Ulchen4
Guten Morgen
meine kleine Matilda ist nun 18 Monate alt und ich möchte sie gerne abstillen. Zum Einen denke ich dass sie vor allem nachts zu viel trinkt und daher tagsüber wenig isst und zum anderen trinkt sie sehr sehr langsam bzw. nuckelt stundenlang - manchmal auch die ganze Nacht, wenn ich sie vorsichtig löse, weint sie sofort sehr lautstark los. Damit hat sie dann schnell wieder ihren Willen, da ich noch 3 andere Kinder (3,9,9) habe die nachts natürlich nicht davon aufwachen sollen.
Tagsüber stille ich eigentlich gar nicht mehr. Nur wenn sie krank ist und sonst gar nichts isst oder trinkt wie letzte Woche. Nun ist sie wieder gesund und es ist ok wenn ich ihr tagsüber Alternativen anbiete. Abends fordert sie dann intensiv das stillen ein und schläft auch nur an der Brust ein. Dabei trinkt sie erstmal beide Seiten leer und ca. eine Stunde später kommt das Einschlafgenuckel (in dieser Zeit schläft dann der 3jährigen mit ihr zusammen ein).
Meine Kleine wiegt aktuell 8,5kg, sie isst an manchen Tagen richtig gut und alles was die anderen auch essen, aber an manchen Tagen auch einfach fast nix außer etwas Obst. Aber sie ist sehr gut, läuft seit sie 9 Monate ist, klettert, tobt und redet schon viel. Muss ich mir Sorgen wegen des Gewichts machen?
Der andere Grund zum abstillen ist natürlich der krasse Schlafmangel und die Tatsache dass ich mich abends und nachts kaum frei bewegen kann ohne dass es Geschrei gibt. Manchmal schläft sie nach dem einschlafen je 3-4 Stunden. Manchmal aber wacht sie stündlich auf um dann min. 15-30 min zu nuckeln. Das ist sehr anstrengend. Im ersten Lebensjahr hat sie deutlich länger geschlafen (6-8 Stunden). Ich gehe bald wieder arbeiten und unter dieses schlafbefingungen werde ich das nicht schaffen.
Bei meinem Mann brüllt sie abends oder nachts wie am Spieß.
Wie schaffen wir das abstillen. Müssen wir das mit dem Gebrüll „aushalten“? Sie lässt sich dann auch kaum kuscheln oder rumtragen. Oder wird es sich von selber legen? (Zustand dauert bereits ein halbes Jahr an)
Bin etwas verzweifelt - Gruß Uli
Liebe Uli, ich würde Dir so gerne sagen, dass das Abstillen helfen wird, leider ist dem nicht so. Du hast auch nichts falsch gemacht, und es liegt auch nicht an dir, dass deine Kleine sich verhält, wie sie sich verhält! (wäre es anders, warum glaubst du gibt es soooo viele Ratgeber zum Thema??) Du schreibst, dass du noch drei weitere Kinder hast und wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kleinen sich so eine „Extraportion Mama“ holen. Selbst wenn du jetzt abstillst, wird dein Baby nicht auf einmal durchschlafen und du musst aufstehen, musst es beruhigen, evtl. herumtragen.... Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles in der Nacht, und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch, noch ziemlich. Ehe du aber jetzt zusammenklappst, weil du nicht mehr genug Schlaf bekommst, muss eine Lösung gefunden werden, die dich entlastet. Das kann durchaus eine vermehrte Einbeziehung des Vaters sein, wenn es nachts nicht geht, dann eben mal am Tag, damit du eine Möglichkeit hast, dich auszuruhen und neue Energie zu sammeln. Auch wenn dein Baby sich beschwert und protestiert, ist das völlig okay, denn Ihr lasst es ja nicht alleine, sondern steht ihm bei. Suche für dich eine Möglichkeit zum Entspannen und Abschalten. Gönne DIR etwas. Wenn es dir besser geht, wird es auch deinem Kind besser gehen. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, solltest Du dich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich weiß nicht, ob es bei dir in der Umgebung zum Beispiel eine Erziehungsberatungsstelle gibt. Das Wort "Erziehungsberatungsstelle" klingt für dich jetzt möglicherweise erschreckend, muss es aber nicht. Dort arbeiten Fachleute der unterschiedlichsten Disziplinen, die mit dir zusammen nach einem Weg suchen können, wie Du ganz individuell auf dein Kind eingehen kannst und wie ihr euer Zusammenleben möglichst gut gestalten könnt. Ich wünsche dir, dass es dir ganz bald besser geht! Lieben Gruß Biggi
Ulchen4
Lieben Dank für die unglaublich schnelle und gute Antwort!
Das mit der Extraportion Mama hab ich mir auch schon gedacht - hier ist viel los und beim nur nachts stillen hat sie mich für sich. Die anderen Kinder waren bzw. mein 3jähriger ist ein absolutes Mamakind. Nur ich kann ihn ins Bett bringen, sonst ist er wirklich verzweifelt (tatsächlich kein Aufstand oder Trotz, pure Verzweiflung). Da sucht sich die kleine ihre Zeiten. Soll sie haben, ich halte schon durch.
Wenn es keine negativen Auswirkungen auf ihr Gedeihen oder die zähnchen hat, nicht grundlegend falsch ist, man zweifelt halt auch beim vierten Kind noch…
Daher nochmal VIELEN DANK für ihre tolle Antwort. Ich zeige sie meinem Mann
Liebe Uli, Ich freue mich so sehr über deine Antwort und danke dir herzlich dafür. Ich frage mich so oft, ob meine Beratung so ankommt, wie ich sie meine oder ob eine Mutter sich evtl. angegriffen fühlt. Ich habe selbst drei Kinder groß gezogen und ich weiß, wie fertig frau oft ist und oft ist ein gut gemeinter Ratschlag einfach nur ein Schlag.... Danke, dass du mir diese Rückmeldung schenkst, sie freut mich echt! Lieben Gruß Biggi
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