Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Habe ich völlig falsch gehandelt?

Frage: Habe ich völlig falsch gehandelt?

Sunneschyn

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Hallo Ich bin echt etwas verzweifelt. Habe ich es so falsch gemacht? Unser Sohn war nach der impfung krank(gut 4 Monate) und wollte dann sogar etwas häufiger trinken. Danach kam aber eine "schlappe" Phase wo er fast nur schlief und wenig trank. Mit Besorgnis schaute ich dem zu, da meine Milch schon mal zurückging und mit der pumpe angeregt werden musste. Er trank dann aber am Abend recht gut. Am nächsten Tag trank er wieder so schlecht und ich pumpte ab, da ich einfach volle Brüste hatte und eben angst, die milch gehe zurück. Ich pumpte auf beiden Seiten ca. 160ml im geammten ab, nachdem ich ihn gestillt hatte. Die Brüste waren dann ganz leer. Nach etwas 1.5 stunden nach dem pumpen, wollte er trinken. Es kam aber nicht viel. Ich musste dann noch mit ihm zum Arzt, dort hatt er auch Hunger, wollte ihn stillen, musste es aber unterbrechen, da der arzt kam. Es kam auch nicht viel. Er schrie dann die Praxis zusammen, trinken wollte er aber nicht mehr. Zu Hause gings dann 2 tage so weiter, es ging ihm gesundheitlich wieder besser - er hatte auch 150g abgenommen, aber beim trinken kam kaum Milch und er wollte dann nicht richtig trinken. Auch der Milchspendereflex kam erst so spät. Dann kam der schlimme Tag wo er nur schrie, an der Brust nicht trinken wollte und so stundenlang nichts trank. Ich ging dann ins Spital, dort bekam er etwas Säuglingsnahrung, ich pumpte ab - es waren nur 60ml. Und vorher hatte er gaaanz lange nicht getrunken. Danach fütterten wir ihn etwas zu, ich pumpte ab und zwischendurch Stillversuche. Ich legte meist alle 1-2 Stunden an und nach 2(!!) Wochen, war etwa wieder genug Milch da, so dass er zunahm. Es ist alles wieder gut. Aber die Sache beschäftigt mich so. Habe ich mit dem Abpumpen alles durcheinandergebracht und die 160ml waren an allem schuld? Ich wollte doch das Beste :-( für ihn. Mir kams dann in der Aufregung nicht mal in den Sinn, ihm dies zu füttern, sondern wollte ihn einfach häufig anlegen, was ihn aber hässig machte, da nichts mehr kam. Aber 160ml sorgen doch nicht dafür, dass dann fast nichts mehr vorhanden ist, oder? War vielleicht einfach seine Grippe schuld, dass er weniger trank und so die Menge zurückging und es auch ohne abpumpen dazugekommen wäre? Ich mache mir so Vorwürfe, dass er eine Woche lang so leiden musste....


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Sunneschyn, nein, mach dir keine Vorwürfe! Es kommt höchst selten vor, dass die Milch plötzlich „wegbleibt“. Solche Situationen gibt es, wenn die Mutter plötzlich einem überaus großen Stress ausgesetzt ist (z.B. weil das Kind einen Unfall hatte oder andere einschneidende Ereignisse vorgefallen sind). Dann kann es dazu kommen, dass die Muter so verkrampft ist, dass der Milchspendereflex ausbleibt. Aber wie schon gesagt, das ist sehr selten, außerdem vorübergehend und man kann etwas dagegen tun. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Wie gesagt, es kommt vor, dass eine Frau manchmal so angespannt oder seelisch aufgewühlt sein kann, dass der Milchspendereflex blockiert wird und die Milch deshalb nicht fließt. Wenn dies passiert, dann funktioniert in aller Regel das Abpumpen noch viel weniger, so dass der Eindruck entsteht, die Milch wäre weg. Leider entwickelt sich dann ganz schnell ein Teufelskreis: die Mutter glaubt, sie habe keine Milch mehr, dadurch ist sie noch angespannter und verzweifelter, was zu einer noch stärkeren Blockierung des Milchspendereflexes führt. Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, dass DU DIR alle Ruhe und Entspannung gönnst, die Du bekommen kannst, wenn so etwas wieder passiert. Wenn möglich, lege dich dann mit deinem Kind ins Bett und kümmere dich um nichts anderes, als um dein Kind, dich und das Stillen. Ruhe dich aus, gönne dir etwas Gutes (z.B. ein gemütliches Wannenbad mit einer schönen Tasse Tee und Musik, die dir gefällt). Falls Du einen Geburtsvorbereitungskurs besucht hast, setze die Entspannungsübungen, die Du dort gelernt hast gezielt vor dem Anlegen ein. Denke an etwas Schönes und Beruhigendes, zum Beispiel an einen Spaziergang an einem kleinen, plätschernden Bach oder am Meer. Versuche alle Störungen auszuschalten. Du solltest z.B. das Telefon aushängen, und alles was Du brauchen könntest bei der Hand haben. Dazu können ein Glas Wasser oder Saft, ein gesunder Imbiss oder etwas zu lesen gehören. Lass dich von deinem Partner verwöhnen. Wende dich auch einmal an eine Stillberaterin vor Ort und überlege dir, ob Du nicht ein Stillgruppentreffen besuchen magst. Der direkte Kontakt mit anderen stillenden Müttern und einer Stillberaterin ist ungeheuer hilfreich. LLLiebe Grüße Biggi


Sunneschyn

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Ich muss noch anfügen, dass am Abend nach dem abpumpen und besonder am nächsten und übernächsten Abend es ganz schlimm war. Er saugte und saugte, aber der Milchspendereflex kam nicht. Und so schrie er dann wie am Spiess, ich musste ihn in den Schlaf weinen lassen bei mir auf dem Arm und er hatte wohl Hunger. Aslo kann das alles die Folge von einmal 160ml abpumpen sein? Das wiederum hätte die Milchproduktion ja auch etwas antreiben müssen, oder nicht? Ich pumpte nämlich damals ziemlich lange und bis nichts mehr kam. Ach, ich könnte mich einfach ohrfeigen :-(


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