Kleine-Fee
Liebe Frau Welter, unser 14 Monate alter Sohn stillt vor dem Schlafengehen und in der Nacht mit großer Leidenschaft. Zwar schläft er mittags und abends nicht an der Brust ein, benötigt in der zweiten Nachthälfte aber zum Teil alle zwei Stunden eine kurze Stilleinheit. Seine Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme am Tage ist sehr gut und völlig ausreichend. Eigentlich wünsche ich mir sehr einen natürlichen Abstillprozess, sehe jedoch seit geraumer Zeit Stagnation im Stillverhalten. Aufgrund meines Alters (Ende Dreißig), möchten wir unsere weitere Familienplanung nicht mehr zu lange aufschieben. Ein regelmäßiger Menstruationszyklus hat sich bei mir allerdings noch nicht wieder eingestellt. Auch im Hinblick darauf, wäre weniger/ abstillen sicherlich hilfreich. Deshalb richte ich folgende Fragen an Sie: Gibt es Reifezeichen, die auf einen guten Zeitpunkt hindeuten, um die Stillfrequenz zu reduzieren oder ganz abzustillen? Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Gewöhnung an das nächtliche Saugen und noch nich reif genug, um selbstständig durchzuschlafen? Für eine Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar. Herzliche Grüße
Liebe Kleine-Fee, ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Leider kann ich dir keinen guten Tipp geben, denn ich kenne dein Kind nicht und weiß nicht, was es verkraften kann. Ganz wichtig ist es jedoch auf alle Fälle, dass DU absolut sicher bist und eine Entscheidung triffst, die dann auch wirklich durchgesetzt wird. Sicherlich tut deinem Kind das Stillen noch gut, aber Stillen ist auch eine ZWEIERbeziehung und wenn sich da einer nicht mehr wohlfühlt, muss eine Lösung her. Kennst du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst du deinem Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst du an einem Wochenende beginnen, damit du tagsüber etwas ausruhen kannst. Dein Kind wird sich irgendwann an die neue Situation gewöhnen und ihr werdet das auch schaffen. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Kleiner wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Lieben Gruß Biggi
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