aannilii
Liebe Frau Welter, ich wünsche Ihnen einen schönen guten Morgen. Toll, dass es dieses Forum hier gibt, Sie könnten mir schon einmal weiterhelfen. Ich hoffe, Sie haben auch dieses Mal Tipps für mich. Ehrlich gesagt bin ich gerade ganz schön verzweifelt. Irgendwie befinde ich mich in einer Zwickmühle. Mein zweiter Sohn ist jetzt 16 Monate alt und ich schaffe den Weg zum Abstillen einfach nicht. Es ergibt sich folgende Problematik: Tagsüber ist mein Sohn bis 14:30 Uhr in der Kita. Danach verlang er manchmal die Brust, manchmal nicht. Aber zwischendurch benötigt er auch tagsüber die Brust. Am Wochenende verlangt er eigentlich ständig danach und zieht mich auch selbst halb aus, zeigt mir klar, dass er an die Brust will. Mein Sohn trinkt auch ab und zu aus dem Becher oder einer Flasche, nimmt sie sich selber, wenn er Durst hat. Manchmal "nuckelt" er nur an der Brust, aber oft trinkt er auch noch richtig viel. Tagsüber stört mich das Stillen eigentlich auch nicht so sehr. Ich genieße auch die Zweisamkeit mit ihm. Ich kann mich ehrlich gesagt vielleicht selber schlecht davon trennen. Aber nachts wird das Stillen einfach zur Qual. Mein Sohn schläft mit uns im Familienbett. Er schläft eigentlich auch immer auf einem meiner Arme liegend. Es ist mittlerweile sehr unbequem für mich und ich stehe täglich mit Rückenschmerzen und völlig ausgelaugt auf. Er schläft aber nur so gut und hat so natürlich auch eine gute Möglichkeit schnell an die Brust zu kommen. Er trinkt nachts unterschiedlich oft. Aber es kann schon 4 Mal oder öfter vorkommen. Wir schlafen beide gut wieder ein, aber ich bin einfach total ausgelaugt und die Schlafsituation zerrt an meinen Nerven. Ich habe einfach nicht die Kraft mich nachts noch bewusst damit zu beschäftigen, ihn ohne Brust in den Schlaf zu wiegen. Unser Tage sind anstrengend, sodass ich nachts eigentlich Erholung brauche, die ich aber nicht bekomme, weshalb die Tage noch anstrengender werden. Ich selber scheine ja - vermutlich aus Bequemlichkeitsgründen- noch am Stillen zu hängen. Ich weiß nicht was ich tun soll, um den Stillabschied für uns beide wuppen zu können. Was ist ihr Tipp, um ruhigere Nächte zu bekommen? Ich bedanke mich schon jetzt ganz herzlich! Aannilii
Liebe Aannilii, am besten wäre es, wenn du schrittweise vorgehen würdest und anfangs stillfreie Stunden einführen würdest. Kennst du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst du deinem Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst du an einem Wochenende beginnen, damit du tagsüber etwas ausruhen kannst. Dein Kind wird sich irgendwann an die neue Situation gewöhnen und ihr werdet das auch schaffen. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Kleiner wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Lieben Gruß Biggi
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