Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milchstau nachts und Clustern

Frage: Milchstau nachts und Clustern

Mama_1980

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Liebe Frau Welter, ich habe zwei Fragen zum Stillen meines 16 Wochen alten Sohns: 1. heut Nacht hat mein Sohn zum ersten Mal knapp 8 Std geschlafen. An sich ja etwas, worüber man sich durchaus auch freuen kann. Ich habe ihn dann gestillt, bis er wieder einschlief. Dann merkte ich plötzlich nachdem ich ihn abgelegt hatte, dass meine andere Brust extrem voll war und spannte. Es waren Knoten spürbar von der Milch. Mein Kleiner wollte aber nicht mehr trinken. Ist es dann sinnvoll die volle Brust auszustreichen? Oder trotzdem einfach weiter schlafen, weil die Brust das ja "lernen" muss. Ich hatte Angst vor einem Milchstau und nachts um 4 war ich damit etwas überfordert. Wenn man ausstreichen soll, wie ust es dann am sinnvollsten? Denn regt man so nicht auch due Milchbildung weiter an? 2.An sich haben wir hier seit etwa 5 Wochen eine komplett andere Stillsituation. Vorher trank mein Sohn etwa alle 2-3 Std, nur wenn es sehr sommerlich heiß war, dann auch jede Stunde und abends trinkt er generell jede Stunde. Das schien mir soweit in Ordnung. Nun seit etwa 5 Wochen will er auch tagsüber stündlich an die Brust mittlerweile auch mal nach 1,5 Std und seit kurzem hat er nachts ab 3 oder 4 auch etwa 1-1,5 stündlich danach verlangt. Das ist zugegebenermaßen sehr anstrengend für mich. Vor 5 Wochen steckten wir mitten im Umzug und zu allem Übel bekam ich eine akute Blinddarmentzündung und wir kamen bach sehr großem Kampf, uns nicht zu trennen zusammen für zwei Nächte ins Krankenhaus. Stress pur also. Wir haben echt ganz schön was hinter uns. Daher habe ich ihn gelassen, auch mit dem Hintergrund des 12-Wochen-Sprungs und in dem Vertrauen, dass es bestimmt nur eine Phase ist. Vielleicht ja auch einfach eine "Mehr Milch bitte"-Bestellung. Nun hört dies aber gar nicht mehr auf. Wenn wir spazieren gehen, geht es manchmal, das Zeitfenster etwas zu vergrößern, auf 3 Stunden kommen wir aber gar nicht mehr. Ich frage mich, was ist nun sinnvoll? Es einfach so anzunehmen oder Maßnahmen ergreifen, damit das Zeitfenster größer wird? Und falls ja, was wären gute Maßnahmen? Laut meiner Hebamme "braucht" er die Nahrung jedenfalls nicht so oft, weil er gut gedeiht. Aber stillen ist ja auch mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort! Liebe Grüße und schon einmal danke!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Mama_1980, die Brust ist ein eher träges Organ, das sich nur langsam auf Veränderungen einstellen mag, aber es ist tatsächlich möglich, dass sie sich auf unterschiedlich lange Stillintervalle einstellt. Wenn Ihr Baby länger schläft, dann streichen Sie zunächst in der Nacht noch etwas Milch aus, um einen Stau zu vermeiden, mit der Zeit gewöhnt sich die Brust daran. Nur soviel Milch ausstreichen, bis die Spannung nachlässt, dann wird auch die MIlchbildung nicht weiter angeregt. Ansonsten haben Sie und Ihr Baby einiges hinter sich und Ihr Baby scheint ein großes Nähebedürfnis zu haben. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Das„Marathonstillen“ ist in diesem Alter so weit verbreitet, dass es als „normal“ angesehen werden sollte. Der Fachausdruck dafür lautet „Cluster Feeding“. So kleine Babys wollen häufig, aber vor allem in unregelmäßigen Abständen gestillt werden und fast alle Babys haben eine Tageszeit, zu der sie fast ununterbrochen an der Brust trinken (oder auch nur nuckeln) wollen. Das Marathonstillen kann für Sie sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Haben Sie bitte noch ein wenig Geduld, die Abstände WERDEN länger werden! Lieben Gruß Biggi


Mama_1980

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Vielen lieben Dank, Ihre Antwort hat mir sehr geholfen!


Biggi Welter

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:-))) Das freut mich sehr!


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