Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Kann ich wirklich nicht voll stillen?

Frage: Kann ich wirklich nicht voll stillen?

Aletta-Karina

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Guten Abend, Ich habe folgendes 'Problem': Vor einem Monat habe ich Zwillinge per Kaiserschnitt in der 37. SSW zur Welt gebracht. Die Babys wurden bereits kurze Zeit nach der Entbindung bei mir angelegt. Zwei Tage später begann das Zufüttern im Krankenhaus per Brusternährungsset. Ich hatte keinen Milcheinschuss und beim Abpumpen kamen nur 14ml Kolostrum. Da auch nach drei Tagen noch keine Milch kam, wurde immer weiter zugefüttert. Nun mit dem Fläschchen. Zusätzlich legte ich die Babys immer wieder an. Beide waren sehr schwach und mussten zum Trinken mit allen Tricks geweckt werden. Auch dann haben sie kaum getrunken. An der Brust habe ich kaum gemerkt, dass sie gesaugt haben. Nach zwei bis drei Schwächen Zügen schliefen sie wieder ein. Nach fünf Tagen wurden wir entlassen und es ging zuhause weiter mit dem Zufüttern. Dann hatte mein Sohn mehr als 10Prozent seines Körpergewichtes verloren und wie mussten erneut ins Krankenhaus. Mit Infusionen wurde er aufgepeppelt. Ich fütterte nach dem Schema: stillen, zufüttern von pre Nahrung, dann abpumpen und beim nächsten Mal, wenn genug gesammelt, Muttermilch zufüttern. Naja... Und dabei ist es bis heute geblieben. Beide trinken pro Mahlzeit 90-130ml. Das produziert mein Körper nicht an Milch. Ich versuche mit Hilfe meiner Hebamme alles mögliche. Das Brusternährungsset benutze ich allerdings nicht mehr. Ich fand es sehr aufwendig. Würde es aber zum erfolgreichen Vollstillen beitragen, würde ich es wieder nehmen. Ihr bin wirklich traurig, weil ich gerne beide Kinder stillen möchte. In der Pubertät hatte ich eine Essstörung. Ein Gynäkologe sagte mir, dass es sein könne, dass sich in dieser Phase evtl. meine Brust nicht weiterentwickelt habe und zu wenig Milchdrüsengewebe gebildet worden sei. Beim Abpumpen mit der Mandela und einem Doppelpumpset konnte ich die Milchmenge von 20ml auf 50ml steigern. Aber dann kommt kein Tropfen mehr. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Kinder effektiv saugen,oder das gar nicht gelernt haben. Meine Tochter bspw. öffnet kaum noch den Mund, wenn ich sie anlegen möchte. Ist schon alles 'verloren' oder könnte es auch nach fast fünf Wochen noch mit dem Vollstillen meiner Zwillinge klappen? Oder wenigstens mit Teilstillen und dann mehr als 50ml? Liebe Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Aletta-Karina, ich denke auch, dass die Kinder nicht korrekt und effektiv trinken und sich deshalb die Milchmenge nicht steigert. Die benötigte Milchmenge auf Dauer durch Pumpen aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen ist zwar nicht immer leicht und verlangt oft sehr viel Disziplin und vor allem regelmäßiges und ausreichendes Pumpen, aber es ist machbar! Dabei ist es in der Regel sinnvoller häufiger etwas kürzer abzupumpen statt selten und dann länger. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen unterbrechen zum Massieren der Brust 5 Minuten pumpen massieren der Brust 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. Die besten Erfahrungen habe ich mit vollautomatischen, elektrischen Pumpen mit Doppelpumpset gemacht. Diese Pumpen sind von den Firmen Medela und Ardo erhältlich und können auch in Apotheken und Sanitätshäusern ausgeliehen werden. Da eine Pumpe nicht die gleichen Gefühle auslöst wie ein Baby, müssen Sie vor allem anfangs ihren Milchspendereflex anregen. Dazu können Sie einige der folgenden Methoden der physischen und psychischen Stimulation einsetzen: Abpumpen in einer vertrauten und angenehmen Umgebung, vielleicht immer am gleichen Platz, im gleichen bequemen Sessel (ideal wäre ein Stuhl, der ihre Arme in einer bequemen Haltung stützt und es Ihnen ermöglicht den ganzen Körper zu entspannen). Störungen so gering wie möglich halten. Sie sollten z.B. das Telefon aushängen, etwas entspannende Musik anschalten und alles was Sie brauchen könnten bei der Hand haben. Dazu können ein Glas Wasser oder Saft, ein gesunder Imbiss oder etwas zu lesen gehören. Einhalten eines Rituals vor dem Abpumpen. Das Einhalten eines bestimmten Ablaufs vor dem Abpumpen, kann ihren Milchspendereflex anregen und auch als psychologischer Auslöser dafür wirken. Einige der folgenden Vorschläge können eventuell auch Ihnen helfen: • Wärmeanwendungen auf den Brüsten, entweder trocken oder feucht. Dazu können feuchte, warme Kompressen oder ein Heizkissen verwendet werden, oder aber Sie duschen warm. • Da Wärme entspannend wirkt, sollte Sie sich eine Decke oder eine Jacke über die Schultern legen, oder sich in die Nähe einer Heizquelle setzen. • Sanfte Brustmassage, entweder in der Dusche oder direkt vor dem Abpumpen. Das hilft besonders dann, wenn Sie angespannt sind. • Brustwarzenstimulation, durch sanftes Reiben oder Rollen der Brustwarzen. • Fünf Minuten Entspannung. Die Anwendung der Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung oder einfach nur ruhiges Dasitzen und sich dabei etwas Angenehmes vorstellen (einen warmen Sandstrand mit Wellen, die ans Ufer plätschern, ein Gebirgsbach oder eine tropische Brise). Das Abpumpen mehrmals unterbrechen um die Brust zu massieren. Es sollte möglich sein, den Milchspendereflex mehrfach stimulieren, indem Sie das Abpumpen nach etwa zehn Minuten unterbrechen, ihre Brust massieren und dann wieder pumpen. (Bei der La Leche Liga Deutschland können Sie das Infoblatt „Die Marmet Methode" über das Handausstreichen und Massieren der Brust bestellen) Rhythmische Bewegungen beim Abpumpen um das Saugverhalten der Babys nachzuahmen. Um Ihren Milchspendereflex möglichst wirkungsvoll anzuregen, sollte Sie versuchen, das Saugverhalten Ihrer Babys an der Brust nachzuahmen. Um die Milchproduktion richtig in Gang zu bekommen, sollten Sie häufiger als fünf Mal pro Tag pumpen. Ihre Babys würde anfangs mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden an Ihrer Brust trinken. Versuchen Sie etwa ebenso oft zu pumpen, wie ein Baby trinken würde, also etwa alle zwei bis drei Stunden. Ob Sie nachts eine längere Pause einlegen (etwa sechs Stunden) oder nicht, müssen Sie ausprobieren. Manche Mütter bevorzugen eine Nachtpause, andere kommen besser zurecht, wenn sie auch in der Nacht regelmäßig weiter pumpen. Insgesamt sollten Sie auf eine Pumpzeit von mindestens 100 Minuten innerhalb von 24 Stunden kommen. Es ist sinnvoller häufiger kürzer abzupumpen als seltener und länger. Essen Sie genügend und ausgewogen (ausreichend kohlenhydrathaltige Nahrung) und trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme wirkt sich nicht positiv auf die Milchmenge aus. Viel trinken mach NICHT viel Milch, im Gegenteil. Solange Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen, trinken Sie genug. Es gibt keinen wirklichen Beweis für die Wirksamkeit von Milchbildungstees. Wenn Sie Milchbildungstee trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme beim Kind verursachen. Auch wäre es wichtig, dass die Babys lernen, korrekt zu trinken. Sie sollten unbedingt Kontakt zu einer Stillberaterin vor Ort aufnehmen, die Sie und Ihr Kind beim Stillen beobachten kann. Es ist wichtig, dass Sie korrekt anlegst und dass die Kinder korrekt saugen. Es kann auch sein, dass die Babys nicht richtig saugen oder eine Saugschwäche haben, was korrigiert werden müsste. Das kann ich nicht beurteilen, denn ich kann Sie nicht sehen. Am besten besprechen Sie mit einer Stillberaterin in Ihrer Nähe, wie Sie vorgehen können. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


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