Mitglied inaktiv
Hallo, ich war sicher, heute morgen schon gepostet zu haben und finde den Thread nun nicht mehr, also noch mal: Schon bei Felix (heute 3,5 J.) damals stellten wir fest, dass meine Milch nach dem Auftauen furchtbar schmeckt, trotz sorgsamster Hygiene. Mittlerweile geht es um Ruth Linnea (4 Mon.). Ich fange nächsten Monat wieder an zu arbeiten und es läuft derzeit die Testphase mit Kinderfrau und Flasche. Frisch gepumpte Milch trinkt sie als hätte sie nie etwas anderes gemacht, aber wenn ich unter Druck bin, morgens frisch abpumpen zu müssen, weil das die einzige Milch sein wird, die sie trinken können wird, setzt mich das so unter Druck, dass ich leider nicht zuverlässig genug abpumpe bisher. Gestern wollte ich systematisch anfangen, einen Vorrat anzulegen. Heute sollte sie ein Portiönchen aus dem Kühlschrank (nicht eingefroren) bekommen. Ich probierte einen Löffel, und es war leider ganz extrem - total zum K...! Ein intensiver scheußlicher Geschmack, der auch lange nach dem Schlucken noch von hinten die Nase hochsteigt - ganz, ganz, ganz schlimm und ungenießbar! Das kann man echt nicht anbieten. Dazu nun 3 Fragen: 1. Gibt es mittlerweile neue Erkenntnisse zu diesem Phänomen und was man dagegen tun kann? 2. Ich stehe Flaschennahrung sehr skeptisch gegenüber. Aber da es nur jeweils eine kleine Menge wäre (bin höchstens 4 Std. am Stück getrennt) und angesichts der Tatsache, dass andere in dem Alter sogar schon Beikost bekommen, wäre ein Notfallvorrat Pre möglich, oder würde mir das das Stillen kaputt machen? Ich würde dennoch täglich frisch abpumpen, aber der Erfolgsdruck wäre etwas gemildert. 3. Pre oder nicht: Sollte ich während meiner Arbeitspause einmal abpumpen, um die Nachfrage gleich hoch zu halten, oder einfach zu Hause stillen und den Dingen ihren Lauf lassen? Das Dumme bei Pulvermilch wäre, dass die Kinderfrau nicht unbedingt weiß, ob Ruth wirklich Hunger hat und ihr dann probeweise eine 200ml-Flasche anbietet, die sie dann über meine Arbeitszeit hinaus abfüllt. Am liebsten wäre mir, die Milch würde irgendwie genießbar zu machen sein. Danke im voraus und viele Grüße, Emily
Liebe Emily, Ruth Lawrence gibt in ihrem Buch "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession" 6. Auflage, 2005 folgende Erklärung für diese Geruchs und Geschmacksveränderung der Muttermilch: "Frauen haben dem Lactation Study Center berichtet, dass ihre frisch eingefrorene Muttermilch sauer und sogar ranzig riecht und von ihrem Säugling abgelehnt wird. Ein leicht seifiger Geruch wurde gelegentlich festgestellt, doch es wurde nie davon berichtet, dass dies gefährlich für den Säuglings sei oder die Milch vom Kind abgelehnt wurde. Dieser seifige Geruch wird einer Veränderung der Lipidstruktur in Zusammenhang mit der Wirkung der Abtauautomatik von selbstabtauenden Gefriergeräten zugeschrieben. Die Fälle, die dem Lactation Study Center jedoch berichtet wurden, weisen darauf hin, dass dieser ranzige Geruch mit einer tatsächlichen Fettaufspaltung verbunden ist. Es wird spekuliert, dass manche Frauen eine höhere Lipaseaktivität haben als andere, wie es in der Studie über Lipase und Hyperbilirubinämie beobachtet wurde. Einige Mütter berichteten, dass ihre Milch bereits zu riechen begann, sobald sie abkühlte, ob nun im Kühlschrank oder im Gefriergerät. Andere haben festgestellt, dass ihr Milchvorrat, den sie peinlichst sauber für ihre Rückkehr an den Arbeitsplatz aufbewahrt hatten, ranzig geworden war und von ihrem Säugling abgelehnt wurde. Wenn diese Mütter ihre Milch sofort nach dem Abpumpen bis zum Siedepunkt erhitzten (nicht kochen) und schnell abkühlten und einfroren, kann es nicht zu dieser Veränderung und ihre Kinder nahmen die hitzebehandelte Milch an. Dieser Prozess inaktivierte die Lipase und stoppte den Prozess der Fettverdauung. Allerdings verbessert es den Geschmack oder Geruch der bereits ranzigen Milch nicht, wenn sie erhitzt wird." Natürlich kannst Du dir einen Vorrat an Pre-Milch zulegen, wenn Du dich dadurch besser fühlst! Es lässt sich niemals sagen "eine Flasche andere Nahrung und das Stillen war für die Katz". Das wäre schlicht und ergreifend Blödsinn. Erstens hat das Stillen noch eine Vielzahl anderer Vorteile als nur die vorbeugende Wirkung gegen Allergien und zweitens lässt sich niemals für den Einzelfall vorhersagen, wie das jeweilige Kind reagieren wird. Theoretisch ist es möglich, dass sich das Allergierisiko für ein Kind durch eine einzige Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung erhöht, doch in der Praxis lässt sich aus dieser statistischen Wahrscheinlichkeit nichts Definitives für dein Kind oder das deiner Nachbarin oder irgend ein anderes individuelles Kind herauslesen. Anfangs würde ich zu den Zeiten abpumpen, zu denen Ruth Linnea normalerweise trinkt, damit ein Milchstau verhindert wird und Du evtl. doch einen größeren Vorrat anlegen kannst. Vielleicht klappt es ja mit dem Abkochen der Milch, schreibst Du mir bitte von deinen Erfahrungen, wenn Du es probiert hast? Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt! Liebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, herzlichen Dank für diese Antwort! Das macht Sinn mit der Fettverdauung. Die Milch schmeckt genau als sei sie bereits verdaut, also wie Erbrochenes - klingt jetzt ekelhaft, ist es aber auch! Wir haben zwar in der Tat einen selbstabtauenden Gefrierteil, aber das Problem bestand ja auch im Kühlschrank. Naja, habe ich also eine aktive Fettverdauung. Also abkochen VOR dem Abkühlen, das ist machbar. Aber wie wichtig ist es, unter dem Siedepunkt zu bleiben, also nicht zu kochen? Muss ich nun mit Thermometer kochen und dabei stehen? Oder wäre es nicht schlimm, falls sie doch einmal kocht? Tötet zwar die schönen Inhaltsstoffe ab, aber es geht ja nur um Ausnahmemahlzeiten. Satt und durstfrei müsste das Kind doch damit werden, oder? LG, Emily
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