Mitglied inaktiv
Hallo, meine Tochter ist jetzt 17 Monate. Abends ißt sie immer recht wenig, so daß es nie für die Nacht reichen würde. Sie wird dann noch gestillt, manchmall drängt sie allerdings schon vor dem Abendessen an die Brust. Bevor sie ins Bett geht möchte sie auch nochmals kurz an die Brust, aller-dings trinkt sie da nicht wirklich, sondern nur zum "runterkommen". Sie schläft allein in ihrem Bett, aber spätestens um Mitternacht wird sie wach und sie kommt zu uns ins Bett. Da braucht sie dann wieder die Brust zum Weiterschlafen, das ist wohl Gewohnheit (sie nimmt keinen Schnuller, bei meinem Mann läßt sie sich leider nicht beruhigen). Und auch in der Früh schläft sie nicht mehr alleine ein, sondern auch nur an der Brust. Wie kann ich ihr das abgewöhnen? Desweiteren schläft sie abends meist nur auf dem Arm ein. Sie trinkt leider auch keine Kuhmilch, ißt kein Käse und kein Joghurt. Habe bereits mal von einer Stillberaterin gehört, abends das Stillen weg zu lassen, aber das klappt überhaupt nicht. Habe bereits vom Buch "Schlafen statt Schreien" gehört, sollen wir das mal testen? Vielen Dank und alles Gute
Kristina Wrede
Liebe 120908Laura, wenn es sich beim Verhalten deiner Kleinen um reine Gewohnheit handelt, dann kannst du mit viel Geduld und Konsequenz (und viel viel Liebe) eine Änderung erreichen. Das Buch "Schlafen statt Schreien" könnte dir dabei helfen, auch wenn du nicht den kompletten Plan, den die Autorin Elizabeth Pantley vorgibt, umsetzt. Wenn es keine Gewohnheit, sondern ein Bedürfnis ist, nach Nähe, Geborgenheit, Sicherheit, dann solltest du es noch eine Weile zulassen, denn nur ein befriedigtes Bedürfnis erlaubt gesunde Reifung. Klar lässt sich da viel erzwingen, und Programme wie "Jedes Kind kann schlafen lernen" funktionieren durchaus. Allerdings hat alles seinen Preis, und der kann ganz schön hoch sein und erst viel später sichtbar werden. es ist ein Problem unserer Zeit, dass den Kindern ständig unterstellt wird, ihre Bedürfnisse wären lediglich eine unangenehme Gewohnheit, die es unbedingt abzugewöhnen gilt. Selbst Mütter, die im Grunde ihres Herzens sicher sind, dass ihre Kinder sie nicht „manipulieren" wollen, werden durch Bemerkungen von außen immer wieder verunsichert und überlegen schließlich „ist da nicht doch etwas dran?". Selbst wenn dein Kind keinen körperlichen Hunger hat, so stellt sich die Frage: Ist der seelische Hunger nicht ebenso wichtig wie der körperliche Hunger? Stillen ist viel mehr als eine Methode Milch in ein Kind zu bekommen. Warum sollte es weniger wichtig sein, das Bedürfnis des Babys nach Nähe und Geborgenheit zu stillen, als seinen körperlichen Hunger zu stillen? Es gibt unzählige Gründe, warum ein Kind nachts (wieder vermehrt) aufwacht und die Nähe und Geborgenheit und auch Nahrung an der Brust sucht. 17 Monate scheint uns oft schon "so alt" zu sein, dabei sind es noch klitzekleine Menschlein, die tatsächlich noch viele Bedürfnisse haben. Vielleicht also lässt sich ein Kompromiss finden, der euer beider Bedürfnisse gerecht wird? Die Tatsache, dass die Kuhmilch und -produkte ablehnt kann übrigens ein Zeichen dafür sein, dass sie die (noch) nicht verträgt. Gerade dann ist es gut dass du mit deiner Muttermilch eine wertvolle Alternative zur Verfügung hast, denn es gibt tatsächlich keine gesündere Milch als deine, weil sie genau auf dein Kind, und nicht auf ein Kalb, abgestimmt ist. Ich hoffe, meine Antwort hilft dir ein wenig weiter! lieben Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Liebe Kristina, vielen Dank für Deine tolle Antwort. Wir werden abends noch weiter stillen! Nur manchmal denke ich mir, daß sie nie los kommt von der Brust, aber andererseits, wenn sie soweit ist... Ich hoffe, daß sie irgendwann auch abends mehr ißt. Liebe Grüße, Petra
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