Tara Sunshine
Unsere Tochter (20 Wochen alt) ist von Anfang an eine sehr schlechte Schläferin. Bereits im Krankenhaus mochte sie nie lange in der durchsichtigen Kunststoffwiege liegen, geschweige denn schlafen. Dort hat sie tagsüber auf dem Arm geschlafen und in der dritten unruhigen Nacht hat die Nachtschwester dafür gesorgt, dass unsere Tochter bei mir im Bett schlafen kann. In dieser Nacht haben wir das erste Mal vier Stunden Schlaf am Stück geschafft. Zu Hause haben wir das so beibehalten. Meine Hebamme hat mir gezeigt, wie ich im Liegen stillen kann und das klappt in der Regel gut. Dadurch hat sich aber auch ergeben, dass ich sie in den Schlaf stille. Zur Zeit gehe ich mit ihr zwischen sieben und halb acht zu Bett. Sie ist beim Einschlafen meist noch sehr unruhig und aufgeregt. Dadurch bleibe ich gleich mit liegen, da sie meist nach einer halben Stunde Schlaf wieder an die Brust möchte. Im Moment kann ich den Schlaf selber auch gebrauchen, hoffe aber, dass ich bald mal wieder die Möglichkeit habe, wieder aufzustehen und einen Abend mit meinem Mann verbringen zu können. Tagsüber ließ sie sich von Anfang an schwer ablegen. Haben wir sie doch mal schlafend in den Kinderwagen gelegt,wurde sie nach kurzer Zeit wieder wach und fing an zu weinen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass sie einen Halbstunden-Rhythmus hat,über den sie tagsüber höchst selten hinaus kommt. Mittlerweile kann ich sie zum Schlafen tagsüber auch gar nicht mehr ablegen, sie fängt erst an zu schimpfen und spätestens, wenn es ins Weinen übergeht, muss sie hoch nehmen. Dabei ist es egal, ob Kinderwagen, Federwiege oder Bett. Daher schläft sie im Tragetuch. Auch dort ist das Einschlafen mit Schimpfen verbunden. Ich habe manchmal den Eindruck, dass sie Angst vor dem Schlaf hat. Sie kann sehr schwer abschalten und ich muss ein Spucktuch über das Tragesystem legen, weil sie sich sonst selbst im Weg steht und nicht aufhört, links und rechts zu gucken. Und auch hier schaffe ich es selten, die 30 Minuten zu überschreiten. Durch den schlechten Tagschlaf ist sie häufig müde und schnell quengelig und auch die zwölf Stunden über Nacht (die nicht komplett geschlafen werden) reichen nicht aus, um das zu kompensieren. So kommt sie oft müde aus dem Bett bzw. ist spätestens nach einer Stunde wieder müde. Sind wir mit dem Kinderwagen unterwegs, schläft sie ohne zu Schimpfen ein, meist auch nur die 30 Minuten, selten 60 Minuten, weint dann aber, wenn sie wach wird. Dasselbe während der Autofahrt. Nachts klappt es i.d.R. besser. Es gibt gute und weniger gute Nächte. Wenn sie wach wird, stille ich sie wieder in den Schlaf. Da sie Positionswechsel sofort merkt, habe ich sie bisher kaum im Beistellbett schlafen lassen können. Meine Frage daher, aus Ihrer Erfahrung heraus, wann wird es beser? (Wie) Lernt meine Tochter das Vertrauen zu haben, auch tagsüber länger und alleine zu schlafen? Ist es in Ordnung, sie weiterhin abends in den Schlaf zu stillen? Was passiert bei Einführung der festen Kost (wir planen BLW ab dem 6. Monat)? Es ist zur Zeit besonders tagsüber (körperlich und emotional) sehr anstrengend. Abgesehen davon, dass ich kaum etwas schaffe, kann ich mich nur zum Stillen in Ruhe hinsetzen, und auch das ist anstrengender geworden, seit sie mobiler wird. Manchmal bräuchte ich drei Hände, um sie ruhig an der Brust zu halten. Ich hoffe, sie haben ein paar Tipps für mich. Man liest ja oft, dass Babies nur im Tragetuch schlafen, aber ich habe noch keinen Erfahrungsbericht gelesen, wie/wann es anders wurde. Ich probiere einen Mittagsschlaf im Bett einzuführen, aber auch das ist schwierig, sie ist extrem unruhig, wirft sich oft hin und her und braucht auch hier die Brust, wobei sie oft an und abdockt. Meist braucht sie eine halbe Stunde um für eine halbe Stunde zu schlafen. Das Einpucken hat bisher leider auch nicht geholfen. Ich mache mir Sorgen, dass sie auf Dauer zu wenig Tiefschlaf bekommt. Eine Blockade konnten wir schon ausschließen. Sie nimmt gut zu und entwickelt sich altersgerecht. Vielen Dank im Voraus!
Liebe Tara Sunshine, Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn dein Kind nicht alleine schlafen will und ständigen Körperkontakt sucht. Die Tage sind einfacher, wenn das Baby am Alltag teilnehmen kann. Dazu ist ein Tragetuch das optimale Hilfsmittel. Ein Tragetuch ist fast ein Zaubermittel. Das Baby kann die Nähe der Mutter spüren, es wird sich an ihrem Körper beruhigen, Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Du hast mindestens eine Hand frei (und auch deinen Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um andere Dinge zu tun. Versuche es einmal. Eine Autorin nennt dies so schön „Perspektive teilen". Das Tragetuch ermöglicht es dem Kind, am Leben der Familie problemlos teilzunehmen und mit Ihnen die Perspektive zu teilen. Babys sind von Geburt an (bzw. bereits im Mutterleib) eigene, individuelle Persönlichkeiten mit eigenem Charakter, Temperament und auch mit eigener Stimmungslage. Ob eine Mutter ein ruhiges, zufriedenes, (fast) immer lächelndes Baby hat oder ein Kind, das als „Schreibaby" bezeichnet wird, das hängt nicht zwingend von ihren Fähigkeiten als Mutter ab. Vieles ist einfach angeboren. Wenn dein Kind viel quengelt und weint, dann kann es sein, dass es ein Baby mit erhöhten Bedürfnissen ist, ein High Need Baby, wie diese Kinder von dem amerikanischen Kinderarzt Dr. William Sears genannt werden. Ein High Need Baby braucht sehr viel mehr Einsatz von seiner Mutter/Eltern. Es ist kein „pflegeleichtes" Kind. Oft zeigen sich die Erfolge der Bemühungen der Mutter erst nach längerer Zeit und die Mutter zweifelt an sich selbst. Deshalb ist es so wichtig, dass Mütter/Eltern wissen, dass es High Need Babys gibt und wissen, dass sie keine „Schuld" haben. Sehr gut beschrieben sind High Need Babys in dem Buch „Das 24 Stunden Baby" von Dr. William Sears und Dr. Sears gibt auch Anregungen und Erklärungen, was Eltern tun können, um zu einem einfacheren Alltag mit ihren Kindern zu kommen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der LLL, jeder LLL Stillberaterin und im Stillshop auf dieser Seite erhältlich. Wichtig ist, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. • Eine Möglichkeit für die Nacht ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. • Schau nach vorne. Die anstrengende Zeit wird vorübergehen. Auch dein Kind wird älter und reifer werden und nicht mehr soooo viel Aufmerksamkeit brauchen. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese „gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken und auch zu einem ruhigen Gespräch und Nähe mit deinem Mann. Vergiss dich selbst nicht: Gönne dir etwas Gutes, dann lassen sich so anstrengende Phasen leichter überstehen. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Leider geht der Trend zu immer früherer Anwendung sogenannter Schlaftrainingsprogramme und Eltern von Babys, die sich nicht dieser „Norm" anpassen, wird mehr oder weniger direkt vermittelt, dass sie selbst schuld sind, ja manchmal kommt unterschwellig sogar dazu, dass dies Eltern sich als Versager fühlen sollten. Ein Baby schläft ohne Brust ein, sobald es reif genug dazu ist. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass Du noch die nächsten Jahre damit verbringen musst, dein Baby in den Schlaf zu stillen, wahrscheinlich wird es sogar schneller vorbei sein, als Du es dir jetzt vorstellen kannst. LLLiebe Grüße, Biggi
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