Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Kontrastmittel ACCUPAQUE 300 in der Stillzeit

Frage: Kontrastmittel ACCUPAQUE 300 in der Stillzeit

Manu-86

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Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich muss im Rahmen der Vorbereitung einer Computertomografie 1,5 Liter des o. g. Kontrastmittels oral zu mir nehmen. Der Radiologe meinte, eine 24-stündige Stillpause ist zwingend einzuhalten. Mein Sohn ist 7 Monate alt und ich stille ihn regelmäßig. Sie schrieben einer anderen Frau bzgl. des Kontrastmittels Ultravist, das den gleichen Wirkstoff enthält wie ACCUPAQUE 300: Es wird vom Hersteller empfohlen, zumindest bei Säuglingen bis zum 4. Lebensmonat das Stillen für zwei Tage zu unterbrechen und die Milch zu verwerfen, um ein Jodidüberangebot zu vermeiden (Gefahr einer Blockierung der thyreoidalen Hormonsynthese). Der Hersteller von ACCUPAQUE 300 schreibt, dass überhaupt keine Stillpause eingehalten werden muss. Ich bin irritiert, wieso der Radiologe eindringlich zu einer Stillunterbrechung rät. Wie lautet Ihre Empfehlung? Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen herzlich dafür danken, dass sie hier in Ihrem Forum diese Beratungsmöglichkeit anbieten.


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Nach Gabe iodhaltiger Kontrastmittel kann das Stillen normal fortgesetzt werden. Iohexol geht nur geringfügig in die Muttermilch über, und nur minimale Mengen werden intestinal resorbiert. Daher ist eine Anreicherung im kindlichen Organismus unwahrscheinlich, mit schwerwiegenden Nebenwirkungen beim Säugling ist nicht zu rechnen. Verschiedene Fachgesellschaften raten grundsätzlich nicht mehr zu einer Stillpause nach dem Einsatz jodhaltiger Röntgenkontrastmittel (American College of Radiology 2015, Webb et al 2005, Chen et al 2008, ACOG 2016).


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