Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abendliches Shreien an der Brust

Frage: Abendliches Shreien an der Brust

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi! Sei ungefähr drei Tagen macht mein kleiner Sohn - Donnerstag wird er 8 Wochen alt - abends Theater an der Brust. Er trinkt eine Weile - die an jedem Abend kürzer geworden ist - dann wird er unruhig und fängt an zu schreien, zu strampeln und zu "kratzen". Am abendlichen Ablauf haben wir nichts geändert. Gegen 22 Uhr wickelt mein Mann ihn und bringt ihm mir dann ins abgedunkelte Schlafzimmer. Dort stille ich ihn dann und bringe ihn nachher in sein Bett. Er schläft dann meistens schon - ich auch manchmal :-)) - und dann schläft er super bis ca. 4 Uhr. Wenn ich ihn bei seinen Schreianfällen hochnehme, beruhigt er sich ziemlich schnell wieder. Wenn ich ihn dann aber wieder hin- und anlege, trinkt er ein paar kurze Schlücke und schreit gesteigert wieder los. Irgendwann kriegt er sich ohne ersichtlichen Grund wieder ein, trinkt weiter und schläft, als wenn nichts gewesen wäre. Grundsätzlich ist er ein sehr pflegeleichtes Baby. Er schreit so gut wie nie, ausser natürlich wenn er Hunger oder Langeweile hat und neuerdings abends, wenn´s ins Bett geht. Er wurde von Anfang an voll gestillt. Es ist auch Milch da, denn wenn er anfängt zu schreien, muss er erst schlucken, bevor er loskreischen kann. Da er erst ruhig trinkt, kann es doch auch keine Saugverwirrung sein, oder? Er kriegt nämlich einen Schnuller, denn er heiss und innig liebt. So, jetzt ist es trotz guter Vorsätze doch noch ziemlich lang geworden, aber ich weiss ja nicht genau, worauf es ankommen könnte. Vielen Dank für eine Antwort. Doro3


Biggi Welter

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? Liebe Doro, „wenn er anfängt zu schreien, muss er erst schlucken, bevor er loskreischen kann" ist der Satz, der mich darauf bringt, dass deine Milch ab dem Einsetzen des Milchspendereflexes so schnell fließt, dass es deinem Sohn zu viel wird. Sobald das schnelle Fließen der Milch dann wieder nachgelassen hat, „kriegt er sich wieder ein". Es kann vorkommen, dass der Milchspendereflex so stark einsetzt, dass das Baby mit dem Schlucken nicht mehr hinterherkommt und förmlich das Gefühl hat „überschwemmt" zu werden. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (eine Windel zum Auffangen der Milch hinlegen und nicht vergessen den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen". Dazu wird das Baby so gehalten, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als die Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnt sich die Mutter dabei nach hinten, beim Wiegengriff wird das Baby von unten mit zwei Kissen im Schoß der Mutter gestützt und die Mutter lehnt sich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - die Häufigkeit der Stillmahlzeiten erhöhen. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößert werden, verschlimmert sich das Problem noch weiter. - nur eine Brust pro Mahlzeit anbieten. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn das Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden angeboten wird, bevor die Seite gewechselt wird. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, sollte gerade soviel Milch ausgestrichen werden, dass sich die Frau wieder wohl fühlt, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - das Baby stillen, wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - verschiedene Stillpositionen versuchen(auch das oben beschriebene Berg-auf-Stillen) Eventuell kann das Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf dem Bauch der Mutter liegt. So könnte sie dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf ihrem Bauch einschlafen lassen.) - das Baby oft aufstoßen lassen. - den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller vermeiden. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Probier es mal aus. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Doro, Hallo Biggi, das gleich Problem hab ich mit meinem Sohn(7Wochen) seit ca. 1 Woche auch. Bei uns scheinen es aber Blähungen zu sein, denn manchmal spür ich (oder hör ich) das "Pfürzle" rauskommen kurz nachem er unruhig wird. Es wird ihn dann wahrscheinlich so Schmerzen, das er auch einen Hochroten Kopf bekommt. Der KiArzt (bei dem ich am Montag deshalb war) sagt das ich wohl in dieser einen WOche irgendwas in meiner Ernährung geändert habe und das der Auslöser ist. Das einzige was ich geändert habe ist allerdings das ich ca. 3 Tassen Fencheltee trinke. Kann das echt sein? Ich hab ihn jetzt seitdem weggelassen und die Attacken sind tatsächlich weniger (aber nicht ganz weg--nicht mehr bei jedem Stillen) geworden. Biggi was sagst Du dazu?? DANKE!!! Grüßle Vesi!!!


Biggi Welter

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? Liebe Vesi, Fencheltee kann, ebenso so wie die Teemischungen, die als Milchbildungstee auf dem Markt sind, bei empfindlichen Kindern zu massiven Bauchproblemen führen, vor allem wenn er in größeren Mengen getrunken wird. Um Blähungen zu vermeiden ist es ganz wichtig, dass das Kind optimal angelegt ist. Ein Kind, das nicht optimal angelegt ist, schluckt mehr Luft und kann daher vermehrt Bauchprobleme haben. Ein gut angelegtes und richtig saugendes Baby, das weniger Luft schluckt, muss auch weniger Luft wieder nach raus bringen und hat daher weniger Bauchprobleme. Es ist extrem wichtig, dass ein Baby korrekt angelegt wird und richtig saugt. Viele Stillprobleme lösen sich, wenn auf die richtige Stilltechnik geachtet wird. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, ja, wenn er wirklich auf den Fencheltee so reagiert, dann darf ich ja auch den Milchbildungstee nicht mehr trinken. Hast Du mir nen Tipp für `ne anderen Mischung, die ich mir dann in der Apotheke machen lassen kann? Oder ist das alles Humbug und ich brauch den Tee garnicht für die Milchbildung? Danke für Deine Antwort! Liebe Grüße Vesi!!!


Biggi Welter

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? Liebe Vesi, kein Tee sollte - gleich ob gestillt wird oder nicht - in größeren Mengen über einen längeren Zeitraum hinweg getrunken werden. Die Wirkung von Milchbildungstee konnte noch nie wissenschaftlich bewiesen werden und er ist nicht erforderlich, um erfolgreich zu stillen. Die Milchbildung wird in erster Linie durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage geregelt, also über die Stimulation der Brust. LLLiebe Grüße Biggi


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