Simonepeter69
Hallo Biggi, Meine Tochter ist nun bald 13 Monate alt und ich merke es reicht. Ich bin platt, meine Brustwarzen schmerzen, ich will abstillen. Mein Körper gehört seit 4 Jahren nicht mehr mir, da ich erst schwanger mit der großen war, diese 14 Monate gestillt habe, 14 Tage später mit meiner kleinen schwanger war und sie bis heute stille. Doch trotzdem plagt mich das schlechte Gewissen. Sie ist nicht die beste Esserin, was mir sorge bereitet das sie dann zu wenig zu sich nimmt. Zudem musste sie bis gestern Antibiotika nehmen, da sie eine Mittelohrentzündung hatte. Nun sage ich mir wieder, ich muss weiter Stillen und ihren Darm aufbauen. ABER sie hat ihre Zähne Nachts nicht mehr im Griff. Sie beisst selten voll zu, dafür hat sie aber immer einen Druck von den Zähnen auf meinem Warzenhof, da tut nach 1-2 Min auch dolle weh. Und das das 4-8 mal Nachts für 10-20 min. Zudem lege ich sie um 20 Uhr hin und muss bis ich ins Bett gehe auch 1-3 mal hochrennen und sie wieder mit der Brust beruhigen. Ruhige Abende sind nicht möglich….Ich habe keine Freude mehr daran und würde am liebsten sofort aufhören. Tagsüber stille ich sie nur noch zum Mittagsschlaf, Nachts wie gesagt 4-8 mal. Bin ich eine schlechte Mutter wenn ich jetzt aufhöre? Kann ich ihren Darm auch mit Bigaga aufbauen? Und wie schütze ich mich vor erneuter Brustentzündung beim abstillen? Ich hatte in 3 Monaten 2 Brustentzündungen mit Fieber und allem drum und dran. Ich habe deshalb auch tatsächlich eine Abstilltablette im Haus, da mein Gynäkologe mir diese bei der Brustentzündung verschrieben hat, ich sie aber nicht nehmen wollte. Könnte ich diese aber nun nehmen, wenn ich wirklich abstillen will? Welche Tipps gibt es noch? Und langsames über Wochen abstillen Nachts kommt für mich nicht in Frage, dann bekomme ich noch weniger schlaf über Wochen und ich muss hier Tagsüber mit 2 Kleinkindern und einem großen Haus fit sein. Danke dir :)
Liebe Simonepeter69, ich kann gut verstehen, dass du deinem Kind alle Liebe und Fürsorge schenken möchtest, aber auch DU zählst, auch DU hast Bedürfnisse! Wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht etwas zu ändern. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Vielleicht versuchst du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt du die Zeit an der Brust immer mehr. Eine Möglichkeit wäre es auch, dass du mit deinem Kind darüber sprichst, dass du das viele Stillen als unangenehm empfindest und dass du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden oder zumindest das viele Stillen in der Nacht einzuschränken. Solange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch Weinen oder Schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und es nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Der Wirkstoff von Abstilltabletten ist mehr als umstritten und wirkt keineswegs so, dass sofort die Milchbildung unterbunden wird. Im Gegenteil: Außerhalb der unmittelbaren Neugeborenenperiode kann er sogar gar nicht wirken, so dass nur die nicht unerheblichen Nebenwirkungen bleiben können. Tatsache ist, dass Bromocriptin (Handelname in Deutschland z.B. Pravidel) in den USA schon lange nicht mehr als Abstillmittel zugelassen ist und dass die Wirkung von Prolaktionhemmern nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode nicht nachgewiesen ist. Nach 13 Monaten (oder später) Stillzeit ist ein Abstillen mit einem Prolaktinhemmer keineswegs mehr sinnvoll (da wirkungslos abgesehen von den Nebenwirkungen). In „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann steht dazu Folgendes: „Zum Abstillen ist vor allem Bromocriptin eingesetzt worden. Angesichts möglicher Risiken für die Mutter soll es nicht mehr routinemäßig zu diesem Zweck genommen werden (Arzneimittelkommission 1989). Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin zum Abstillen zurückgezogen (Herings 1995). Statt dessen sollen physikalische Maßnahmen wie gut sitzende, unterstützende Bekleidung sowie Kühlung und Entleerung bis zur Erleichterung den Vorzug gegenüber Ergotaminderivaten erhalten. Bei Mastitis ist Bettruhe, häufiges Entleeren mit Wärmeanwendung vorher und Kälte nachher sowie ggf. antibiotische Therapie zu empfehlen. Hochbinden der Brust wird wegen der Gefahr eines Milchstaus nicht mehr empfohlen." Lieben Gruß! Biggi
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