Mary8518
Guten Morgen, Fr. Welter & Fr. Wrede!
Vielleicht können sie mir helfen, oder einpaar Tipps oder Ratschläge geben, da ich langsam "verzweifelt" bin.
Mein Sohn ist 15 Monate alt. Er isst auch schon alles. Ich stille ihn immer noch. Ich möchte ihn aber langsam abstillen, obwohl mir diese Entscheidung nicht leicht fällt. Er hat 8 Zähne (bald 10), leider 3 Zähne leicht 'abgebrochen', daher noch mehr schmerzhaft beim Stillen. Meine Brüste sind daher auch schon leicht wund und meine Brustsalben helfen mittlerweile nicht mehr. Er ist leider hin und wieder sehr bissig zb. wenn er mal schlechte Laune hat oder wenn er das Gefühl hat beim Stillen keine Aufmerksamkeit zu bekommen. Er schläft nur mit der Brust ein und verlangt öfters die Brust in der Nacht, zur Zeit auch schon tagsüber. Ich hab mittlerweile aufgehört mitzuzählen, wie oft. Er wird meist sehr unruhig, wenn er sie nicht bekommt. Er verlangt auch nach Mahlzeiten (oder nach viel jausnen) die Brust, obwohl er schon satt ist. Ich kann ihn beim Papa nicht länger als 3 Std lassen, da er lautstark weint, heftig protestiert und nach der Brust verlangt und seit kurzem auch wieder bei Autofahrten. Mein Lebensgefährte und Ich haben versch. Milch und Flaschen schon ausprobiert, leider ohne Erfolg. Schnuller lehnt er auch ab.
Hilft Pfefferminztee beim Abstillen oder Salbeisirup?
Bitte um Hilfe, Tipps oder Ratschläge!
LG Maria
Ps. Ich hab bei versch. Hebammen schon Ratschläge geholt oder versch. Tipps v. Freunden, Bücher, Internet geholt. Leider auch ohne Erfolg. :'(
Liebe Maria, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Zunächst würde ich dem Baby das Beißen abgewöhnen, Dein Baby KANN lernen , nicht zu beißen oder an der Brust zu ziehen! Babys können nicht GLEICHZEITIG an der Brust trinken und zubeißen. Aber sie können aufhören zu saugen und dann beißen oder zerren. Wenn dein Kleiner dich beim Stillen beißt oder sich wegdrückt, kannst Du ihm durchaus vermitteln, dass dir das weh tut. Ein Baby verbindet das Gefühl der Beruhigung und der Sicherheit ebenso wie das Stillen des Hungers mit seiner Mutter. Es versteht nicht, dass es der Mutter Schmerzen verursacht, wenn es seine Zähne auf ihre Brustwarze drückt. Babys beißen nicht aus Boshaftigkeit. Ein Baby muss lernen, was es beim Stillen mit neuen Zähnen tun muss. Oft lernt es durch Ausprobieren und dem, was darauf folgt. Sobald dein Baby zubeißt oder zerrt, reiß es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn Du es nahe an dich heranziehst, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für deine Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Du es von der Brust wegreißt. Es gibt einige Tipps, wie man einem „bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: - das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. - etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne (oder vorher eben den Gaumen) einsetzen darf. - das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. - einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereithält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Er beißt auf keinen Fall aus böser Absicht, sondern weil er probiert, was diese Dinger in seinem Mund mit dir machen. Eigentlich gehen da fast alle Stillkinder "durch" und es vergeht in der Regel auch ganz schnell wieder… Natürlich kannst Du auch abstillen und dein Baby wird auch das akzeptieren! Wenn Du also abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ich persönlich würde langsam abstillen, da dein Kind sich dann langsam umstellen kann, auch für Deine Brust ist das besser. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi
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