Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abpumpen?

Frage: Abpumpen?

Mitglied inaktiv

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Hallo, ich werde in 3 Wochen heiraten und möchte nicht unbedingt a.d. Standesamt meine Brüste rausholen müssen (bin eine der Dauerstillmamis). Durch den Stillmarathon (alle 1,5 bis 2 Std) wird es wohl problematisch mit dem Abpumpen, denn es ist wirklich kaum noch was da........jetzt denke ich darüber nach, meinem Sohn (20 Wochen) eine Flasche PRE zu machen und ihn dann füttern zu lassen. Oder haben Sie eine bessere Idee? Vielen Dank! PS: Bin vor der Trauung auch noch beim Friseur, also wird alles etwa 3,5 Std. dauern


Biggi Welter

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Liebe Katinka1973, sicher wäre es möglich, dass Du deine Milch abpumpst und deinem Baby dann eine Flasche mit abgepumpter Milch gibst, aber es ist sehr, sehr umständlich und Du gehst vor allem so lange dein Sohn noch so klein ist das Risiko ein, dass er durch die Flasche saugverwirrt wird und Du dann einige Probleme beim Stillen bekommen wirst. Außerdem wirst dann während den Hochzeitsfeierlichkeiten eine Möglichkeit finden müssen um abzupumpen, denn deine Brust wird weiter Milch produzieren, die Du, wenn Du das Baby nicht stillst, abpumpen oder ausstreichen musst, um zu verhindern, dass die Brust zu voll wird und sich ein Milchstau oder gar eine Brustentzündung entwickelt. Ich denke, dass es sehr viel schwieriger und unangenehmer ist, während einer Hochzeit oder einer anderen Veranstaltung einen Platz und auch die Zeit zum Abpumpen zu finden, als ein Baby zu stillen. Wenn Du in den nächsten Tagen übst (vielleicht vor dem Spiegel) wie Du diskret stillen kannst und dich entsprechend geschickt anziehst, muss niemand (außer einer Mutter, die selbst Stillerfahrung hat) bemerken, dass Du dein Baby stillst. Eine andere Möglichkeit ist, dass Du dich zum Stillen in eine ruhige Ecke oder einen anderen Raum zurückziehst, wenn Du nicht "vor allen Leuten" stillen magst. Es ist sicher einfacher und angenehmer sich mit dem Baby zum Stillen zurückzuziehen als mit einer Pumpe auf die Toilette zum Abpumpen zu gehen. Ich hänge dir zum Thema noch einen interessanten Artikel an und wünsche dir einen unvergesslichen wundervollen Tag! Alles Gute! Biggi Welter Nur ein Fläschchen..... Autor: Anna Vnuk MBBS, DipObs, RACOG, IBCLC Titolo Originaltitel: "Just one bottle" Wusstest du.......dass nur eine einzige Flasche Pulvermilch ernste Auswirkungen auf Mutter und Kind haben können? Leider ist es sehr leicht, einem gestillten Baby "nur eine Flasche" zu geben und die Gründe dafür sind meistens Sorge für das Wohlergehen der Mutter oder des Kindes. Zum Beispiel: · Um der Mutter nach einer langen Entbindung Ruhe zu goennen. · Um ein hungriges Baby, das Schwierigkeiten dabei hat, von der Brust zu trinken, zu füttern. · Um wunde Brustwarzen zu schonen Studien haben jedoch herausgefunden, dass "nur eine Flasche von Milchersatznahrung" sowohl für die Mutter als auch für das Baby schädlich sein kann, und zwar: · Erhöhtes Risiko einer ernsthaften Milchproteinallergie (Host et al. 1988) · Erhöhtes Risiko von Darminfektion und Durchfall aufgrund der Änderung des PH's der Darmflora. Es kann bis zu einem Monat dauern, bevor dieses wieder sicherere Werte aufweist. (Bullen et al. 1977) · Kann zu Saugverwirrung führen (Newman, 1992) · Stört das empfindliche Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage der Milchproduktion (De Coopman, 1993) · Erhöhtes Risiko eines Milchstaues, da die Brust nicht entleert wird. (Moon & Humenick) · Vermindert das Vertrauen der Mutter, ihr Baby stillen zu können. (Howie, 1981) · Verkürzt die Stilldauer (Gray Donald et al. 1985). Viele Mütter würden es vorziehen, dass ihren gestillten Babys keine Flasche mit synthetischer Milch gegeben wird, vor allem, wenn sie die Auswirkungen kennen würden, daher wäre es wichtig, sie, bevor ihr Baby dem Risiko ausgesetzt wird, über die möglichen Konsequenzen zu informieren und ihr Einverständnis einzuholen. Viele Mütter würden akzeptieren, ihr Baby zu stillen, auch wenn sie müde sind, oder ihre Brustwarzen schmerzen, wenn sie wüssten, wie wichtig es ist. Vergiss nicht; Stillen ist ein wertvolles Geschenk. Unterstütze und schütze es in diesen ersten wichtigen Tagen. Referenzen: Bullen, CL, Tearle, PV, Stewart MG 1977 The effect of humanized milks and supplemented breastfeeding on the faecal flora of infants. J. Med. Microbiol 10:403 413. De Coopman, J 1993 Breastfeeding after pituitary resection: Support for a theory of autocrine control of milk supply? J Hum Lact 9(1):35 40. Gray Donald, K, Kramer, MS, Munday, S, Leduc, DG 1985 Effect of formula supplementation in the hospital on the duration of breastfeeding: A controlled clinical trial. Pediatrics 75:514 518. Host, A, Husby, S, Osterballe, O 1988 A prospective study of cow's milk allergy in exclusively breastfed infants. Acta Paediatr Scand 77:663 670. Houston, MJ, Howie, PW 1981 The importnace of support for the breastfeeding mother. Health Visitor 54(6):243. Moon, JL, Humenick, SS 1989 Breast engorgement: Contributing variables and variables amenable to nursing intervention. JOGNN 18:309 315. Newman, J 1990 Breastfeeding problems associated with the early introduction of bottles and pacifiers. J Hum Lact 6(2):59 63. Erschienen in: "Breastfeeding Review", Volume II, Number 8, November 1993, page 358. Copyright © Breastfeeding Review Adresse der Autorin: A. Vnuk, 57 Alicante Ave, Wynn Vale, SA 5127, Australia Übersetzt von Ulrike Schmidleithner


Mitglied inaktiv

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Hallöchen, ich meinte Abpumpen im voraus, d.h. zuhause denn so würde es ja kaum Sinn machen. Auch mein Kleid erlaubt es leider nicht, diskret zu stillen, es ist so eng, dass ich mich bis zur Hüfte daraus befreien lassen müsste. Somit wollte ich wissen, wie ich es schaffe, abzupumpen und gleichzeitig meinen kleinen immer hungrigen Vampir zufrieden zu bekommen. Die letzten Abpump-Versuche endeten damit, dass er so schrie, dass ich die abgepumpte Milch prompt wieder verfüttern musste, anstatt diese einzufrieren ;-) und nun?


Biggi Welter

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Liebe Katinka1973, das Problem ist, dass Du SOWIESO stillen oder abpumpen musst, um einen Milchstau oder gar eine Brustentzündung zu vermeiden. Deine Milchbildung macht nicht einfach Pause und wenn Du normalerweise alle zwei Stunden stillst, wird die Brust bald spannen. Natürlich kannst Du auch abpumpen, wenn dir das lieber ist. Nach Möglichkeit solltest Du keine zu großen Mengen auf einmal abpumpen, um nicht zu sehr in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage einzugreifen. Mengen zwischen 30 und 50 ml zwei oder drei Mal täglich ergeben recht rasch einen stattlichen Vorrat. Muttermilch, die über einen Zeitraum von 24 Stunden abgepumpt wird, kann gesammelt und dann zusammen eingefroren werden, vorausgesetzt die einzelnen Portionen wurden bei Temperaturen zwischen 0 und 15 °C aufbewahrt. Du musst auch keine Sorge haben, dass Du deinem Kind durch das Pumpen etwas wegnimmst. Deine Brust wird entsprechend mehr Milch bilden. Ich hoffe, dir ein wenig weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi


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