kindern nach mütterlicher Narkose mit Propofol berichtet. In der Regel handelt es sich auch nur um eine kurzzeitige Exposition der Mutter im Rahmen eines operativen Eingriffs. Empfehlung: Wenn die Mutter nach einer Narkose oder einem Kurzeingriff mit Propofol wieder in der Lage ist, ihr Kind alleine anzulegen, darf sie stillen. Auch nach einer Kaiserschnittentbindung mit einer Vollnarkose mit Propofol darf die Mutter ihr Kind sofort anlegen, wenn sie dazu selbst in der Lage ist. Die pharmakokinetischen Daten von Propofol und die klinische Erfahrung begründen keine zusätzliche Stillpause. Eine eventuelle Verminderung der Milchmenge nach einem operativen Eingriff ist wahrscheinlich eher auf die Flüssigkeitsrestriktion prä- und intraoperativ zurückzuführen und keine direkte Nebenwirkung des Medikaments." Sprich noch einmal mit dem Anästhesisten und bitte ihn, das Narkosemittel so zu wählen, dass KEINE längere Pause notwendig ist. Wenn er sich unsicher ist, kann und sollte er sich bei der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie Tel.: 030 450-525700 erkundigen. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Auch Schmerzmittel können so gegeben werden, dass Du keine Stillpause machen musst. Du kannst Dein Kind also vor dem Eingriff noch anlegen und dann wieder, wenn Du wach und fit bist. Dein Mann könnte mit dem Kind kurz kommen und Du kannst anlegen, um einen Milchstau zu vermeiden. Auch an den anderen Tagen kann das so gehandhabt werden, wenn es mit dem Pumpen nicht klappt. Auch solltest Du sofort ausstreichen, wenn die Brust spannt, oft klappt das unter der Dusche recht gut (auch wenn es mit dem Abpumpen nicht klappt). Natürlich kannst Du auch abstillen, aber wenn DU es nicht möchtest, dann schafft Ihr das auch! Wenn Du magst, können wir auch miteinander telefonieren, ich hoffe, ich kann Dir Deine Angst ein wenig nehmen. Alles alles Gute für den Eingriff und liebe Grüße Biggi
User-1770582706
Danke für deine Antwort. Dein Angebot mit dir zu telefonieren würde ich sehr gerne annehmen, wie kann ich dich erreichen?
Paulinchen83
Der Antwort von Biggi kann man noch hinzufügen, dass selbst eine längere Stillpause ja nicht heißt dass du abstillen musst, sondern du kannst nach der OP ganz normal wieder weiterstillen. Ältere Stillkinder die schon essen kommen damit gut klar. Ich war z.B. früher ab und zu mal 1-3 Tage beruflich unterwegs und habe meine Kleinkinder dann eben vorher und nachher gestillt. Die Brust sollte dann auch nicht mehr so empfindlich sein und die Stillpause gut mitmachen.
Liebe Bernina30, schicke mir Deine Nummer an biggi@die-welters.de, dann rufe ich Dich heute Abend an :-). Biggi
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