Vroni37
Liebe Biggi, da ich Ihre Antworten immer sehr hilfreich finde, wende ich mich heute mal an Sie. Meine Tochter ist 10 Monate alt. Seit 5 Monaten fahre ich nach und nach ganz langsam das Stillen herunter, da es mir starke Kreislaufbeschwerden gemacht hat, trotz viel essen und trinken und ich nicht mehr schlafen konnte. Ansonsten habe ich ganz gerne gestillt, da ich es wichtig für meine Tochter fand. Mittlerweile habe ich es soweit heruntergefahren dass ich nur noch kurz morgens und abends stille. Von dieser Menge komme ich allerdings nicht herunter. Ich muss langsam dringend abstillen, da ich aufgrund einer Endometriose Vorerkrankung meine Pille wieder nehmen muss und die Abstillpille nicht vertragen habe. Ich bräuchte dringend gute Abstilltipps. Da wir zu Beginn zufüttern mussten ist das Abstillen von ihrer Seite aus kein Problem. Sie nimmt auch die Flasche sehr gut. Versucht habe ich es bereits mit Salbeitee (hilft mal ganz gut, an anderen Tagen habe ich wiederum das Gefühl es regt fast eher an). Zusätzlich nehme ich 2-3x täglich PhytollacaD6 Globulis, kühle meine Brust abends nach dem Stillen und versuche tagsüber etwas auszustreichen, wenn die Brust zu hart ist. Der Tipp meiner Hebamme einen engen BH zu tragen funktioniert gar nicht. Sobald ich mehr Druck auf der Brust habe wird sie deutlich schneller hart und voll. Haben Sie noch eine Idee? Und ab wann gilt es als abgestillt? Ein wenig Milch kann ja wohl danach auch noch lange Zeit in der Brust bleiben. Muss ich sie dann immer noch ausstreichen? Das Ausstreichen klappt bei mir ein wenig zur Drucklinderung aber nicht als kompletter Stillersatz. Zudem habe ich herausgefunden, dass ich offenbar täglich unbewusst Lebensmittel gegessen habe, die milchanregend sind. Wie Mandeln, Haferflocken, Fenchel Kümmel Anis Tee zwischendurch. Mandeln habe ich bereits weggelassen in letzter Zeit. Nur eine kleine Menge Abzupumpen statt zu Stillen habe ich auch bereits ausprobiert, wodurch meine Brust wieder deutlich schneller voller wurde. So langsam bin ich das Abstillthema sehr leid! Danke für eine Antwort :)) Viele Grüße
Liebe Vroni37, nur wenn sich die Brust gespannt anfühlt oder schmerzt, solltest du entweder gerade so viel Milch ausstreichen oder eben anlegen, dass die Spannung nachlässt oder (falls die Brust nicht gestaut ist und "nur" schmerzt) die Brust kühlen. Bitte streiche wirklich nicht mehr aus, als unbedingt notwendig, sonst wird die Milchproduktion wieder angeregt. Deine Brust wird sich daran gewöhnen, dass die Nachfrage nicht mehr gegeben ist und die Milchproduktion immer weiter verringern und schließlich ganz einstellen, aber sie braucht etwas Zeit dazu. Wenn bei dir noch Verhärtungen spürbar sind, solltest du diese massieren und ausstreichen. Es ist auch empfehlenswert, den Salzkonsum während des Abstillens einzuschränken. Es ist nicht notwendig die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken, trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch solltest du keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Manche Frauen empfinden auch Quarkwickel als angenehm. (Bitte darauf achten die Brustwarze und den Brustwarzenhof beim Anlegen eines Quarkwickels auszusparen). Es gibt Frauen, die auf Quark allergisch reagieren, dann sollten keine Quarkwickel gemacht werden. Du kannst die Brust auch mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Waschlappen gepackt werden, kühlen. Zusätzlich solltest du auch weiterhin Salbeitee trinken und deinen Salzkonsum einschränken. Wenn du dann nach dem kompletten Abstillen keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. (mehr) hast, besteht kein Handlungsbedarf mehr. Deine Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht „schlecht"). Falls du dich für naturheilkundliche oder homöopathische Mittel zur Unterstützung des Abstillprozesses interessierst, wende dich bitte an einen entsprechend ausgebildeten Arzt oder eine Hebamme. Alles Gute! Biggi
Vroni37
Vielen Dank für Ihre Antwort! :)
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