Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, meine kleine Tochter ist 4 Monate alt und aus beruflichen Gründen möchte ich langsam (!) abstillen. Da mein Freund zu Hause ist, versuchen wir, die Mittagsmahlzeit durch Flaschenmilch (industrielle Säuglingsmilch) zu ersetzen, die er ihr dann gibt. Leider lehnt sie die Flasche ab, weiß auch nichts mit dem Sauger anzufangen, so dass sie nur sehr wenig trinkt (eher das, was so aus der Flasche rausläuft). Dafür ist sie dann ganz gierig, wenn ich zur nächsten Mahlzeit wieder da bin. Hast du vielleicht Tipps für mich, wie man vorgehen könnte? Liegt es am Sauger oder an der Milch? Wie lange braucht ein Kind für die Umgewöhnung? Sollte wir vielleicht schon mit Beikost beginnen? Aber auch dann stünde ich ja nicht mit meiner Milch zur Verfügung und das Kind braucht ja noch seine Milchmahlzeiten. Oder kann ich evtl. ganz auf die Flasche verzichten und stattdessen die Milch mit einem Becher geben? Ich habe es einmal vorsichtig mit einem kleinen Plastikbecher probiert und hatte, obwohl es nur ganz kurz klappte, den Eindruck, dass sie das lieber mochte. Was nehme ich für einen Becher? Außerdem hatte ich mal gelesen, dass Kinder im ersten Lebensjahr unbedingt noch saugen sollten. Und in welchem Abstand kann ich die folgenden Mahlzeiten ersetzen? Kennst du evtl. auch eine Beraterin in meiner Nähe (PLZ 24105)? Ich danke dir erst einmal für deine Hilfe, herzliche Grüße, Nina.
Liebe Nina, wenn Du deinem Kind etwas Gutes tun willst, dann verzichte Sie noch etwa zwei weitere Monate auf jegliche Form von Beikost. Auch wenn dein Baby nicht allergiegefährdet ist, so ist die zu frühe Einführung der Beikost immer eine starke Belastung für den noch unreifen Darm und belastet auch die Nieren enorm durch die erhöhte Molenlast. Es ist sinnvoll mit der Beikost zu beginnen, wenn das Baby die folgenden Anzeichen zu erkennen gibt: o es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, o der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, o es zeigt Bereitschaft zum Kauen, o es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, o es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt. Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Auch Babys, die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefüttert werden, sollten in den ersten sechs Monaten keine andere Nahrung erhalten. Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt "Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: o die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern o geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden. Sicher hat dein Kind noch ein starkes Saugbedürfnis, aber es wird ja auch nicht sofort ganz abgestillt und bekommt später evtl. noch einen Schnuller. Selbstverständlich kann auch ein so kleines Baby bereits aus einem Becher gefüttert werden, das muss auch kein Trinklernbecher sein, es geht mit einem ganz normalen kleinen Becher (etwa im gleichen Durchmesser wie ein Eierbecher). Sogar Frühgeborene können mit dem Becher gefüttert werden. Ein kleiner Becher oder ein kleines Glas wie ein Schnapsglas oder eine biegsame Tasse lassen sich etwas leichter handhaben als Becher, Glas oder Tasse in Erwachsenengröße. Aber prinzipiell lässt sich jeder saubere Becher, jedes Glas oder jede Tasse verwenden. Wenn langsam gefüttert wird, sollte das Baby bei Befolgung der anschließenden Empfehlungen in der Lage sein, die Milch zu trinken. o Vergewissere dich, dass das Baby wach und munter ist. o Wickele das Baby ein, damit es den Becher nicht mit seinen Händen weg schlagen kann. o Schütze die Kleidung der Mutter und des Babys mit einem Tuch vor verschütteter Milch. o Halte das Baby aufrecht. o Fülle den Becher mindestens halb voll. o Bring den Behälter an die Lippen des Babys und halte ihn dabei leicht geneigt, so dass er, wenn das Baby seinen Mund öffnet, leicht auf der Unterlippe ruht und die Milch die Lippen gerade berührt. o Kipp den Becher leicht, so dass ein paar Tropfen Milch auf die Lippen des Babys laufen. o Belasse den Becher in dieser Stellung und lass das Baby in seinem eigenen Rhythmus daran nippen, mit Pausen bei Bedarf, und beende die Fütterung, wenn es fertig ist. Manche Babys trinken ohne Unterbrechung, andere bevorzugen es, dass der Becher zwischen dem Schlucken zurückgeneigt wird. Manche Babys strecken ihre Zunge beim Trinken aus dem Becher aus, andere nicht. Es kann jeder gewöhnliche Becher oder jede Tasse verwendet werden, es sind aber auch spezielle Baby Becher erhältlich. Baby Trinkbecher gibt es von Ameda und von Medela. Der Ameda Becher hat gerade Seitenwände und einen Schnappdeckel. Er fasst etwa 60 ml und hat eine geeichte Maßeinteilung in Milliliter und Unzen. Da er luftdicht verschlossen werden kann, eignet er sich sowohl als Fütterbecher als auch als Aufbewahrungsgefäß, wodurch sich das Verunreinigungsrisiko verringert. Beim Abstillen solltest Du langsam und allmählich vorgehen und auch nicht gleich komplette Stillzeiten ausfallen lassen, sondern eine Stillzeit nach der anderen langsam immer weiter verkürzen und verringern. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche kannst Du dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Du beginnst, bleibt dir überlassen. Nach Möglichkeit sollten nicht zwei unmittelbar aufeinander folgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzt werden. Sollte die Brust auch bei dieser langsamen Vorgehensweise zu voll werden und zu spannen beginnen, kannst Du gerade soviel Milch vorsichtig ausstreichen oder abpumpen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken solltest Du deine Trinkmenge. Du solltest dich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekommst Du massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Du dich hierfür interessierst, wenden dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. Bitte wende dich auch an Frau MOHR Susanne, Tel.: 04321 61624, sie kann dir sagen, welche die nächste LLL-Beraterin für dich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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