Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn ist 17 Monate und wir stillen in der Früh, am Abend, manchmal auch tagsüber und jetzt wieder vermehrt in der Nacht. Nach mitternächtlichem Stillen lässt er sich auch gar nicht mehr in sein Bettchen legen, sondern liegt neben uns und "hängt" bzw. nuckelt fast die ganze restliche Nacht an meiner Brust. Mein Problem ist nun (ausser dass ich das Gefühl habe nicht mehr zu schlafen), dass mein Mann und ich in einem Monat für eine Nacht und 2 Tage ohne Kinder (unser Großer ist 6 Jahre) ausser Haus sind. Wie wird das mein Kleiner verkraften, kann er das überhaupt so kurzfristig oder muss ich bereits jetzt beginnen abzustillen bzw. zumindest in der Nacht abstillen? Und wenn ja, wie soll ich das ohne Geschrei schaffen? Tagsüber kann er leicht auf die Brust verzichten. Er isst und trinkt nahezu alles. Und wenn ich nicht da bin, benötigt er sowieso keine Brust. An und für sich wollte ich ja, dass er sich irgendwann von selbst abstillt, aber da ich nun die eine Nacht nicht da bin, bin ich jetzt in Sorge ob ich solange warten kann. Ach ja, Schnuller nimmt er keinen. Ich hoffe, Sie können mir einen Rat geben.
Liebe natzl, ich würde jetzt nicht möglichst schnell abstillen wegen einer Trennung in zwei Monaten, denn die Betreuungsperson wird es schaffen, Ihr Kind zur Ruhe zu bringen. Sie schreiben selbst, dass Ihr Sohn gut verzichten kann und das wird er tun, wenn er merkt, dass Sie nicht da sind. Für Ihr Kind wird die Trennung wahrscheinlich schlimmer sein, als das Verzichten auf die Brust. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre "punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch "Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel oder bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin oder im Stillshop auf dieser Seite erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi
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