Moonmoth
Hallo, Ich wende mich an Sie, in der Hoffnung, dass sie vielleicht einen „Gamechanger“-Tipp für mich haben. Meine Tochter (21 Monate) stillt noch recht viel. Sie hat nie Schnuller oder eine Flasche genommen. Aktuell ist unsere Stillbeziehung etwas festgefahren. Nachdem es tagsüber Überhand genommen hatte, dass sie sich ständig selbst bedient hat, habe ich die Regel eingeführt, dass nur noch auf dem Bett oder Sofa gestillt wird. Sie akzeptiert das zwar, zieht mich aber penetrant dorthin wenn sie stillen möchte oder sagt dass sie zum Sofa stillen möchte. Ich versuche sie zwar immer erstmal abzulenken (Buch lesen, Turm bauen, Trinken etc) , das funktioniert aber selten und wenn dann nur kurz. Sie ist nicht das einzige Kind und da ich mich auch noch um den Haushalt kümmern muss, kann ich mich nicht den ganzen Tag mit ihr draußen aufhalten, obwohl sie dort meist so gut abgelenkt ist, dass sie kaum ans Stillen denkt. Mich nervt die Häufigkeit und vor allem auch das Stillen an sich: eher rumnuckeln als Trinken, totales herumhampeln dabei, ständiges an und abdocken und Brustwechseln. Auch zum Einschlafen, nachts und nach dem Aufwachen möchte Sie stillen. Insbesondere nachts wird oft nur genuckelt und aktuell lässt sie auch kaum wieder los und wird beim abdocken wach und krallt sich die Brust wieder. (trinkflasche mit Wasser wird manchmal kurz genommen, oft auch einfach weggepfeffert) Seit über einem halben Jahr versuche ich, dass es weniger wird, aber es klappt nicht. Ich möchte ihr auch ungern sagen, dass ich es nicht möchte, da ich mich sorge, dass sie dann denken könnte, ich habe sie nicht mehr lieb, wenn ich ihr die geliebte Brust verweigere. Daher hoffe ich immer, dass es von selbst weniger wird, aber leider nein. Haben Sie eine Idee? Ich biete es natürlich von mir aus auch gar nicht an.
Liebe Moonmoth, höre mal ganz genau ich dich hinein, was empfindest DU? Ist es für DICH eher schon ein Machtkampf? Fühlst DU DICH wohl? Wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht etwas zu ändern. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Sicherlich ist es für deine Kleine ein liebgewonnenes Ritual und sie wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt deine Kleine das auch. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Das Wichtigste ist jetzt, dass du Klarheit für dich bekommst. Möchtest du sofort komplett abstillen, oder wäre ein "wir stillen nur noch abends zum Einschlafen und morgens vor dem Aufstehen" auch ok für einige Zeit? Je klarer für dich ist, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es auch in diesem Alter! Auch DEINE Gefühle sind wichtig und wenn du dich unwohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht, etwas zu ändern! Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass du gar nicht sooo sehr genervt bist und merkst, dass es so noch okay ist für dich. Dein Kind wird diese Phase hinter sich lassen, auch ohne Druck. Und das Abstillen wird auch nicht leichter oder schwieriger. Ich wünsche Euch einen friedlichen Weg, der für alle passt! Lieben Gruß Biggi
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