Marienkäfer_28
Hallo,
Mein Sohn ist jetzt eine Woche alt und das stillen hat von Anfang an leider nicht ganz so doll geklappt. Er kam per Kaiserschnitt und hatte noch länger fruchtwasser erbrochen.
Ich habe ihn relativ früh angelegt, aber da kam ja noch nicht viel bzw er war auch zu müde scheinbar zum trinken.
Von einer Krankenschwester hieß es, alles kein Problem, die Babys bräuchten bis 78 h nach Geburt nicht zwingend etwas
das kam mir schon lange vor.
Egal, ich immer weiter versucht. Am nächsten Tag hieß es, er hat bis zur Grenze abgenommen und ich müsse zufüttern. Gleichzeitig hab ich Milch abgepumpt. Und seitdem hab ich eigentlich diese "dreier Sache" : versuchen zu stillen, abpumpen, Fläschchen.
Ich versuche mein bestes, aber ich bin mit nichts anderem beschäftigt.
Beim stillen geht es nur mit still Hütchen. Er nahm die eine Brust kurz im KH, seitdem keine Chance mehr. Und wenn ich versuche zu stillen schläft er fast sofort ein! Weck versuche sind erfolglos geblieben.
Bei meinem Mann oder in seinem Bett hingegen wird er wach, hat dann aber solchen Hunger dass er an der Brust zu ungeduldig ist. Früh wecken um großem Hunger vorzubeugen lässt er sich nicht.
Ich bin langsam wirklich ratlos. Ich hänge nur noch an der Milch Pumpe oder versuche zu stillen.
Vlg Marienkäfer
Liebe Marienkäfer, ich denke, dass das Baby von Anfang an falsch an der Brust getrunken hat und durch die Flasche saugverwirrt wurde. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger oder Hütchen Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Du hast ganz sicher noch eine Chance, aber ja, viel Geduld wirst du benötigen! Das grundlegende Vorgehen bei einer Relaktation und auch der induzierten Laktation besteht darin, das Baby dazu zu bringen so oft wie möglich an der Brust zu saugen. Dadurch werden die Brüste (wieder) zur Milchbildung angeregt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit einer guten Milchpumpe erreichen. Häufig ist auch zusätzliches Pumpen neben dem Anlegen des Kindes sinnvoll, um die Milchproduktion zu steigern. In manchen Fällen wird die Relaktation bzw. induzierte Laktation zusätzlich mit Medikamenten unterstützt. In den Ländern der dritten Welt, wird meist ohne Medikamente vorgegangen und die Ergebnisse sind dennoch fast immer besser als bei uns. Gut beschrieben wird der Vorgang der Relaktation in dem Buch „Stillen eines Adoptivkindes und Relaktation“ von Elizabeth Hormann (ISBN 3 932022 02 5), das im Buchhandel oder bei La Leche Liga Deutschland und bei jeder LLL Stillberaterin erhältlich ist. Allerdings verlangt eine Relaktation sehr viel Durchhaltevermögen und möglichst die Unterstützung einer darin erfahrenen Stillberaterin. Eine wesentliche Rolle spielt auch das Kind, das die Brust (wieder) annehmen muss. Die Kollegin kann Dir dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann Dir erklären, woran Du erkennst, ob Dein Kind korrekt saugt und Dir überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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