Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Straker Infekt (HNO/Bronchial) in Frühschwangerschaft

Frage: Straker Infekt (HNO/Bronchial) in Frühschwangerschaft

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Hallo Dr. Bruni, seit 14 Tagen (8.-10. SSW) bin ich stark erkältet (Nebenhöhlen, Bronchialhusten, kein Fieber) und verbringe die meiste Zeit auch brav im Bett. Außer Bronchofortonsalbe zum Einreiben und rein pflanzliche Lutschpastillen gegen den Reizhusten traue ich mich eigentlich nicht, irgendwas zu nehmen. Trotzdem geht dieser Infekt nicht weg, es scheint noch mehrere Tage zu dauern, da ich mich noch sehr "schlapp" fühle.Meine Hausärztin und der Gyn sind im Urlaub. Nun meine Frage: Kann dieser Infekt schädlich sein für die Organentwicklung (unsere erste Tochter ist nach ICSI enstanden und 12 Tage nach der Geburt aufgrund multipler organischer Fehlbildungen gestorben, die keine genetische Ursache hatten.Eine Erklärung konnte man nicht finden und hält dies für eine zufällige Fehlentwicklung (abgesehen von den leicht erhöhten Riskiken nach künstl. Befruchtung/ICSI)). Mein Astmaspray Ditec traue ich mich auch nicht zu nehmen (nur wenns gar nicht anders geht), denn ich habe Angst vor einen Übergang der Wirkstoffe durch die Plazenta. Wäre doch die Gabe von Antibiotika ratsam, damit der Bronchialhusten/Halsschmerzen etc. endlich weggehen, oder soll ich lieber einfach abwarten, bis der Körper sich von alleine regeneriert? Vielen Dank für eine Antwort. LG Birgitt


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Birgit, Je nach Ausprägung der Erkältung/Grippe/Entzündung der Nebenhöhlen, sollte der Hausarzt oder HNO-Arzt entscheiden, ob nur symptomatische Massnahmen ausreichen, oder ob man vielleicht doch mehr machen muss und vielleicht auch ein Antibiotikum verabreichen sollte. Und dieses ist dann auch problemlos möglich. Man muss also hier nicht nur zuschauen und zuwarten. Eine Erkältung; Entzündung der Nasennebenhöhlen, eine Grippe oder auch eine Bronchitis stellen in der Schwangerschaft keine Gefahr für das Kind dar. Es gilt zwar die Devise, dass während der Schwangerschaft möglichst keine Medikamente eingenommen werden sollten, aber bei leichteren Beschwerden muß man diese nicht unbedingt unbehandelt lassen. Mit Hilfe der sogenannten "Hausmittelchen" oder einer kleinen Gruppe bewährter Medikamente lassen sich häufige Gesundheitsstörungen während der Schwangerschaft manchmal gut in Griff bekommen. Fragen Sie zu bewährten Hausmitteln gegen leichte Beschwerden auch Ihre Hebamme und Ihren Hausarzt. Vor jeglicher Medikamenteneinnahme sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden, um auszuschließen, dass eine Situation vorliegt, die eben mehr als nur ein Hausmittelchen erfordert. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr viel trinken ist bei allen Arten von Atemwegsinfektionen besonders wichtig. Hier empfiehlt sich zum Beispiel warmer Tee oder heisse eine Zitrone . Nach dem 3. Schwangerschaftsmonat sind in Ausnahmefällen bei besonders quälendem, trockenem Husten codeinhaltige Präparate kurzzeitig einsetzbar. Die Einnahme sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt/Ärtzin abgeklärt werden. Bei anderen Substanzen, die vielfach zur Anwendung empfohlen werden, ist vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Auch Inhalationen z.B. mit ätherischen Ölen und Säfte auf pflanzlicher Basis sind meistens erlaubt. Inhalationen, v.a. mit solehaltigen Substanzen lösen auch das Sekret in den Nebenhöhlen und können somit den Schnupfen lindern. Der Hustenreiz selbst läßt sich schon oft mit Eukalyptus-Bonbons, die in den üblichen Mengen unbedenklich sind, beseitigen. Bei bronchitischen Beschwerden gibt es als Hausmittel sind beispielsweise Kartoffelwickel. Diese werden nach dem Kochen zerstampft und dann noch warm in einem Baumwolltuch auf die Brust gelegt. Ähnlich funktionieren Quarkwickel. In der Schwangerschaft können bei Heuschnupfen die meisten Antihistaminika bedenkenlos angewandt werden, insbesondere inhalative Präparate, die Cromoglicinsäure enthalten. Diese Substanz wirkt überwiegend lokal und zeigt kein erhöhtes Risiko für teratogene Schäden. Neben den inhalativen Substanzen können Sie selbstverständlich auch Augen- oder Nasentropfen anwenden. Die Antihistaminika dürfen also zur Behandlung allergischer Erkrankungen, als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen und auch als Schlafmittel eingesetzt werden. Falls Kortikoide erforderlich sind, empfiehlt sich hier ebenfalls die inhalative Gabe wegen der wesentlich geringeren systemischen Wirkung. Die besten Erfahrungen liegen für Sprays vor, die Budesonid enthalten. Bei Orientierung an die Dosierungen kann man auch mit einer Langzeitmedikation keinen Schaden anrichten. Bei den Antihistaminika ist die Gabe von Terfenadin erst im 2.+3. Schwangerschaftsdrittel erlaubt, weil dann die Organbildung abgeschlossen ist. (Dr. E. Paulus, Universitäts-Frauenklinik Ulm). Nach Aussage von Dr.Paulus hat sich bei 200 Schwangeren mit Terfenadin keine eröhte Fehlbildungsrate gezeigt. Die sog. Betamimetika (z.B. Sultanol, Berotec, Bronchospasmin oder Bricanyl) sind ebenfalls gut erprobt. Sie lösen die Verkrampfung der Bronchialschleimhaut . Bei Asthma-Symptomen kann man auch Prednisolon geben, weil es nur zu 10-20% über die Placenta auf den Feten übergeht. VB


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