Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Ultravist Kontrastmittel und Betäubung in der Stillzeit

Frage: Ultravist Kontrastmittel und Betäubung in der Stillzeit

Stellina16

Beitrag melden

Hallo Herr Dr. Paulus, Aufgrund eines vermuteten May Thurner Syndroms muss mit demnächst ein stent eingesetzt werden. Vorher wird mir das Kontrastmittel Ultravist als auch eine örtliche Betäubung gegeben. Ich stille meine 9 Monate alte Tochter noch sehr viel und bin etwas unsicher ob ich wegen dieser beiden Sachen besser eine Stillpause nach dem Eingriff machen lassen sollte, und wenn ja, wielange. Was meinen Sie? Herzlicher Gruß, Stella


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

Beitrag melden

Nach Information des Herstellers geht Iopromid nur sehr geringfügig in die Muttermilch über (ca. 1 % der verabreichten Dosis). Aus den bislang gewonnenen Erfahrungen kann man davon ausgehen, dass das Kontrastmittel selbst keine Gefährdung für den Säugling darstellt. Das in der Kontrastmittellösung ebenfalls enthaltene freie Jodid und das durch Dejodierung im Organismus zusätzlich freiwerdende Jodid wird in stärkerem Ausmaß in der Muttermilch gespeichert. Da bislang noch ungenügende Daten zum Risikopotential des Jodidtransfers vorliegen, wird vom Hersteller empfohlen, zumindest bei Säuglingen bis zum 4. Lebensmonat das Stillen für zwei Tage zu unterbrechen und die Milch zu verwerfen, um ein Jodidüberangebot zu vermeiden (Gefahr einer Blockierung der thyreoidalen Hormonsynthese). Da jodhaltige Kontrastmittel nach intravenöser Applikation nur in geringem Umfang in die Muttermilch übergehen und vom Säugling oral nur wenig aufgenommen werden, ist ein erheblicher Übergang in die kindliche Blutbahn nicht zu erwarten. Die Leitlinien mehrerer Fachgesellschaften halten es daher nicht für erforderlich, das Stillen nach Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel zu unterbrechen (American College of Radiology 2012, Webb et al 2005, Chen et al 2008). Da Sie Ihre 9 Monate alte Tochter nur noch teilweise stillen, wäre eine längere Stillpause sicher nicht erforderlich. Da Lokalanästhetika schnell abgebaut werden, ist wegen der lokalen Betäubung sicher keine Belastung der Muttermilch zu befürchten.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Herr Dr. Paulus, gestern wurde bei mir ein MRT des Beckens gemacht und das Kontrastmittel Dotarem gespritzt, obwohl bekannt war dass ich mein Baby (knapp 1 Jahr) noch fast voll stille. Der behandelnde Arzt teilte mir hinterher mit dass ich 3 Tage auf keinen Fall stillen darf. Leider ist mein Kind weder Brei, noch trinkt es die Flasche, da ...

Grüsse Sie Herr Dr. Paulus, ich muss wegen meinem Fussgelenk in MRT, weil ich ca. vor 3 Monaten die Treppen gestürzt bin und seit 2 Monaten schmerzen habe. Ich war vor einem Monat schon mal im MRT jedoch ohne KM. Dieses mal besteht mein Orthopäde darauf, dass es mit KM gemacht wird. Jedoch habe ich einen 16 Monate alten Sohn, den ich noch 1-2 m ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich muss im Rahmen der Vorbereitung einer Computertomografie 1,5 Liter des o. g. Kontrastmittels oral zu mir nehmen. Der Radiologe meinte, eine 24-stündige Stillpause ist zwingend einzuhalten. Mein Sohn ist 7 Monate alt und ich stille ihn regelmäßig. Sie schrieben einer anderen Frau bzgl. des Kontrastmittels U ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, bei mir ist ein MRT des Beckens notwendig. Laut telefonischer Information der Praxis ist hierbei sehr wahrscheinlich eine intravenöse Kontrastmittelgabe notwendig und danach eine Stillpause über 2 Tage (Untersuchung + Folgetag) empfohlen. Bei meinen Recherchen bin ich nun zum Einen auf eine Antwort Ihrerseits sp ...

Hallo Herr Dr. Paulus,  leider hatte ich bereits in der Schwangerschaft und auch jetzt in der Stillzeit mit rissigen Händen Probleme, die eigentlich täglich bluten.  Können Sie mir sagen ob ich folgende Creme ohne Bedenken verwenden kann ?  Neutrogena Ingredients: Aqua, Glycerin, Isopropyl Myristate, Ethylhexylglycerin, Caprylyl Glycol, Cetyl Alc ...

Hallo Herr Dr.Paulus, Ich nehme aufgrund eine Zwangsstörung seit 2015 Escitalopram 20mg. 2019 wollte ich das Medikament absetzen und habe eine depressive Espispde bekommen bei der Quetiapin zur Verstärkung als Medikament hinzukam. Mittlerweile nehme ich nur noch Escitalopram ( habe es auch während den Schwangerschaften beider Kinder genommen) und ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich habe eine Frage bezüglich der Hormonersatztherapie in der Stillzeit. Bei mir besteht eine primäre Ovarialinsuffizienz im Rahmen eines Turner-Syndroms. Durch eine Eizellspende bin ich schwanger geworden. Vor der Schwangerschaft habe ich kontinuierlich Estramon 100 µg sowie Duphaston 20 mg für 14 Tage im Monat e ...

Hallo Dr. Paulus, ich bin 42 und stille meinen 2-jährigen Sohn noch viel. Seit ca. 7 Monaten habe ich wieder einen Zyklus (60 Tage, 50 Tage, und imm weiter runter auf jetzt 26). Die erste Zyklushälfte ist 16 Tage, die zweite 10. Ich habe zunehmend Haarausfall, leichte Hitzewallungen, teilweise Nachtschweis, starke Stimmungsschwankungen, teilweise ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, mir ist bewusst, dass man während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Alkohol verzichten sollte. Die geschilderten Situationen liegen mittlerweile sieben Jahre zurück, beschäftigen mich aber erst jetzt sehr. Ich mache mir im Nachhinein große Vorwürfe und habe Angst, meinem Sohn unbewusst geschadet zu haben, obwohl ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus,   ich habe nach der Geburt unseres Sohnes eine Thrombophlebitis im rechten Bein bekommen und muss nun zur Vorbeugung einer tiefen Beinvenenthrombose 1x tägl. Clexane, bzw. Inhixa 0,4 ml spritzen. Laut Embryotox und Packungsbeilage ist stillen erlaubt, da geringe bis keine Mengen des Medikamentes in die Muttermilch ...