Manschettenmieze
Sehr geehrte Frau Wrede und Welter, herzlichen Dank erstmal für Ihre nette und ausführliche Antwort auf meine letzte Frage (Baby, 5 Monate alt, schläft nachts nur an der Brust und wird quasi dauergestillt nachts, obwohl sie bis vor 6 Wochen ein guter Schläfer war und auch durchschlief). Es hat mich nicht gestört bisher und ich genoß die Nähe. Aber inzwischen sind meine Brustwarzen leicht wund sie wurschtelt einfach Zuviel herum dabei. Ablegen lässt sie sich kaum noch, nur unter Protest und mit Glück mal für eine Stunde. Nehme sie dann auch immer gleich zu mir aus dem Babybalkon. Beruhigen mit Stimme und Köpfchen kraulen helfen nicht wirklich. Das habe ich letzte Nacht versucht, als mein Großer bei Papa in einem anderen Raum schlief. Auch beginnt ihre Unruhe jetzt schon sehr bald nach dem Zubettgehen, so dass mir kaum mehr Zeit bleibt für mich selbst bzw. unsere Partnerschaft. Fällt Ihnen noch etwas ein? Sie schreiben in anderen Posts von einem Buch, mir fällt der Name nicht ein gerade. Ich will für mein Kinder da sein und würde sie auch nicht alleine schreien lassen. Mein Dreijähriger schläft auch noch bei mir, weil er nicht alleine schlafen mag. Mir ist wichtig, dass sie sich geborgen, sicher und angenommen fühlen, wobei mir klar ist, dass ich sicher mit Protest zu rechnen habe, wenn die Kleine nicht mehr auf mir liegen dürfte die ganze Nacht... Vielen Dank für Ihren Rat!
Liebe Manschettenmieze, Du meinst sicher das Buch von Elizabeth Pantley, der Autorin von "Schlafen statt Schreien“, allerdings sind die Tipps nicht für so kleine Babys. Ich kann Dich so gut verstehen und würde Dir so gerne eine Antwort geben, die Dir zu längeren Ruhepausen verhelfen könnte…. Für viele Menschen unserer Kultur wird "guter Schlaf" mit "ununterbrochenem Schlaf" gleichgesetzt und für junge Eltern ist es dann eine große Herausforderung mit dem Schlaf in "Häppchen" zurecht zu kommen. Genau zu diesem Thema habe ich eine interessante Stellungnahme eines Gynäkologen gehört, der über das Thema "rooming in und Müdigkeit der Mutter" gesprochen hat: Er hat dargelegt, dass er aufgrund seiner Dienste und seiner Arbeit im Krankenhaus extrem selten mehr als drei bis vier Stunden am Stück schlafen kann und fünf Stunden ununterbrochener Schlaf sind für ihn bereits der Inbegriff des Luxus. Dennoch und obwohl dies schon seit mehr als zehn Jahren für ihn so ist fühlt er sich nicht unausgeschlafen oder empfindet seinen Schlaf als qualitativ beeinträchtig. Ich will damit sagen, dass unterbrochener Schlaf nicht mit Schlafmangel gleichgesetzt werden kann und dir deshalb das Abstillen in der Nacht nicht zwingend einen Vorteil bringen wird. Zumal es auch keine Garantie dafür gibt, dass dein Kind dann nicht mehr aufwachen wird, nur weil es nachts nicht mehr gestillt werden wird. Hast Du es schon einmal mit dem Kinn-Trick" probiert? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... Das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-). Wichtig ist auch, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße Biggi
Manschettenmieze
Danke Biggi!! Dann halte ich weiter durch und Berichte mit einem lachenden Auge, wenn der Spuk vorbei ist ;-) Alles Gute!
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