Hannah28422
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich stille aktuell mein 4,5 Monate altes reif geborenes Baby voll und werde wegen eines ausgeprägten Rezidivs eines Morbus Basedow seit 2 Wochen mit Propylthiouracil (PTU) behandelt. Derzeitige Dosis: 200 mg/Tag (100-50-50mg), die Endokrinologin hätte lieber 300mg/d (100-100-100mg). Meine Fragen: 1. Ist die Einnahme von PTU in der genannten Dosierung während des Stillens aus Ihrer Sicht weiterhin unbedenklich für das Baby? 2. Halten Sie eine Blutabnahme beim gestillten Säugling für notwendig oder nur bei bestimmten Dosierungen/Konstellationen? 3. Sehen Sie eine Indikation für Stillpausen (aktuell sehr schwer umzusetzen, da sie ca alle 2-3h trinkt) Wäre eine andere Aufteilung der Dosierung kinetisch für das Baby besser? Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Medikamente: PTU Einnahmezeitraum (seit wann) und Dosis: Seit 2 Wochen 200mg/d Bestehen Krankheiten: M. Basedow
Bei einer Tagesdosis von Propylthiouracil 3 x 200 mg gehen 0,025% in die Muttermilch über. Damit nimmt ein voll gestillter Säugling eine Tagesdosis von 40 bis 460 µg auf. Aus den Befunden schlossen die Untersucher, dass selbst bei Tagesdosen bis 750 mg keine Komplikationen für den Schilddrüsenstatus der Kinder zu erwarten sind. Die Plasma-Eliminationshalbwertszeit von Propylthiouracil beträgt ca. 1 bis 2 Stunden. Insofern könnte man die kindliche Exposition durch einen entsprechenden Abstand zwischen Einnahme des Präparates und Stillmahlzeit noch weiter reduzieren.
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