Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Hallo, mein Sohn ist 17 Monate alt und ich stille tagsüber 3-5 mal und nachts alle 1 bis 2 Stunden. Mein Prinz saugt mir regelrecht das Leben aus. So geht das von Anfang an. Wobei ich da auch am Tag noch mehr gestillt hab. Nein er nuckelt nicht nur, sondern trinkt. Und ja er ißt auch ganz normal am Tisch mit und trinkt brav Wasser, verdünnten Kirschsaft und bei Bedarf(Krankheit) auch Tee. Die Ärztin hat auch keine Ahnung wo er das alles hinißt. Das einzige was ihn von andern unterscheidet ist, daß er sehr agil und motorisch immer seinem Alter voraus ist. (Krabbeln mit 6 Mo, laufen mit 9 Mo usw.) Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass es eine schwere Geburt war (Notsectio)und er reanimiert wurde und anschließent wegen einer Sepsis lange auf Intensivstation lag. Ich stille gern, aber ich bin echt am Limit und würde gern das Stillen auf 2-3 mal einschränken. Am liebsten nur im Hellen und nicht mehr als Einschlafhilfe. Ich habe es versucht so wie es hier drin schon oft als sanfte Methode beschrieben wurde.....keine Chance...Junior schreit sich so in Rage, dass mir Angst und Bange wird. Ich biete ihm auch nachts immer Wasser an, aber da haut er mir im wahrsten Sinne des Wortes die Flasche um die Ohren. Trost verträgt er auch nicht. Da schlägt er meine Hand weg. Als Trost akzeptiert er nur die Brust. Haben Sie noch irgendwelche Tipps? Vielen Dank im Voraus.


Biggi Welter

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Liebe Rote-Zora, jedes Kind stillt sich irgendwann auch von alleine ab, doch seiner natürlichen Veranlagung entsprechend kann das durchaus erst so um das 5. Lebensjahr herum sein. Nur wenige Mütter genießen es heute noch, eine so lange Stillzeit zu haben, und es ist sicher auch nicht einfach, weil unsere Gesellschaft dazu eine ziemlich unnatürliche Einstellung hat. Dennoch, es wäre weder abnorm noch krank... Vielleicht ist es ein guter Ansatz, wenn du zunächst einmal die Nächte nuckelfrei bekommst. Wenn ihr die Hürde genommen habt, und deine Maus die Erfahrung macht, dass er es auch ohne Brust schafft, dann ist der Schritt zum komplett abstillen sicher nicht mehr so groß! Ich hoffe, dir helfen helfen euch vielleicht unsere Tips zum Thema "Stillfreie Zeit in der Nacht": Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das erst im Herbst auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Es gibt von ihr auch ein Buch speziell für ältere Kinder, "The no-cry-sleep-solution for toddlers and preschoolers", aber das ist nur auf Englisch erhältlich. Ich hoffe, die Tipps helfen dir weiter! LLLiebe Grüße, Biggi


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