Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

KaTij18

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Hallo Biggi, meine Tochter wird im Juli 2 Jahre alt und ich fange langsam an sie abzustillen. Der Auslöser war, dass sie an allen vier Front Zähnen vorne Karies hat. Ich weiß Stillen wird oft die Schuld für gegeben und es hat vielleicht andere Auslöser aber ich habe es jetzt trotzdem als Anlass genommen. Ich habe es jetzt geschafft das sie abends ohne stillen einschläft. Sie darf auf dem Sofa nochmal und im Bett ist dann einfach die Brust leer. Und das akzeptiert sie. Wenn sie nachts wach wird 1-2 mal darf sie aber trotzdem an die Brust, da ich auch einen Milchstau vermeiden will.... Und genau da ist meine Frage.... Wie bekomme ich das stillen nachts Weg? Soll ich viel Salbeitee trinken um einem Milchstau vorzubeugen und ihr nachts Wasser anbieten sowie auch zum einschlafen? Wie gesagt abends klappt es ganz gut. Zum Mittagsschlaf Stille ich sie noch, abends vor dem zu Bett gehen auf dem Sofa und in der Früh nach dem aufstehen.


Biggi Welter

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Liebe KaTij18, Ich würde es langsam angehen lassen und der Brust und dem Kind Zeit für die Umstellung lassen. Kennst du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“?

Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht.

Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei.

Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann.
Natürlich kannst du deiner Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird.

Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst du an einem Wochenende beginnen, damit du tagsüber etwas ausruhen kannst.

Dein Kind wird sich irgendwann an die neue Situation gewöhnen und ihr werdet das auch schaffen. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind.
Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes).
Gib deiner Tochter ganz viel Liebe und tröste sie, zeige ihr, dass du ihren Schmerz verstehst. Du kannst anfangs die Brust ausstreichen, wenn sie zu voll wird und dann beim kompletten Abstillen auch Salbeitee trinken.


Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das!

 Lieben Gruß
 Biggi


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