Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mutti1000

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Guten Tag Frau Welter und Frau Wrede, mein Sohn ist 19 Mo. und wird von mir noch oft gestillt. Vor allem schläft er nur mit stillen ein und zur Beruhigung. Ich stille meinen Sohn zum Einschlafen, beim Aufwachen und oft wenn ich mich auf den Sofa hinsetze möchte der Kleine gestillt werden. Nun möchte ich gerne abstillen, weiß aber dass es ziemlich stressig wird. Haben Sie ein Tipp für mich wie ich es am besten schaffen kann? Ich habe angefangen Pfefferminz- und Salbeitee zu trinken 1 Tasse/Tag damit erstmal die Milchproduktion zurück geht. Wie viel Tee soll ich trinken und ist es erlaubt beide in echsel zu trinken? Es ist geplant über Osterfeiertage abzustillen. Macht es Sinn für mich für 1-2 Tage wegzufahren oder besser beim Kind bleiben? Soll die Brust hoch gebunden werden? Vielen Dank vorab!


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Liebe Mutti1000, es ist eine häufig gestellte Frage... Wir empfehlen gern, dass erst einmal mit einer stillfreien Zeit in der Nacht begonnen wird, die dann allmählich ausgedehnt wird. Wir raten sehr davon ab, "von heute auf morgen" abzustillen, sich vom Kind zu trennen oder zu drastischen Mitteln wie Chili oder Zahnpasta zu greifen. Denn all dies schadet dem Urvertrauen deines Kindes, verunsichert es und kann psychische Folge"schäden" auslösen. Sinnvoll ist ein Schritt für Schritt-Plan, wie z.B. die "Pantley-Methode", die ich dir unten beschreiben werde. Für tagsüber empfiehlt es sich in erster Linie, Gewohnheiten zu verändern. Wenn du dich also aufs Sofa setzt, nimm gleich etwas mit, was dein Kleiner richtig gern hat, entweder was leckeres zum Essen, oder sein Lieblingsspielzeug, etwas zum "Basteln" oder ähnliches. Es geht darum, dass du ihn sofort ablenkst, noch bevor er auf die Idee kommt, dass Sofa = Stillen bedeutet. Die Tees bringen nur bedingten Erfolg, denn solange dein Kleiner trinkt, bildet deine Brust auch Milch. Und auch das Hochbinden ist eine sehr veraltete Methode, die nicht empfohlen wird, da sie zu Milchstaus führen kann. Also auch für deine Brust ist es sinnvoller, wenn du dir fürs Abstillen Zeit lässt. Ein paar Wochen wäre ideal... Lieben Gruß, Kristina Die "Pantley-Methode" Allerdings gleich vorab: Ob ein Baby nach dem Abstillen besser schläft kann leider nicht vorhergesagt werden. Nicht bei allen ist das nämlich so, was in erster Linie damit zusammen hängt, dass die Kleinen ein ganz anderes Schlafmuster haben als wir Großen, und von Natur aus dafür "programmiert" sind, häufig aufzuwachen. Ab ca einem Jahr können viele Kinder es schon verkraften, ein paar Stunden lang in der Nacht nicht zu stillen. Je älter sie sind, desto größer ist die Chance auf Erfolg! Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das erst im Herbst auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Es ist übrigens eine ganz normale Reaktion, dass Kinder bei Krankheiten wieder vermehrt stillen (ihre Natur weiß, was das Beste für sie ist...), und vielleicht kannst du ihr ja das Einschlafstillen am Nachmittag noch zugestehen, während du an der Stillfreien Zeit in der Nacht arbeitest - so muss die kleine Maus nicht gleich alles auf einmal aufgeben, was ihr gut tut.


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