Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Christian Karle:

Folgeschwangerschaft nach Präeklampsie mit schwerem HELLP

Frage: Folgeschwangerschaft nach Präeklampsie mit schwerem HELLP

Ani28

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Hallo, ich bin nach knapp 11 Monaten unerwartet schwanger. Meine erste SS verlief anders als gewünscht. Zwischendurch war ich ein paar Tage stationär, weil meine Werte zu schnell in die Höhe gestiegen sind. Ich war dann noch 1,5 Wochen zuhause und 1x wöchentlich bei einer Untersuchung im KH. Ich hatte auch eine erneute Feindiagnostik, wo nur wieder festegestellt wurde, dass meine Doppler der Grund für die Diagnose sind. Mein Kind war einfach zu klein und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann mein Körper unser Kind nicht mehr halten kann. Am Ende lag ich 4 Tage in der Klinik habe die Lungenreifespritze erhalten und diverse CTG's erhalten. Mein Kind wurde unter einigen Komplikationen per Kaiserschnitt in der 31+0 geholt. Ich war danach 2,5 Tage auf der Intensivstation, damit meine Werte beobachtet werden konnten. Danach war ich mit meinem Kind 8 Wochen im Krankenhaus.  Ich habe natürlich sehr große Angst, dass sich alles wiederholt.  welche Erfahrungen haben sie und würden sie zu einer erneuten SS raten?  vielen Dank.  Deine Schwangerschaftswoche: 4


Dr. med. Christian Karle

Dr. med. Christian Karle

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Guten Morgen,  Nach einer schweren und frühen Präeklampsie mit HELLP Syndrom sollte eine rasche Schwangerschaftsfolge vermieden werden und eine fachärztliche Nachsorge stattfinden.  Hierfür gibt es einen speziellen Nachsorgepass, um evtl. Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck früh zu erkennen und zu behandeln.  Hierdurch wird ein Wiederholungsrisiko reduziert.  Das Wiederholungsrisiko für eine Präeklampsie in einer Folgeschwangerschaft liegt laut der aktuellen S2k-Leitlinie der DGGG im Durchschnitt bei 12 % bis 27 % (im Mittel bei ca. 14 % bis 18 %) .  Entscheidende Einflussfaktoren auf das Risiko sind Zeitpunkt der Ersterkrankung: Je früher die Präeklampsie in der vorherigen Schwangerschaft auftrat, desto höher ist das Risiko: Bis 28. SSW: ca. 38,6 % 29. bis 32. SSW: ca. 29,1%  bis 36. SSW: ca. 21,9 % Ab 37. SSW: ca. 2,9 %   Andere hypertensive Erkrankungen in der Vorgeschichte: Nach Gestationshypertonie (Schwangerschaftshochdruck): Risiko für erneuten Bluthochdruck 11 % – 47 %, für Präeklampsie 2 % – 7 %. Nach HELLP-Syndrom: Wiederholungsrisiko für ein HELLP-Syndrom ca. 13 %. Nach Eklampsie: Wiederholungsrisiko für Eklampsie 2 % – 16 %, für Präeklampsie 22 % – 35 %.   Vorbeugung und Maßnahmen Gemäß den gynäkologischen Leitlinien lässt sich das Risiko einer erneuten Präeklampsie durch eine frühzeitige Prophylaxe deutlich senken: Acetylsalicylsäure (ASS): Die tägliche Einnahme von meist 150 mg ASS abends (idealerweise begonnen vor der 17. SSW, fortgeführt bis zur 36. SSW) kann das Risiko für eine frühe Präeklampsie stark reduzieren. Präeklampsie-Screening: Im ersten Trimenon sollte ein erweitertes Screening (Kombination aus mütterlichen Risikofaktoren, Doppler-Sonographie der Uterusarterien und Laborwerten wie dem sFlt-1/PlGF-Quotienten) besprochen werden.   Engmaschige Überwachung: Eine Folgeschwangerschaft wird bei entsprechender Vorgeschichte engmaschiger kontrolliert, inklusive regelmäßiger Blutdruckmessungen und Kontrollen beim Frauenarzt.   Sie sollten nach dem 1. Screening ein entsprechendes Gespräch mit Ihrem Frauenarzt vereinbaren, damit die Vorsorge rechtzeitig geplant werden kann.  Ich wünsche Ihnen alles Gute.  Bleiben Sie gelassen und hoffnungsvoll.  Ihr Dr Christian Karle 


Ani28

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Danke Dr. Karle.  Gibt es auch Infos darüber was mit den Betroffenen ist, bei denen das nach ihren ganzen Prozenten, die sie aufgelistet haben, wieder passiert ist. Wie war der Verlauf da dann? Milder oder eher vergleichbar oder schlimmer?  Meine Diagnose wurde in der 22.SSW festgestellt. Ich bin 36 Jahre alt und gehöre so schon zur Risikogruppe.  Der Flyer zur Nachsorge wird von allen Ärzten nur belächelt und ist eher unbekannt, so dass ich erklären musste was das ist und das es für mich wichtig ist. Das ist für die Betroffenen eher nicht zufriedenstellend. Ich werde die Tage zu meiner FA gehen, ohne Frage. Eine andere Meinung ist/ war mir aber auch wichtig.  


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