Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Paulus, am 04.05. wurde unsere Tochter geboren, sie ist gesund und munter und ich bin sehr dankbar für Ihre Antworten während meiner Schwangerschaft! Leider habe ich während dieser Schwangerschaft Probleme mit den Zähnen bekommen :-( Hab 3 Löcher in den Zahnzwischenräumen. Nun ist es so, wenn diese beseitigt werden, werden wohl auch 2 oder 3 alte Amalgamplomben angebohrt werden müssen... Ich bin selber sehr unglücklich darüber, dass ich soviele dieser Plomben habe und das Anbohren stört mich noch mehr. Kann ich dies während der Stillzeit ganz oder teilweise durchführen lassen, oder sollte ich noch warten, bis ich nicht mehr stille? Würde ein Kofferdam den Schaden des freigesetzten Gases eindämmen? Die neuen Plomben wären aus Kunststoff. Dann hätte ich noch eine Frage zur Antibabypille. Mein Frauenarzt hat mir ein Rezept für die Cerazette ausgestellt, doch nach Durchlesen der Packungsbeilage bin ich über die häufigen Nebenwirkungen verunsichert- ist die Cerazette wirklich die einzige Pille, die man nehmen darf in der Stillzeit? Oder wäre evtl. die Einnahme von LEIOS auch möglich? Diese nahm ich vor meinen Schwangerschaften und habe sie relativ gut vertragen. Vielen Dank!
Die Freisetzung geringer Mengen von Quecksilber aus Amalgamfüllungen ist bekannt (Patterson et al 1985; Vimy & Lorscheider 1985). Auch ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Amalgamfüllungen und den Quecksilberspiegeln in der Muttermilch konnte festgestellt werden (Vimy et al 1997). Trotz großer Amalgammengen wurden toxische Effekte weder bei Müttern noch bei Kindern beobachtet. Angesichts der Vorteile des Stillens und der moderaten Belastung der Muttermilch ist auch bei einer großen Zahl von Amalgamfüllungen das Stillen zu empfehlen (Drasch et al 1998). Eine Entfernung von Amalgamfüllungen geht mit einem vorübergehenden Anstieg des Quecksilberspiegels im Plasma einher (Bjorkman et al 1997). Unter intensiver Absaugung bei Entfernung der Amalgamfüllungen ist nicht mit problematischen Quecksilber-Belastungen zu rechnen. Orale Kontrazeptiva können die Menge und Zusammensetzung der Muttermilch geringfügig verändern (American Academy of Pediatrics Committee on Drugs 1981). Am wenigsten Einfluss besitzen Minipillen mit ausschließlichem Gestagenanteil wie Cerazette (American Academy of Pediatrics Committee on Drugs 1981; McCann et al 1989). Die Sexualsteroide gehen nur in kleinen Mengen in die Muttermilch über. Die American Academy of Pediatrics hält die Anwendung niedrig dosierter Minipillen zur Empfängnisverhütung in der Stillzeit für akzeptabel (Committee on Drugs, American Academy of Pediatrics 1994). Leios® Tabletten enthalten das Gestagen Levonorgestrel 0,1 mg sowie das Östrogen Ethinylestradiol 0,02 mg. Eine starke Belastung des Säuglings über die Muttermilch ist nicht zu befürchten.
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