Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Baby nimmt die Brust nicht/ungern

Frage: Baby nimmt die Brust nicht/ungern

Rosegirl94

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Sehr geehrte Frau Welter, ich wollte Ihnen gerne schreiben, weil meine Kleine (10 Wochen) und ich unter unserer momentanen Stillsituation ein wenig leiden. Wir hatten zu Beginn ziemliche Startschwierigkeiten, die wir aber sehr gut meistern konnten und inzwischen sind wir ein richtig tolles Team und das Stillen macht mir sehr viel Freude, weshalb ich umso trauriger bin, dass es momentan nicht mehr angenehm ist. Seit einer Woche etwa ist es so, dass meine Tochter tagsüber nicht mehr an die Brust möchte und erst bei absoluter "Hungersnot" diese annimmt. Ich weiß um meinen sehr sehr starken Milchspendereflex und versuche ihr schon mit den Tipps zu helfen, die ich online gefunden habe (nach hinten lehnen, Schwall abwarten und dann ablegen, etc.) und normalerweise frustriert sie das etwas am Anfang, aber danach isst sie gemütlich weiter. Wenn ich sie jetzt zum Stillen in meine Armbeuge legen möchte, fängt sie sofort an zu schreien und nimmt, wenn ich sie so liegen lassen, erst nach ein paar Minuten widerwillig die Brust oder wenn ich sie abnehme, dann weint sie weiter, weil sie Hunger hat und lässt sich erst durch Tragen wieder für eine kurze Zeit beruhigen. Auf dem Bauch liegen beim Stillen mag sie sowieso nicht und wenn wir beide auf dem Boden zueinander gewandt liegen (was normalerweise auch eine unserer Positionen ist), dann dreht sie den Kopf weg und ist wieder frustriert. Sie nimmt gut zu und trinkt ja auch am Tag, allerdings ist es momentan leider echt ein "Kampf" und ich weiß nicht mehr, was ich machen kann, damit es für sie wieder schöner wird. Ich esse momentan nicht anders als sonst, benutze kein Parfüm und sorge auch wenn ich merke, dass sie unruhig wird, für eine ruhige Atmosphäre. Haben Sie vielleicht noch Tipps, Anregungen oder vielleicht auch Hinweise, woran es liegen könnte, von denen aus ich mich weiter informieren kann? Vielen Dank im Voraus und mit lieben Grüßen Michelle


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Michelle, es kommt vor, dass Babys schlicht und ergreifend so aufgedreht sind, dass ihnen die nötige Ruhe fehlt, um gut an der Brust zu trinken. Deshalb ist hier das nächste Mantra der Eltern von großer Bedeutung „ich bleibe gaaaaaaanz ruhig“. Mit Ruhe und Gelassenheit – so frau und man es schaffen, ruhig und gelassen zu bleiben – lassen sich diese Situationen immer noch am besten überstehen. Es gibt einige Kolleginnen, die von einer „Brustschimpfphase" sprechen. Damit sind Kinder gemeint, die Angst haben, beim Trinken an der Brust etwas zu verpassen. Als erste Maßnahme ist dann zu empfehlen, das Baby auch am Tag unter den Bedingungen zu stillen, wie sie in der Regel nachts herrschen: in einem ruhigen, ablenkungsarmen, abgedunkelten Raum. Neben dem Tipp, möglichst gelassen zu bleiben ist dies die nächste Empfehlung, die dem Kind und damit auch der Mutter in solchen Zeiten helfen kann. Es könnte auch sein, dass Dein Baby durch Flasche oder Schnuller saugverwirrt ist. Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps, wie dein Kleines vielleicht doch tagsüber mehr trinkt: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Ich hoffe, da ist etwas dabei, was dir weiterhilft! LLLiebe Grüße Biggi


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