Frage im Expertenforum Unerfüllter Kinderwunsch: Frag die Expert:innen an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Zweite Zyklushälfte

Frage: Zweite Zyklushälfte

KatharinaH

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Hallo, vorab: wir probieren es erst seit September diesen Jahres mit Baby Nr 2. Die letzten 4 Monate habe ich mittels Ovus eine zweite Zyklushälfte von 10 Tagen ermittelt - 1x 9. Bei meinem Sohn hat es im 2 ÜZ damals geklappt. Da hatte ich nur ein Zyklus Ovus genutzt und da war die 2te Hälfte bei 14 Tagen. Danach schwanger. Mein Zyklus geht eigentlich wie Uhrwerk: - Ca 25/26 Tage Zyklus - positiver Ovu ZT 15 (ES ca ZT 16) - ES +11 Periode - Periode mind 5 Tage lang und stärker als vor Geburt (zwei Tage relativ schmerzhaft) Nach Geburt ist es wahrscheinlich einfach anders. Geburt ist jetzt 2 Jahre her. Ich hatte mit meiner Frauenärztin darüber gesprochen. Sie hatte gesagt, dass das erstmal nicht auffällig sei und sie mir erstmal nur zu Mönchspfeffer raten würde. Dies möchte ich jedoch nicht einnehmen, da mein Zyklus und ES ja sehr regelmäßig sind. Wie sehen Sie das mit meiner verkürzten zweiten Zyklushälfte?  Haben Sie Tipps oder Ähnliches wie ich sie verlängern könnte? Vielen Dank im Voraus! Katharina 


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Liebe Katharina, eine zweite Zyklushälfte von etwa 9–10 Tagen ist tatsächlich eher kurz. Als günstig gelten meist etwa 11–14 Tagezwischen Eisprung und Beginn der nächsten Menstruation. Allerdings lässt sich der Eisprung mit Ovulationstests nicht auf den Tag genau bestimmen: Ein positiver LH-Test zeigt den bevorstehenden Eisprung an, der häufig erst etwa 12–36 Stunden später stattfindet. Deshalb kann die tatsächliche Lutealphase durchaus etwas länger sein, als Ihre Berechnung vermuten lässt. Dass Ihr Zyklus mit 25–26 Tagen sehr regelmäßig ist und Sie zuverlässig einen LH-Anstieg sehen, ist zunächst einmal positiv. Und da Sie es erst seit wenigen Monaten versuchen und bereits spontan schwanger waren, würde ich allein aufgrund der Ovulationstests noch keine behandlungsbedürftige Gelbkörperschwäche diagnostizieren. Wenn Sie es genauer wissen möchten, würde ich eher gezielt untersuchen als auf Verdacht behandeln: Sinnvoll wäre eine Progesteronbestimmung ungefähr 6–7 Tage nach dem vermuteten Eisprung. Damit kann man besser beurteilen, ob nach dem Eisprung eine ausreichende Gelbkörperfunktion vorhanden ist. Bei Kinderwunsch sehe ich einen Progesteronwert von über etwa 15 ng/ml als beruhigend an. Mönchspfeffer müssen Sie aus meiner Sicht nicht zwingend einnehmen. Er kann bei bestimmten Zyklusstörungen hilfreich sein, ist aber bei einem ausgesprochen regelmäßigen Zyklus nicht automatisch erforderlich und eine zuverlässige „Verlängerung“ der zweiten Zyklushälfte ist dadurch nicht garantiert. Sollte sich wiederholt eine sehr kurze Lutealphase zeigen oder das Progesteron tatsächlich niedrig sein, kann man gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin überlegen, ob man leicht stimuliert (Clomifen oder Letrzol) und eine Progesteronunterstützung nach dem Eisprung sinnvoll ist. Eine solche Behandlung würde ich aber nicht allein aufgrund der Länge der zweiten Zyklushälfte beginnen. Und ganz wichtig: Nach erst wenigen Monaten Kinderwunsch besteht noch kein Grund zur Sorge. Selbst bei optimalem Timing klappt es bei einem gesunden Paar nicht in jedem Zyklus. Ich würde daher zunächst ganz entspannt weiterprobieren und gegebenenfalls einmal Progesteron an ES+6/7 bestimmen lassen. Damit hätten Sie eine deutlich bessere Grundlage für die weitere Beurteilung. Herzliche Grüße Dr. Friedrich Gagsteiger


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