supersonnenschein
Hallo liebe Stillberaterinnen, ich wende mich an Euch weil ich mir zumindest erhoffe einen Weg zu finden, wie ich meine Tochter "in Frieden" abstillen kann. Sie ist zwischenzeitlich 3 geworden und ich würde mir sehr wünschen, wenn das Thema Stillen erledigt werde. Ich war nie eine überzeugte Stillmami und es wissen seit einem Jahr auch nur noch mein Mann und meine Ärzte dass ich stille. Meine Tochter wollte nie die Flasche, nie einen Schnuller, also habe ich immer weiter gestillt, weil sie so sehr am Stillen gehangen hat. Und es war bis zu einem gewissen Punkt sicherlich auch eine schöne Zeit, aber meine Tochter würde auch heute noch am liebsten den ganzen Tag und die ganze Nacht an die Brust. Seit einem Jahr ist das Stillen tagsüber auch erledigt (auch wenn sie gerne würde), nur zum ab und zu stattfindenden Mittagsschlaf stille ich sie noch. Ich stille sie immer zum Einschlafen, danach schläft sie in ihrem Bett. Ab 3 Uhr (manchmal früher) kommt sie zu mir und besteht darauf an die Brust zu kommen. Wenn ich mich erfolgreich "wehre" und sage, dass die Brust Aua hat (das vorherige Argument, dass die Brust schläft und Mama müde ist hat sie gar nicht interessiert), sie aber doch trotzdem mit mir kuscheln kann (was sie auch macht) dann weint sie, aber dann schläft sie meist ein paar Minuten und dann geht es nach ein paar Minuten wieder von vorne los. Manchmal will sie dann um 4 Uhr mit mir aufstehen wenn ich ihr die Brust verweigere. Weil ich manchmal sehr erschöpft bin gebe ich nach. Ich würde mir wünschen, das Stillen auf zumindest nur 1 x zu reduzieren und dann ganz aufzuhören. Ich weiß auch gar nicht wie ich das Hinbekommen soll, dass sie ohne Brust einschläft. Vielleicht könnt ihr mir hier auch einen Weg aufzeigen. Wenn ich mit meiner Mutter über das Thema rede und meine Mutter gegen das Stillen was sagt, dann ist meine Tochter "böse", ebenso will sie auch ihren Vater nachts immer wegschicken. Ganz selten funktioniert es, dass sie mit ihm kuschelt. Leider hat mein Mann einen verantwortungsvollen Job und arbeitet sehr viel, so dass ich ihm die Kleine nicht einfach für ein paar Nächte überlassen kann. Bei meinen Eltern wollte sie bislang noch nicht schlafen. Ich bin irgendwie in einer Zwickmühle und hoffe, dass ich einen Weg finde, sie sanft und "ohne bleibenden Schaden" abzustillen. Ich habe irgendwie den Zeitpunkt verpasst und dachte dass sie von alleine aufhört, aber da sie immer sagt, wie sehr sie das liebt ist das Warten wohl der falsche Ansatz. Ich freue mich über Eure Rückmeldung und evtl. Ratschlag! Liebe Grüße!
Liebe supersonnenschein, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin „schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Kleine verhält sich gar nicht so "brustversessen" wie Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein dreijähriges Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Wenn Du nicht mehr ständig stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Deine Kleine wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich gar schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass deine Kleine sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi
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