Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Kieselgur

Frage: Kieselgur

Tienchen021

Beitrag melden

Sehr geehrter Herr Dr Paulus, Leider haben wir in unserem Haus (Neubau) einen erheblichen Befall mit Papierfischen. Wir sind kurz davor, einen Kammerjäger zu beauftragen, sind uns aber unsicher wegen der Mittel, die eingesetzt werden müssen, da wir 2 Kinder haben (15 Monate und 5 Jahre). Ich stille mein 15 Monate altes Kind auch noch mehrmals täglich und auch nachts. Ich würde daher gerne um Ihre Einschätzung zu den zwei folgenden Mitteln bitten: 1. Kieselgur zum verstreuen in Ritzen an den Türen/der Treppe und zwischen den Sockelleisten der Wand. Wäre dies auch in Schlafräumen ungefährlich für mich in der Stillzeit sowie für die Kinder? Ich habe gelesen, man solle es nicht einatmen, wäre dies "nur" während des verstreuens relevant oder kann hier auch im Nachgang, wenn das Produkt verteilt wurde, eine schädigende Wirkung auftreten? Gibt es eine "maximale" Menge die man anwenden sollte? 2. Der Kammerjäger würde das Mittel Aco Mix CyberCap von acotec verwenden, welches hinter alle Leisten und in Ritzen im gesamten Haus angebracht wird. Wäre dieses Mittel bei genannter Anwendung langfristig schädlich für die Kinder oder mich als stillende Person? Vielen herzlichen Dank bereits vorab.


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

Beitrag melden

Bei Kieselgur handelt es sich um eine pulverförmige Substanz, die hauptsächlich aus den Schalen fossiler Kieselalgen besteht. Die Schalen beinhalten zum größten Teil Siliciumdioxid. Der Großteil der weltweiten Sandvorkommen besteht aus Siliciumdioxid. Ein gesundheitliches Risiko in Schwangerschaft bzw. Stillzeit ist nicht zu befürchten. Letztlich ist die Exposition nicht viel anders als wenn Sie Sand in die Fugen streuen würden. Aco.mix CyperCap ist ein mikroverkapseltes Insektizid-Konzentrat mit dem Hauptwirkstoff Cypermethrin (90 g/l). Cypermethrin ist ein insektizider und akarizider Wirkstoff aus der Gruppe der Pyrethroide. Dabei handelt es sich um synthetisch hergestellte, chemisch stabilere Abkömmlinge der natürlich in bestimmten Chrysanthemenarten vorkommenden Pyrethrine.  Das verwandte Permethrin ist z. B. ein synthetisches Pyrethroid, das in der Landwirtschaft und Veterinärmedizin seit langem zur Kontrolle von Ektoparasiten erfolgreich angewandt wird. Seit 1980 werden Permethrin-Präparate zur äußerlichen Behandlung von Krätze und Kopfläusen eingesetzt. Sie erwiesen sich bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als zuverlässig wirksam und frei von toxischen Nebenwirkungen, selten wurden allergische Reaktionen beschrieben. Daher wird Permethrin v.a. zur Behandlung in der frühkindlichen Phase, während Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen (Fölster-Holst et al 2000).


Tienchen021

Beitrag melden

Zu 2. Das Mittel heißt "aco.mix CyperCap"  Im vorherigen Beitrag habe ich mich verschrieben. 


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.