Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Stillzeit: Blondierung und Tönung

Frage: Stillzeit: Blondierung und Tönung

Kalea-Malou

Beitrag melden

Lieber Herr Dr. Paulus, ich habe vergangene Woche meine Haare nach fast 3 Jahren mal wieder blondieren lassen (Balayage Technik, d.h. Strähnchen blondieren am gesamten Kopf, wobei die Farbe nicht auf die Kopfhaut aufgetragen wurde und ein paar mm Abstand frei blieben). Anschließend wurde eine Tönung aufgetragen.  Mein Kind ist 19 Monate alt und ich Stille noch mehrmals tagsüber und nachts. Das Stillen ist tatsächlich noch die Hauptnahrungsquelle, da unser Kind kaum etwas isst.  Ich habe mich vor dem Termin in meiner Frauenarzt Praxis informiert (konnte mit einer Arzthelferin sprechen) und auch beim Friseur nachgefragt, ob die Anwendung unbedenklich sei, was beide Stellen bejaht hatten. Mir war das OK sehr wichtig, da ich keinesfalls ein Risiko für unser Kind eingehen wollte und ansonsten natürlich darauf verzichtet hätte.  Tatsächlich lies es mir im Nachgang leider aber doch keine Ruhe, ob die „Chemie“ meinem Kind geschadet haben könnte.  Die Friseurin meinte, es kam keine Blondierung auf die Kopfhaut, dass aber die „Dämpfe“ die entstehen, während die Blondierung einwirkt, schon mit der Kopfhaut in Berührung kommen.  Der Abstand der Blondierung zur Kopfhaut war leider auch nur ein paar mm (ich hatte zuvor gesagt, dass sie lieber 1-2 cm frei lassen soll, was sie jedoch leider nicht gemacht hat, was ich erst zum Ende hin bemerkt habe). Die Tönung wurde eingekämmt, da ich diese auch nicht direkt auf der Kopfhaut haben wollte.  Die Friseurin sagte, es sei kein Ammoniak enthalten; ob dieses PPT enthalten war, weiß ich leider nicht.  Ich mache mir seitdem leider große Sorgen, ob die Anwendung unserem Kind geschadet haben könnte, durch die Chemie, die über meine Kopfhaut in die Muttermilch übergegangen sein könnte und ärgere mich über mich selbst, warum ich es nicht einfach sein hab lassen.  Nun hab ich leider erst im Nachgang auch hier gelesen, dass ihr Kollege Herr Dr. Busse stark davon abgeraten hätte, Haare zu blondieren/zu färben. Können Sie mir bitte sagen, ob mit einem Schaden zu rechnen ist und wenn ja, mit welcher Art? Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Mühe und hoffe, Sie können mich beruhigen. 


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

Beitrag melden

Eine Schädigung des Säuglings durch Aufnahme problematischer Substanzen über die Kopfhaut und Übergang in die Muttermilch ist bisher nicht beschrieben. Vorsichtshalber ist ein moderater Umgang mit derartigen Maßnahmen in der Stillzeit zu empfehlen, da viele Substanzen für diese Phase kaum untersucht sind. Bei den von Ihnen beschriebenen Strähnchen hätte ich keine Bedenken, da hier keine intensive Einwirkung auf die Kopfhaut erfolgt. Beim Blondieren stehen Oxidationsprozesse im Vordergrund. Dabei wird vor allem Wasserstoffperoxid eingesetzt, das zu Wasser und Sauerstoff abgebaut wird. Diese Endprodukte sind für das Ungeborene sowieso unproblematisch. Vergleichsweise nimmt man über die tägliche Nahrung i. A. viel mehr problematische Substanzen auf.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo, Mein Sohn ist gerade 4 Wochen alt und wird voll gestillt. Leider habe ich relativ häufig Migräne mit Auro. Vor allem die Sehstörungen machen mir zu schaffen. Darf ich Ubiquinol oder Migravent zur Prävention in der Stillzeit einehmen? Vor der Schwangerschaft hat mir insbesondere Ubiquinol sehr geholfen. Falls ich es einnehmen darf, welche Do ...

Hallo Dr. Paulus, ich bin 42 und stille meinen 2-jährigen Sohn noch viel. Seit ca. 7 Monaten habe ich wieder einen Zyklus (60 Tage, 50 Tage, und imm weiter runter auf jetzt 26). Die erste Zyklushälfte ist 16 Tage, die zweite 10. Ich habe zunehmend Haarausfall, leichte Hitzewallungen, teilweise Nachtschweis, starke Stimmungsschwankungen, teilweise ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, Ich habe vor 9 Wochen ein Kind bekommen und seither den schlimmsten Neurodermitisschub meines Lebens, von Kopf inkl. Ohren bis Fuß ist alles dunkelrot und entzündet, ich leide seit Wochen. Nun stell ich mir die Frage was das geringere Übel ist beim Stillen: goßflächig täglich eine 30% Advantan Mischsalbe, prednisolon ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, mir ist bewusst, dass man während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Alkohol verzichten sollte. Die geschilderten Situationen liegen mittlerweile sieben Jahre zurück, beschäftigen mich aber erst jetzt sehr. Ich mache mir im Nachhinein große Vorwürfe und habe Angst, meinem Sohn unbewusst geschadet zu haben, obwohl ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus,   ich habe nach der Geburt unseres Sohnes eine Thrombophlebitis im rechten Bein bekommen und muss nun zur Vorbeugung einer tiefen Beinvenenthrombose 1x tägl. Clexane, bzw. Inhixa 0,4 ml spritzen. Laut Embryotox und Packungsbeilage ist stillen erlaubt, da geringe bis keine Mengen des Medikamentes in die Muttermilch ...

Sehr geehrter Dr Paulus, aufgrund von immer wiederkehrendem Fußpilz soll ich nun erneut Clotrimazol Creme über 6 Wochen anwenden. Dies habe ich erst vor kurzem getan aber der Pilz ist zurückgekehrt und eine Tabletten Behandlung möchte mein Hautarzt erst nach der Stillzeit beginnen. Meine Frage nun: kann ich bedenkenlos mehrfach und längere Zeit Clo ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich stille meinen fast 14 Monate alten Sohn noch ca 3 x täglich.  Nun wünsche ich mir ein Geschwisterchen. Der Kinderwunsch-Arzt unterstützt mich, dass ich noch stille, da Prolaktin im Normbereich ist.  Da aber Testosteron, DHEA und DHEA-S sehr niedrig sind, hat er mir DHEA verschrieben. Im Internet steht, dass man ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus,  seit fast 6 Monaten leide ich an einer Nagelbettentzündung, die ich in den akuten Phasen nach Rücksprache mit meiner Hausärztin für je 1-2 Wochen mit  Fucidine behandelt habe. Jedoch kommt es wenige Tage bis Wochen nach Absetzen immer wieder zum erneuten Einwachsen des Nagels und zur Entzündung. Ein kleinchirurgisch ...

Guten Abend.  Ich nehme täglich 25 mg Sertralin. Vor lauter Familienstress bin ich mir nicht mehr sicher ob ich die Tablette heute Abend genommen habe. Ich habe eine 14 Monate alte Tochter die ich noch voll Stille. Was ist für meine Tochter besser? Keine Tablette nehmen in damit eventuell einen Dosis auszulassen oder sicherheitshalber noch eine Tab ...

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich habe nach der Schwangerschaft durch die Hormonumstellung extrem trockene Haut im Gesicht und am Hals.  Kann ich hier 2x täglich die Creme "Locobase repair" bedenkenlos verwenden, oder gehen hier bedenkliche Stoffe in die Muttermilch über, die dem Baby schaden können?   Wirkstoffe: Carnaubawachs Paraffin, dünnflü ...