Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Langsam abstillen nach einem Jahr?

Biggi Welter

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Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Langsam abstillen nach einem Jahr?

Inga1106

Liebe Biggi, Mein Sohn ist jetzt 13 Monate alt, ich habe ihn von Geburt an gestillt und er hat immer viel und gerne getrunken, was für uns beide überwiegend schön war / ist . Aktuell trinkt er vor allem noch abends zum Einschlafen , nachts (meist in absolut annehmbaren zeitlichen Abständen, teilweise schläft er auch durch) und morgens. Das finde ich auch voll ok bzw genieße es zB morgens wenn wir kuscheln / stillen und dabei nochmal einschlafen . Tagsüber kommt er ohne Milch aus sofern wir unterwegs sind , denn einschlafen geht außer an der Brust nur im Wagen oder Tuch. Mittelfristig würden wir es gerne hinkriegen dass auch mein Mann ihn mal zum Schlafen hinlegen oder nach dem Aufwachen beruhigen kann, aber zur Zeit wird unser Sohn dann wütend und schreit sich schnell in Rage, sodass wir solche Aktionen dann schnell wieder abbrechen weil wir ihn nicht schreien lassen wollen. Aus dem Fläschchen trinkt er vielleicht kurz , wird aber wütend und drückt es weg sobald er merkt dass es die Brust ersetzen soll. Schnuller oder etwas anderes nimmt er auch nicht. Ich bin sehr zwiespältig was das Abstillen angeht , denn ich spüre dass er meine Milch noch sehr genießt und braucht . Andererseits würde ich gerne langsam abstillen, vor allem weil wir uns auch bald ein zweites Kind vorstellen können und ich bisher aber meine Tage noch gar nicht wieder habe und auch wenn dem so wäre nur ungern von der Stillzeit direkt in die nächste Schwangerschaft übergehen würde. Für Gedanken oder einen Tipp zu meiner Frage wäre ich sehr dankbar . Herzlich , Inga


Biggi Welter

Biggi Welter

Liebe Inga, Du musst in dich hinein spüren und überlegen, wie wichtig dir das Abstillen ist oder ob Du Euch allen noch etwas Zeit schenken möchtest. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass es gar nicht sooo eilig ist mit der nächsten Schwangerschaft, dass es so noch okay ist für dich. Dein Kind wird diese Phase hinter sich lassen, auch ohne Druck und von ganz alleine immer weniger stillen. Ich wünsche dir, dass Du eine für Euch alle gute Entscheidung treffen kannst! LLLiebe Grüße Biggi Welter


Inga1106

Liebe Biggi, Vielen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort zu meinem Anliegen. Es hat meine inneren Ahnungen bestätigt , uns doch einfach noch etwas Zeit zu geben und erstmal in mich zu spüren, wie wichtig mir das weniger Stillen tatsächlich ist . Ich bin sehr dankbar für diese tolle Möglichkeit kompetenten Rat zu bekommen ! Ihr macht tolle Arbeit, weiter so :-)


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